Wie wird Lehmputz aufgetragen?

Aufgetragener Lehmputz wirkt sich positiv auf die Wohnqualität aus – doch an der Verarbeitung des Materials scheitern die meisten Privatpersonen, denn die Handhabung des Baustoffs muss sorgsam vorgenommen werden. Nur so können perfekte Ergebnisse erreicht werden. Erfahren Sie bei Maler.org, wie Lehmputz korrekt auf die Wand aufgetragen wird!

Das Auftragen des Lehmputzes ist für Laien meistens kompliziert.

Lehmputz wird seit Jahrtausenden auf die Wand aufgetragen und findet auch heute wieder Anklang. © Karsten Dittmann / pixelio.de

Lehmputz wird auch hierzulande immer häufiger aufgetragen, da dieses besondere Material für seine positiven Auswirkungen auf das Raumklima und die Gesundheit der Bewohner bekannt ist. Durch diesen besonderen Putz wird die Feuchtigkeit der Raumluft auf natürliche Art und Weise reguliert und Schadstoffe gefiltert. Dadurch profitieren vor allem Allergiker von dem aufgetragenen Lehmputz. Im Gegensatz zu anderen Wandaufträgen handelt es sich bei Lehmputz zudem um ein natürliches Material, das keine Ausdünstungen von sich gibt. Die Verarbeitung muss allerdings professionell vorgenommen werden, damit Sie von diesen Vorzügen des Lehms profitieren können.

Den Lehmputz vorbereiten

Bevor der Lehmputz im Innenbereich auf die Wand aufgetragen werden kann, muss er richtig verarbeitet werden.
Dazu wird zunächst die Wand vorbereitet. Diese muss sauber und tragfähig sein und darf nicht von abblätternder Farbe oder sich lösenden Tapeten bedeckt sein. Wenn hier Risse oder Löcher entdeckt werden, müssen diese natürlich beseitigt werden! Außerdem muss die Saugfähigkeit des Untergrunds getestet werden: Der fachkundige Innungsmaler benetzt eine Stelle der Wand mit etwas Wasser. Je nachdem, wie die Wand reagiert, muss eine Grundierung aufgetragen werden: Wird das Wasser zu schnell aufgenommen oder bleibt es an der Oberfläche, muss der Untergrund grundiert werden. Andernfalls kann es passieren, dass der aufgetragene Lehmputz zu schnell trocknet und dadurch Risse entstehen. Bei zu langsamer Trocknung kann es zur Bildung von Schimmel kommen.

UNSER TIPP:
Innungsmaler verwenden bei der Anbringung von Lehm häufig eine spezielle Lehmgrundierung, die optimal auf das Material abgestimmt ist.

Außerdem kann es bei einem nicht aufnahmefähigen Untergrund vorkommen, dass der Lehmputz nicht haften bleibt. Der Innungsmaler kann hier mit seinem geschulten Auge erkennen, welche Behandlung bei der vorliegenden Wand notwendig ist. Da es sich bei Grundierungen in der Regel um extrem dünnflüssiges Material handelt, gestaltet sich die Anbringung an die Wand häufig schwierig – insbesondere für Laien. Hier sollte daher ein Maler aus der Innung hinzugezogen werden.

Im Anschluss wird der Lehmputz selbst verarbeitet. Das Material wird mit Wasser angerührt, da diese Mischung aus Ton, Sand und Schluff meistens in trockener Form angeboten wird. Bei der Anmischung ist besonders darauf zu achten, dass weder zu wenig noch zu viel Wasser hinzugegeben wird – nur mit dem richtigen Verhältnis kann der Lehmputz optimal aufgetragen werden. Eine leicht breiige Konsistenz eignet sich am besten. Der Innungsmaler verwendet ein Rührwerk, um den Lehmputz zu verarbeiten – so wird eine homogene Masse geschaffen.

UNSER TIPP:
Um die Bindekraft des Putzes noch zu verstärken, werden nicht selten Pflanzenfasern hinzugegeben.

Erst nach diesen Vorbereitungen kann der Fachmann damit beginnen, den Lehmputz aufzutragen.

Den Lehmputz auftragen

Nachdem die Wand und das Material sorgfältig vorbereitet wurden, beginnt der Innungsmaler damit, den Lehmputz aufzutragen. Dabei werden verschiedene Techniken unterschieden.

