Lehmputz verarbeiten: Vorteile, Nachteile und Kosten im Überblick

Lehmputz hat eine lange Tradition. Für Bauweisen wie das Fachwerk oder den Landhausstil wurde Lehm in Deutschland über Jahrhunderte verwendet. Auch heute besinnen sich wieder viele Menschen auf den biologischen Baustoff. Welche Vorteile Lehmputz bietet und wie er sich fachgerecht verarbeiten lässt, lesen Sie hier auf unserem Fachportal Maler.org!

Lehmputz ist ein aus Lehm gewonnener Baustoff. © Dieter Schütz / pixelio.de

Lehm ist einer der ältesten Baustoffe unserer Gesellschaft. So ist es beispielsweise Lehmmörtel, der in den Wänden von Fachwerkhäusern die Ziegel miteinander verbindet. Aber auch als Putz, etwa innerhalb der Architektur des Nahen Ostens, hat Lehm eine lange Tradition.

Lehmputz kann außen und innen aufgetragen werden. Er besteht nicht, wie der klassische Mörtel, aus einer Kalk-Zement-Mischung, sondern setzt sich aus Sand, Schluff und Ton zusammen. Schluff bezeichnet dabei sehr feinkörnigen Sand, der eine Zwischenstellung inmitten des größeren Sandes und des sehr feinen Tones einnimmt. Er ist ein wichtiges Bindemittel im Lehm, da er für Elastizität sorgt und so dem Abbröckeln der aufgetragenen Putzschicht entgegenwirkt.

Lehmputz hat viele positive Eigenschaften

Variable Untergründe

Lehmputz lässt sich auf viele verschiedene Untergründe auftragen. Hierzu zählen praktisch alle Arten der Mauerwerks- und Trockenbauoberflächen (Beton, Lehm, Kalksandstein, Bimsstein, Gips). Wichtig ist, dass der Untergrund sauber, tragfähig, rau und genügend saugfähig ist.

ACHTUNG:
Untergründe können eine ungleichmäßige Festigkeit besitzen. Um nachträgliche Rissbildungen in der Putzschicht zu vermeiden, führt der Fachmann daher im Vorfeld eine Putzprobe durch.

Lehmputz verringert die Schadstoffbelastung

Durch Wandputz aus Lehm werden Rauch und schädliche Ausdünstungen aus der Luft absorbiert. Zudem hemmt Lehm die Schimmelbildung, sofern der Putz fachgerecht und fehlerfrei verarbeitet worden ist. Daher kann Lehmputz auch im Bad verwendet werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lehmputz verbessert das Raumklima

Wer Innenräume mit Lehmputz verkleiden lässt, kann für eine signifikante Verbesserung des Raumklimas sorgen. Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit (hält die relative Luftfeuchte bei etwa 50 Prozent), was schleimhautschonend wirkt und Erkrankungen der Atemwege vorbeugt.

UNSER TIPP:
Je größer die mit Lehm verputzte Fläche ist, desto besser sind die regulierenden Eigenschaften.

Lehmputz birgt auch Nachteile

Geringe Oberflächenfestigkeit

Im Mittelmeerraum sind ganze Stadtteile mit Lehmputz verkleidet. © Rainer Sturm / pixelio.de

Ein wesentlicher Nachteil von Lehmputz gegenüber herkömmlichen Putzen ist seine geringere Oberflächenfestigkeit. Das Einschlagen von Nägeln oder Bohren von Löchern sollten Sie daher stets behutsam durchführen. Sind schwere Regale oder Schränke aufzuhängen, können Installationshölzer oder spezielle Unterkonstruktionen verwendet werden.

Achtung beim Überstreichen!

Beim Streichen von Lehmputz muss sorgfältig grundiert werden! Trotzdem kann es durch die ungleichmäßige und poröse Oberfläche zu Wolkenbildungen innerhalb des Anstrichs kommen. Daher sollten Sie unbedingt einen Fachmann zurate ziehen. Dieser kann Ihre Wände und Decken begutachten, um Ihnen passende Lehmputz-Farben oder Streichputze zu empfehlen.

