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Malerarbeiten

Fenster streichen Kosten: Was kostet es Fenster streichen zu lassen?

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2025
Lesedauer: 15 Minuten
© Zbynek Pospisil / istockphoto.com

Frisch gestrichene Fensterrahmen verändern das Gesicht eines Hauses sofort. Sie verleihen ihm ein gepflegtes, einladendes Aussehen. Wie viel das kostet, hängt von mehreren Dingen ab wie der Größe und Anzahl der Fenster, dem Material, dem Zustand der Rahmen und der Art des Lacks. Auch die notwendige Arbeit, zum Beispiel für Schleifen, Grundieren oder mehrere Farbschichten, spielt eine Rolle. Doch der Aufwand lohnt sich, denn frisch gestrichene Fenster sehen nicht nur gut aus, sie sorgen auch dafür, dass Ihre Holzfenster vor Wind und Wetter geschützt sind und auf diese Weise lange halten.

Alles auf einen Blick:

  • Bei Malerarbeiten wie dem Streichen von Holzfenstern hängen Aufwand und Arbeitskosten stark vom Zustand der Oberfläche ab. Die Außenseiten müssen im Durchschnitt alle 5 Jahre gestrichen werden, die Innenseiten alle 10 Jahre. 
  • Vorarbeiten wie Reinigen der Fensterrahmen, Entfernen alter Lack- oder Lasurschichten und Schleifen sind erforderlich, um einen gleichmäßigen Anstrich zu gewährleisten. Danach wird eine Grundierung aufgetragen, bevor Lack oder Lasur in mindestens 2 Schichten aufgetragen werden.
  • Je nach Fenstergröße, Material und Pflegebedarf variiert der Aufwand deutlich.
  • Die Kosten für das Streichen von unkonventionellen Fensterrahmen sind höher, weil sieKomplexität statt Fläche bieten. Sie maximieren also den Aufwand für Abkleben, Präzisionsschleifen und manuellen Farbauftrag.
  • Die Fensterrahmen von Kunststofffenstern müssen Sie nicht streichen oder lackieren, außer Sie wollen die Farbe verändern. Aber auch dann ist Vorsicht geboten, denn Sie könnten mit solchen Maßnahmen die Garantie verlieren.

Die Preise von 2026 im Überblick: Was kostet das Streichen von Fenstern? 

VarianteRichtwert pro Fenster
Holzfenster Standard90 bis 190 Euro
Panoramafenster180 bis 350 Euro und mehr
Dachfenster aus Holz (schwer zugänglich)120 bis 250 Euro
kleines Kellerfenster mit Schimmelflecken105 bis 165 Euro
großes Sprossenfenster mit Sitzbank300 bis 445 Euro


Welche Faktoren wirken sich beim Streichen von Holzfenstern auf den Preis aus? 

Die Kosten für das Streichen von Fenstern lassen sich nicht pauschal festlegen, weil viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen spielt die Region eine wichtige Rolle. In Ballungsgebieten sind Handwerkerpreise oft höher als in ländlichen Gegenden. Auch die Art des beauftragten Betriebs wirkt sich auf den Preis aus, denn ein spezialisierter Malerbetrieb verlangt in der Regel mehr als ein allgemeiner Hausmeisterservice oder ein kleiner Handwerksbetrieb. Hinzu kommen die individuellen Besonderheiten der Fenster selbst wie

  • Größe,
  • Material,
  • Zustand und
  • die erforderlichen Vorbereitungsarbeiten wie Abschleifen oder Ausbessern.

Denn sie beeinflussen den Aufwand erheblich. Aus all diesen Gründen lassen sich nur Preisspannen für die Malerarbeiten an den Fensterrahmen angeben, innerhalb derer die tatsächlichen Kosten für das Streichen von Fenstern typischerweise liegen.

GUT ZU WISSEN:
Bei mehreren Fensterrahmen, die Sie zum Streichen beim Fachmann in Auftrag geben, sinkt der Einzelpreis pro Stück durch Verteilung der Anfahrtskosten und Skaleneffekte in Vorbereitung und Ausführung.

Welche Arbeitsschritte sind notwendig um einen Fensterrahmen zu streichen?

Beim Streichen eines Holzfensters ist eine saubere Vorbereitung entscheidend: Alte, lose Farbschichten werden angeschliffen oder entfernt, Schadstellen ausgebessert und anschließend grundiert, bevor ein passender Fensterlack aufgetragen wird. Für den Innenbereich reicht oft ein weniger belastbarer Aufbau, während der Außenanstrich deutlich höher beansprucht ist und deshalb besonders wetterbeständige Produkte und ausreichende Trocknungszeiten braucht, damit die Oberfläche gegen Witterung (Feuchtigkeit, Strahlung der Sonne, Temperaturwechsel) dauerhaft geschützt bleibt.