Techniken

Wie andere Putzarten wird auch Lehmputz entweder durch die Methode des Anwerfens oder durch die Spritztechnik an die Wand aufgetragen. Auch eine Anbringung mit der Kelle ist möglich: Hier nimmt der Fachmann etwas Material auf die Kelle auf und trägt diese auf die Wand auf. Auch dann, wenn der Lehmputz an die Wand geworfen wird, verwendet der Innungsmaler die Kelle: Hier wird der Putz allerdings mit Schwung und dem richtigen Kraftaufwand an die Wand geworfen, wo er haften bleibt. Diese Methode erfordert besonders viel Übung und Geschick. Bei der Spritztechnik wird dagegen ein spezielles Gerät verwendet, das den Lehmputz gleichmäßig auf die Wand aufträgt. Häufig wird Lehmputz zweilagig aufgetragen, das heißt, nach der ersten Lehmschicht wird eine weitere Schicht aufgetragen. Wichtig ist dabei, dass die untere Schicht sorgfältig getrocknet ist, bevor die zweite Lage angebracht wird.

Bei all diesen Techniken ist es im Anschluss notwendig, den aufgetragenen Lehmputz zu glätten. Dazu wird meistens eine Kartätsche verwendet, denn hier entsteht eine glatte Oberfläche. Immer häufiger wird die Oberfläche allerdings kreativ gestaltet – dies kann zum Beispiel mit einem Filzbrett erfolgen, das interessante Strukturen im Lehmputz schaffen kann. Alternativ kann der aufgetragene Lehmputz auch mit spezieller Lehmfarbe gestrichen werden, die ähnliche Eigenschaften wie der Lehmputz mit sich bringt.

Wichtig ist zum Schluss, dass der Lehmputz sorgfältig trocknet. Die Trocknung kann maschinell oder natürlich vorgenommen werden. Die dafür benötigte Zeit schwankt, da die Anteile an Sand, Ton und Schluff sowie Wasser im Lehmputz variieren können. Grundsätzlich gilt: Der Lehmputz ist trocken, wenn er ausgehärtet ist. Die Trocknung kann durch spezielle Trocknungsgeräte beschleunigt werden, in der Regel reicht es jedoch, den Raum regelmäßig zu lüften.

Fachmann oder eigenständige Anbringung?

Für viele Privatpersonen stellt sich beim Verputzen der Wand die Frage, ob diese Arbeit selbst erledigt werden kann. Dabei sollte bedacht werden, dass für die fachgerechte und korrekte Verarbeitung von Lehm einige Vorkenntnisse und viel Fachwissen notwendig ist, denn das natürliche Material kann seine zahlreichen Vorzüge nicht entfalten, wenn der Lehmputz mangelhaft aufgetragen wird. Zudem besitzen die meisten Heimwerker keine Maschine beziehungsweise Pistole, um den Putz an die Wand zu sprühen und müssten den Lehmputz per Hand anbringen oder anwerfen. Insbesondere bei der letzten Methode sind die meisten Laien jedoch überfordert, da das Material nur mit dem perfekten Schwung und im richtigen Winkel haftet.

Besser ist es daher, einen versierten Maler aus der Innung zu engagieren. Dieser besitzt die notwendige Erfahrung und das fundierte Fachwissen, um den Putz perfekt auf die Wand aufzutragen. Er kann die Beschaffenheit des Untergrunds bestens beurteilen und eventuell nötige Verbesserungen durch eine Grundierung vornehmen. Zudem kann der Fachmann den aufgetragenen Lehmputz nach Ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten: Verschiedene Farben und Strukturen sind hier kein Problem.

Fazit

Wenn Lehmputz aufgetragen werden soll, ist einiges zu beachten: Sowohl die Verarbeitung des Materials als auch die Beschaffenheit des Untergrunds und die angewandte Technik der Anbringung müssen optimal stimmen. Nur so kann ein schönes Ergebnis erzielt werden. Aufgrund der Komplexität dieser Verarbeitung und Anbringung ist es vor allem für Heimwerker und Laien ratsam, sich an einen Innungsmaler zu wenden. Dieser kann sowohl die Vorbereitung als auch die Umsetzung des Projekts übernehmen und kann sogar die kreative Gestaltung des aufgetragenen Lehmputzes vornehmen.