Die Dämmeigenschaften von Lehm sind begrenzt

Lehm allein besitzt nur sehr geringe Dämmeigenschaften. Soll ein Putz aus Lehm trotzdem dämmen, müssen spezielle Zusatzstoffe enthalten sein. Achten Sie beim Kauf auf sogenannte Leichtlehmmischungen.

Kosten für den Lehmputz

Die Kosten für das Aufbringen von Lehmputz hängen von der Größe und Beschaffenheit der Oberfläche sowie der Art und Dicke der Lehmschicht ab. So kann es im Zuge der Putzarbeiten notwendig werden,

  • Unebenheiten zu verspachteln,
  • mit Lehm-Grundputz oder Lehmschlämme vorzustreichen,
  • eine Haftbrücke (Kleber) aufzutragen,
  • ein Putzträger- oder Armierungsgewebe (aus Rohr oder Metall) aufzubringen,
  • den Untergrund mehrmalig anzunässen,
  • vorhandene Heizungsrohre oder Schläuche schichtweise einzuputzen.

All diese Zusatzarbeiten stellen Kostenpunkte dar. Daher muss ein Fachmann die Gesamtkosten für das Verputzen einer Wand oder Decke individuell einschätzen. Für unverbindliche Kostenvoranschläge sollten Sie einen professionellen Malerbetrieb kontaktieren.

Fazit

Lehmputz besitzt als natürliches Material unzählige Eigenschaften, die dem Raumklima und den dort wohnenden Menschen zugute kommen: Lehmputz verringert beispielsweise die Schadstoffbelastung. Durch diese Vorteile hat sich Lehmputz seit Jahrhunderten bewährt und wird auch heute noch verwendet. Laien sollte dennoch einen Fachmann für die Verarbeitung und Verwendung beauftragen, um sicher zu stellen, dass das Material sicher angebracht wird.

Lehmputz hat eine lange Tradition. Für Bauweisen wie das Fachwerk oder den Landhausstil wurde Lehm in Deutschland über Jahrhunderte verwendet. Auch heute besinnen sich wieder viele Menschen auf den biologischen Baustoff. Welche Vorteile Lehmputz bietet und wie er sich fachgerecht verarbeiten lässt, lesen Sie hier auf unserem Fachportal Maler.org!

Lehmputz ist ein aus Lehm gewonnener Baustoff. © Dieter Schütz / pixelio.de

Lehm ist einer der ältesten Baustoffe unserer Gesellschaft. So ist es beispielsweise Lehmmörtel, der in den Wänden von Fachwerkhäusern die Ziegel miteinander verbindet. Aber auch als Putz, etwa innerhalb der Architektur des Nahen Ostens, hat Lehm eine lange Tradition.

Lehmputz kann außen und innen aufgetragen werden. Er besteht nicht, wie der klassische Mörtel, aus einer Kalk-Zement-Mischung, sondern setzt sich aus Sand, Schluff und Ton zusammen. Schluff bezeichnet dabei sehr feinkörnigen Sand, der eine Zwischenstellung inmitten des größeren Sandes und des sehr feinen Tones einnimmt. Er ist ein wichtiges Bindemittel im Lehm, da er für Elastizität sorgt und so dem Abbröckeln der aufgetragenen Putzschicht entgegenwirkt.

Lehmputz hat viele positive Eigenschaften

Variable Untergründe

Lehmputz lässt sich auf viele verschiedene Untergründe auftragen. Hierzu zählen praktisch alle Arten der Mauerwerks- und Trockenbauoberflächen (Beton, Lehm, Kalksandstein, Bimsstein, Gips). Wichtig ist, dass der Untergrund sauber, tragfähig, rau und genügend saugfähig ist.