  1. Vorbereitung:
  • Dichtungen und Beschläge ausbauen oder abkleben, Silikonfugen prüfen und erneuern
  • alten Lack mit einer Spachtel abtragen und die Oberfläche mit Schleifpapier in Maserungsrichtung abschleifen
  • Löcher und Risse mit Holzspachtel ausbessern, trocknen lassen und glatt schleifen
  • Staub absaugen oder abwischen
  • Glas, Laibungen und Fensterbänke mit Malerkrepp abkleben

2. Streicharbeiten: 

  • rohes Holz und Spachtelstellen mit Grundierung/Vorlack behandeln, trocknen und leicht nachschleifen​
  • 1 bis 2 Schichten Wetterschutzlack oder Lasur auftragen, Trocknungszeiten einhalten und gegebenenfalls Zwischenschliff machen

3. Abschluss: 

  • Malerkrepp entfernen, Lackreste säubern, Dichtungen und Beschläge kontrollieren​
  • regelmäßig (alle 4 bis 6 Jahre) kontrollieren und nachstreichen

5 Gründe warum Sie Holzfenster regelmäßig streichen sollten

  1. Witterungsschutz: Der Anstrich dient als Barriere gegen das Eindringen von Regen und Feuchtigkeit. Dies ist essenziell, um die Zersetzung des Holzes durch Pilze und Fäulnis zu verhindern.
  2. UV- und Temperaturschutz: Die Beschichtung bewahrt das Holz vor aggressiver UV-Strahlung, die zu Vergrauung führt. Gleichzeitig mildert sie extreme Temperaturschwankungen ab, was vor Rissbildung und Verzug des Rahmens schützt.
  3. Erhalt von Dichtigkeit und Funktion: Durch den Schutz vor Feuchtigkeit und Verzug bleibt die Passgenauigkeit der Fenster erhalten. Ein intakter Anstrich gewährleistet, dass die Flügel richtig schließen und das Fenster dauerhaft luft- und wasserdicht bleibt.
  4. Werterhalt: Regelmäßiges Streichen ist die zentrale Pflegemaßnahme, die die gesamte Lebensdauer der teuren Holzbauteile um viele Jahre verlängert und somit den Wert der Immobilie erhält.
  5. Optik: Die Farbe oder Lasur schließt die Oberfläche optisch ab, kaschiert Gebrauchsspuren und verleiht dem Haus ein gepflegtes Erscheinungsbild. Sie schützt zudem vor oberflächlichen Schäden und dem Befall durch Schädlinge.
NICHT VERGESSEN:
Wenn Sie zum Beispiel im Rahmen einer Renovierung die Fenster streichen lassen, bietet sich der Austausch der Dichtungen gleich mit an, weil beides eng zusammenhängt. Alte oder spröde Dichtungen mit Rissen können Feuchtigkeit ins Holz lassen, was den frisch gestrichenen Anstrich schneller beschädigt. Neue Dichtungen sorgen dafür, dass die Fensterrahmen dauerhaft geschützt bleiben, verhindern Zugluft und erhöhen die Energieeffizienz. So lohnt sich der Aufwand doppelt, denn die Fenster sehen nicht nur länger gut aus, sie erfüllen auch vollständig ihre Funktion. Lassen Sie in diesem Zusammenhang am besten auch den Fachmann einen Blick auf Ihre Türen werfen, gerade bei der Haustür kann eine neue Dichtung die Zugluft besser draußen halten.


Was kostet das Streichen von Fenstern? 

Pauschal lässt sich nicht festlegen, was das Streichen von Fenstern kostet, da der Preis von einer Vielzahl individueller Faktoren abhängt. Entscheidend sind hierbei vor allem der Zustand des Untergrunds – also ob nur ein neuer Anstrich nötig ist oder alte Lackschichten mühsam abgeschliffen werden müssen – sowie das verwendete Material und die Fensterkonstruktion. Ein kleinteiliges Sprossenfenster verursacht beispielsweise einen deutlich höheren Arbeitsaufwand als eine durchgehende Glasfläche. Auch die Erreichbarkeit, etwa bei Fenstern in den oberen Stockwerken, kann die Kosten beeinflussen.

Kostenbeispiel 1: Streichen eines gängigen Fassadenfensters

Gestrichen werden soll ein klassisches einflügeliges Fassadenfenster in der Größe 1,20 Meter x 1,40 Meter, gut zugänglich und mit normalen Gebrauchsspuren, gewünscht ist ein deckender Lackanstrich in Blau mit dreischichtigem Aufbau. 