 

Aufgetragener Lehmputz wirkt sich positiv auf die Wohnqualität aus – doch an der Verarbeitung des Materials scheitern die meisten Privatpersonen, denn die Handhabung des Baustoffs muss sorgsam vorgenommen werden. Nur so können perfekte Ergebnisse erreicht werden. Erfahren Sie bei Maler.org, wie Lehmputz korrekt auf die Wand aufgetragen wird!

Das Auftragen des Lehmputzes ist für Laien meistens kompliziert.

Lehmputz wird seit Jahrtausenden auf die Wand aufgetragen und findet auch heute wieder Anklang. © Karsten Dittmann / pixelio.de

Lehmputz wird auch hierzulande immer häufiger aufgetragen, da dieses besondere Material für seine positiven Auswirkungen auf das Raumklima und die Gesundheit der Bewohner bekannt ist. Durch diesen besonderen Putz wird die Feuchtigkeit der Raumluft auf natürliche Art und Weise reguliert und Schadstoffe gefiltert. Dadurch profitieren vor allem Allergiker von dem aufgetragenen Lehmputz. Im Gegensatz zu anderen Wandaufträgen handelt es sich bei Lehmputz zudem um ein natürliches Material, das keine Ausdünstungen von sich gibt. Die Verarbeitung muss allerdings professionell vorgenommen werden, damit Sie von diesen Vorzügen des Lehms profitieren können.

Den Lehmputz vorbereiten

Bevor der Lehmputz im Innenbereich auf die Wand aufgetragen werden kann, muss er richtig verarbeitet werden.
Dazu wird zunächst die Wand vorbereitet. Diese muss sauber und tragfähig sein und darf nicht von abblätternder Farbe oder sich lösenden Tapeten bedeckt sein. Wenn hier Risse oder Löcher entdeckt werden, müssen diese natürlich beseitigt werden! Außerdem muss die Saugfähigkeit des Untergrunds getestet werden: Der fachkundige Innungsmaler benetzt eine Stelle der Wand mit etwas Wasser. Je nachdem, wie die Wand reagiert, muss eine Grundierung aufgetragen werden: Wird das Wasser zu schnell aufgenommen oder bleibt es an der Oberfläche, muss der Untergrund grundiert werden. Andernfalls kann es passieren, dass der aufgetragene Lehmputz zu schnell trocknet und dadurch Risse entstehen. Bei zu langsamer Trocknung kann es zur Bildung von Schimmel kommen.

UNSER TIPP:
Innungsmaler verwenden bei der Anbringung von Lehm häufig eine spezielle Lehmgrundierung, die optimal auf das Material abgestimmt ist.

Außerdem kann es bei einem nicht aufnahmefähigen Untergrund vorkommen, dass der Lehmputz nicht haften bleibt. Der Innungsmaler kann hier mit seinem geschulten Auge erkennen, welche Behandlung bei der vorliegenden Wand notwendig ist. Da es sich bei Grundierungen in der Regel um extrem dünnflüssiges Material handelt, gestaltet sich die Anbringung an die Wand häufig schwierig – insbesondere für Laien. Hier sollte daher ein Maler aus der Innung hinzugezogen werden.

Im Anschluss wird der Lehmputz selbst verarbeitet. Das Material wird mit Wasser angerührt, da diese Mischung aus Ton, Sand und Schluff meistens in trockener Form angeboten wird. Bei der Anmischung ist besonders darauf zu achten, dass weder zu wenig noch zu viel Wasser hinzugegeben wird – nur mit dem richtigen Verhältnis kann der Lehmputz optimal aufgetragen werden. Eine leicht breiige Konsistenz eignet sich am besten. Der Innungsmaler verwendet ein Rührwerk, um den Lehmputz zu verarbeiten – so wird eine homogene Masse geschaffen.

UNSER TIPP:
Um die Bindekraft des Putzes noch zu verstärken, werden nicht selten Pflanzenfasern hinzugegeben.

Erst nach diesen Vorbereitungen kann der Fachmann damit beginnen, den Lehmputz aufzutragen.

Den Lehmputz auftragen

Nachdem die Wand und das Material sorgfältig vorbereitet wurden, beginnt der Innungsmaler damit, den Lehmputz aufzutragen. Dabei werden verschiedene Techniken unterschieden.