ACHTUNG:
Untergründe können eine ungleichmäßige Festigkeit besitzen. Um nachträgliche Rissbildungen in der Putzschicht zu vermeiden, führt der Fachmann daher im Vorfeld eine Putzprobe durch.

Lehmputz verringert die Schadstoffbelastung

Durch Wandputz aus Lehm werden Rauch und schädliche Ausdünstungen aus der Luft absorbiert. Zudem hemmt Lehm die Schimmelbildung, sofern der Putz fachgerecht und fehlerfrei verarbeitet worden ist. Daher kann Lehmputz auch im Bad verwendet werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lehmputz verbessert das Raumklima

Wer Innenräume mit Lehmputz verkleiden lässt, kann für eine signifikante Verbesserung des Raumklimas sorgen. Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit (hält die relative Luftfeuchte bei etwa 50 Prozent), was schleimhautschonend wirkt und Erkrankungen der Atemwege vorbeugt.

UNSER TIPP:
Je größer die mit Lehm verputzte Fläche ist, desto besser sind die regulierenden Eigenschaften.

Lehmputz birgt auch Nachteile

Geringe Oberflächenfestigkeit

Im Mittelmeerraum sind ganze Stadtteile mit Lehmputz verkleidet. © Rainer Sturm / pixelio.de

Ein wesentlicher Nachteil von Lehmputz gegenüber herkömmlichen Putzen ist seine geringere Oberflächenfestigkeit. Das Einschlagen von Nägeln oder Bohren von Löchern sollten Sie daher stets behutsam durchführen. Sind schwere Regale oder Schränke aufzuhängen, können Installationshölzer oder spezielle Unterkonstruktionen verwendet werden.

Achtung beim Überstreichen!

Beim Streichen von Lehmputz muss sorgfältig grundiert werden! Trotzdem kann es durch die ungleichmäßige und poröse Oberfläche zu Wolkenbildungen innerhalb des Anstrichs kommen. Daher sollten Sie unbedingt einen Fachmann zurate ziehen. Dieser kann Ihre Wände und Decken begutachten, um Ihnen passende Lehmputz-Farben oder Streichputze zu empfehlen.

Die Dämmeigenschaften von Lehm sind begrenzt

Lehm allein besitzt nur sehr geringe Dämmeigenschaften. Soll ein Putz aus Lehm trotzdem dämmen, müssen spezielle Zusatzstoffe enthalten sein. Achten Sie beim Kauf auf sogenannte Leichtlehmmischungen.

Kosten für den Lehmputz

Die Kosten für das Aufbringen von Lehmputz hängen von der Größe und Beschaffenheit der Oberfläche sowie der Art und Dicke der Lehmschicht ab. So kann es im Zuge der Putzarbeiten notwendig werden,

  • Unebenheiten zu verspachteln,
  • mit Lehm-Grundputz oder Lehmschlämme vorzustreichen,
  • eine Haftbrücke (Kleber) aufzutragen,
  • ein Putzträger- oder Armierungsgewebe (aus Rohr oder Metall) aufzubringen,
  • den Untergrund mehrmalig anzunässen,
  • vorhandene Heizungsrohre oder Schläuche schichtweise einzuputzen.

All diese Zusatzarbeiten stellen Kostenpunkte dar. Daher muss ein Fachmann die Gesamtkosten für das Verputzen einer Wand oder Decke individuell einschätzen. Für unverbindliche Kostenvoranschläge sollten Sie einen professionellen Malerbetrieb kontaktieren.

Fazit

Lehmputz besitzt als natürliches Material unzählige Eigenschaften, die dem Raumklima und den dort wohnenden Menschen zugute kommen: Lehmputz verringert beispielsweise die Schadstoffbelastung. Durch diese Vorteile hat sich Lehmputz seit Jahrhunderten bewährt und wird auch heute noch verwendet. Laien sollte dennoch einen Fachmann für die Verarbeitung und Verwendung beauftragen, um sicher zu stellen, dass das Material sicher angebracht wird.

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