Aktuell: 50 Jahre Mauerbau – Ein Blick auf die Entwicklung des Stadtbildes Berlins nach der Wende
Der Mauerbau hat am 13.08.2011 seinen 50. Jahrestag. Die Teilung Deutschlands 1961 führte zu einer sehr unterschiedlichen Entwicklung des Stadtbildes in BRD und DDR. Welche Spuren sind heute noch in Städten wie Berlin zu finden? Wie haben sich Wohngebiete und Stadtteile seit der Wende entwickelt? Die Antworten finden Sie auf Maler.org.

Die Berliner Mauer war für die jungen Künstler des Projekts "weißer Strich" das Symbol eines Unrechtsstaates. Gleichzeitig führte diese konsequente Teilung der Stadt zu einer sehr unterschiedlichen Entwicklung des Stadtbildes im gespaltenen Berlin. - © Hsing Wei by Flickr.com
Ein weißer Strich an einer Mauer. Dies klingt zunächst eher unspektakulär, doch handelte es sich bei der Mauer um die Grenzmauer, welche Deutschland annähernd 40 Jahre teilte. Dieser weiße Strich bedeutete für Wolfram Hasch, einen der Künstler, die mit dieser Aktion gegen die Mauer protestieren wollten, eine mehrmonatige Haftstrafe in einem Gefängnis der DDR wegen unerlaubter Grenzüberschreitung. Denn die Aktivisten wussten nicht, dass ein fünf Meter breiter Streifen Land vor der Mauer noch zum Hoheitsgebiet der DDR gehörte. Bis sich eine versteckte Tür in der Mauer öffnete und Grenzkontrolleure den jungen Mann hinter die Mauer zerrten. So wurde das Bemalen einer Wand zu einem Politikum. Der inhaftierte Wolfram Hasch konnte von der Regierung der BRD nach 7 Monaten Haft aus dem Gefängnis der DDR freigekauft werden. Am 13. August 2011 ist der 50. Jahrestag des Mauerbaus, durch den die Teilung Deutschlands im Jahr 1961 absolut wurde. Dabei lassen sich überall in Deutschland die Spuren der daraus folgenden sehr unterschiedlichen Entwicklung der Städte sowie der Lebensumstände der Menschen beobachten.
Nirgendwo wird dies so deutlich wie in Berlin. Die einst geteilte Hauptstadt ermöglicht einen direkten Einblick in die Entwicklung des Stadtbildes seit der Wende. Dabei fallen die Eindrücke sehr unterschiedlich aus. So finden sich positive Beispiele für die gestalterische und bauliche Weiterentwicklung von Wohngebieten durch umfangreiches Renovieren und Sanieren der Alt- und Neubauten, doch zugleich auch solche für Stagnation. Ein genauerer Blick auf dieses Phänomen lohnt sich jedoch in jedem Fall.
Positive Aspekte in der Entwicklung des Stadtbildes Berlins

Eine positive Entwicklung des Stadtbildes nach der Wende kann in vielen Städten in den neuen Bundesländern beobachtet werden. So können die einst grauen Plattenbauten durch eine kreative Fassadengestaltung deutlich aufgewertet werden. - © Jacob Poul Skoubo by Flickr.com
Ein gutes Beispiel für die Schaffenskraft der Menschen in Berlin ist die Entwicklung des Stadtteils Prenzlauer Berg im heutigen Bezirk Pankow. Dieser setzt sich zu 80% aus Altbauten von der Zeit vor 1948 zusammen und wurde von der Regierung der DDR lange Zeit zugunsten des Neubaus von Plattenbausiedlungen stark vernachlässigt, was zu einem Verfall der Bausubstanz führte. Auch die wenigen Sanierungsmaßnahmen in den 70er und 80er Jahren konnte hier keine entscheidende Verbesserung herbeiführen. Dies änderte sich mit dem Mauerfall grundlegend. Anfang der 90er Jahre wurde Prenzlauer Berg zum größten zusammenhängenden Sanierungsgebiet Europas.
Seit dem hat sich die Optik grundlegend geändert. Die maroden Fassaden wurden von den Berliner Malern renoviert und neu gestaltet. Der beschädigte Putz wurde erneuert und durch eleganten Stuck ergänzt. Darüber hinaus fand auch eine umfangreiche Sanierung der Bausubstanz sowie die Schaffung von neuem Wohnraum mittels kostengünstigem Trockenbau statt. Nicht zuletzt konnte dank dieser Maßnahmen der Einwohnerschwund des Ortsteils gestoppt werden. Heute gehört er zu den beliebtesten Wohngebieten Berlins und zieht vor allem junge Leute, wie Studenten, Musiker und Künstler an. Eine ähnliche Entwicklung des Stadtbildes konnte auch in anderen Teilen des ehemaligen Ostberlins sowie in weiteren Städten in den neuen Bundesländern, wie Leipzig oder Dresden beobachtet werden. Überall werden Wohngebiete neu gestaltet und auch die eher roh wirkenden Plattenbausiedlungen werden durch eine kreative Fassadengestaltung deutlich aufgewertet.
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