Techniken

Wie andere Putzarten wird auch Lehmputz entweder durch die Methode des Anwerfens oder durch die Spritztechnik an die Wand aufgetragen. Auch eine Anbringung mit der Kelle ist möglich: Hier nimmt der Fachmann etwas Material auf die Kelle auf und trägt diese auf die Wand auf. Auch dann, wenn der Lehmputz an die Wand geworfen wird, verwendet der Innungsmaler die Kelle: Hier wird der Putz allerdings mit Schwung und dem richtigen Kraftaufwand an die Wand geworfen, wo er haften bleibt. Diese Methode erfordert besonders viel Übung und Geschick. Bei der Spritztechnik wird dagegen ein spezielles Gerät verwendet, das den Lehmputz gleichmäßig auf die Wand aufträgt. Häufig wird Lehmputz zweilagig aufgetragen, das heißt, nach der ersten Lehmschicht wird eine weitere Schicht aufgetragen. Wichtig ist dabei, dass die untere Schicht sorgfältig getrocknet ist, bevor die zweite Lage angebracht wird.

Bei all diesen Techniken ist es im Anschluss notwendig, den aufgetragenen Lehmputz zu glätten. Dazu wird meistens eine Kartätsche verwendet, denn hier entsteht eine glatte Oberfläche. Immer häufiger wird die Oberfläche allerdings kreativ gestaltet – dies kann zum Beispiel mit einem Filzbrett erfolgen, das interessante Strukturen im Lehmputz schaffen kann. Alternativ kann der aufgetragene Lehmputz auch mit spezieller Lehmfarbe gestrichen werden, die ähnliche Eigenschaften wie der Lehmputz mit sich bringt.

Wichtig ist zum Schluss, dass der Lehmputz sorgfältig trocknet. Die Trocknung kann maschinell oder natürlich vorgenommen werden. Die dafür benötigte Zeit schwankt, da die Anteile an Sand, Ton und Schluff sowie Wasser im Lehmputz variieren können. Grundsätzlich gilt: Der Lehmputz ist trocken, wenn er ausgehärtet ist. Die Trocknung kann durch spezielle Trocknungsgeräte beschleunigt werden, in der Regel reicht es jedoch, den Raum regelmäßig zu lüften.

Fachmann oder eigenständige Anbringung?

Für viele Privatpersonen stellt sich beim Verputzen der Wand die Frage, ob diese Arbeit selbst erledigt werden kann. Dabei sollte bedacht werden, dass für die fachgerechte und korrekte Verarbeitung von Lehm einige Vorkenntnisse und viel Fachwissen notwendig ist, denn das natürliche Material kann seine zahlreichen Vorzüge nicht entfalten, wenn der Lehmputz mangelhaft aufgetragen wird. Zudem besitzen die meisten Heimwerker keine Maschine beziehungsweise Pistole, um den Putz an die Wand zu sprühen und müssten den Lehmputz per Hand anbringen oder anwerfen. Insbesondere bei der letzten Methode sind die meisten Laien jedoch überfordert, da das Material nur mit dem perfekten Schwung und im richtigen Winkel haftet.

Besser ist es daher, einen versierten Maler aus der Innung zu engagieren. Dieser besitzt die notwendige Erfahrung und das fundierte Fachwissen, um den Putz perfekt auf die Wand aufzutragen. Er kann die Beschaffenheit des Untergrunds bestens beurteilen und eventuell nötige Verbesserungen durch eine Grundierung vornehmen. Zudem kann der Fachmann den aufgetragenen Lehmputz nach Ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten: Verschiedene Farben und Strukturen sind hier kein Problem.

Fazit

Wenn Lehmputz aufgetragen werden soll, ist einiges zu beachten: Sowohl die Verarbeitung des Materials als auch die Beschaffenheit des Untergrunds und die angewandte Technik der Anbringung müssen optimal stimmen. Nur so kann ein schönes Ergebnis erzielt werden. Aufgrund der Komplexität dieser Verarbeitung und Anbringung ist es vor allem für Heimwerker und Laien ratsam, sich an einen Innungsmaler zu wenden. Dieser kann sowohl die Vorbereitung als auch die Umsetzung des Projekts übernehmen und kann sogar die kreative Gestaltung des aufgetragenen Lehmputzes vornehmen.