LeistungBeschreibungRichtwert pro Fenster
Vorbereitungsarbeiten
  • Abkleben
  • Reinigung
  • Anschleifen
  • kleine Ausbesserungen
50 bis 75 Euro
Material
  • Grundierung (Sperrgrund)
  • 2x blauer Decklack
  • Verbrauchsmaterial wie Pinsel, Schleifpapier oder Abdeckband
25 bis 40 Euro
Ausführung
  • Auftrag des 3-schichtigen Lackaufbaus (Grund + 2x Decklack)
45 bis 65 Euro
Abschluss
  • Abdeckung entfernen
  • Endreinigung
5 bis 10 Euro
Anfahrtskosten
  • Pauschale für An- und Abfahrt
50 bis 80 Euro
Gesamtkosten175 bis 270 Euro

Kostenbeispiel 2: Streichen eines Sprossenfensters mit Sitzbank 

Gestrichen werden soll ein Sprossenfenster in der Größe 2 Meter x 1,60 Meter, leicht zugänglich mit normalen Gebrauchsspuren. Zum Fenster dazu gehört eine Fensterband mit einer Tiefe von 50 Zentimetern, die ebenfalls gestrichen werden muss. Da es sich um Denkmalschutz handelt, ist eine Spezialfarbe mit einem ungewöhnlichen Farbton gewünscht, deckend in dreischichtigem Aufbau. 

LeistungBeschreibungRichtwert pro Fenster & Bank
Vorbereitungsarbeiten
  • Abkleben
  • Reinigung
  • Anschleifen der einzelnen Sprossen sowie der Sitzbank
  • Ausbesserungen von Gebrauchsspuren
120 bis 180 Euro
Material
  • Spezial-Grund/Sperrgrund
  • 2x Decklack
  • Verbrauchsmaterial wie Pinsel, Schleifpapier oder Abdeckband
60 bis 100 Euro
Ausführung
  • 3-schichtiger Aufbau (Grund + 2x Lack)
  • Sprossen präzise streichen
  • Streichen der Bank
110 bis 160 Euro
Abschluss
  • Abdeckung entfernen
  • Entsorgung
  • Endreinigung
10 bis 15 Euro
Anfahrtskosten
  • Pauschale für An- und Abfahrt
30 bis 80 Euro
Gesamtkosten330 bis 535 Euro

Kostenbeispiel 3: Streichen eines schwer zugänglichen Kellerfensters

Gestrichen werden soll ein schwer zugängliches, sehr in die Jahre gekommenes Kellerfenster von der Größe 40 x 20 Zentimeter. Gewünscht ist ein Säubern und Ausbessern des Rahmens, eine Schimmelbehandlung sowie ein erneutes Streichen mit gängiger weißer Fensterfarbe. 

LeistungBeschreibungRichtwert pro Fenster
Vorbereitungsarbeiten
  • Säubern
  • Ausbessern des Rahmens
  • Schimmelbehandlung
50 bis 75 Euro
Material
  • Schimmelsperrgrund
  • gängige weiße Fensterfarbe (2 Schichten)
  • Verbrauchsmaterial wie Pinsel, Schleifpapier oder Abdeckband
15 bis 25 Euro
Ausführung
  • Lackieren
30 bis 50 Euro
Abschluss
  • Abdeckung entfernen
  • Entsorgung des verschimmelten Materials
  • Endreinigung
10 bis 15 Euro
Anfahrtskosten
  • Pauschale für An- und Abfahrt
30 bis 80 Euro
Gesamtkosten135 bis 245 Euro


Warum sind unkonventionelle Fenster im Anstrich teurer?

Die Kostenkalkulation für Malerarbeiten an Holzfenstern basiert nicht primär auf der Flächengröße in Quadratmeter, sondern auf dem Zeitaufwand pro Einheit und der Komplexität des Profils. Dies erklärt, warum das Streichen eines sehr kleinen, runden oder stark unterteilten Fensters wie einem Sprossenfenster im Verhältnis zur Fläche deutlich teurer ist als das eines großen, glatten Standardfensters. Der Hauptgrund liegt im Verhältnis von Kantenlänge zur Fläche. Handwerkskosten werden maßgeblich durch den laufenden Meter Kanten und Profile bestimmt, da diese die meiste Präzisionsarbeit erfordern. Ein kleines, unterteiltes oder rundes Fenster weist im Verhältnis zu seiner geringen Fläche schwierig zu bearbeitende Flächen auf. Beim Streichen von Rundungen oder Sprossen ist der Einsatz von Rollen oder breiten Pinseln unmöglich. Jedes Segment muss manuell mit feinen Pinseln bearbeitet werden. Bei Sprossen muss jede Unterteilung separat angeschliffen und gestrichen werden. Eine solche Detailarbeit erfordert ein Höchstmaß an Geschick und verlangsamt den Arbeitsprozess massiv. Große, glatte Flächen ermöglichen dem Maler hingegen einen schnellen und effizienten Farbauftrag.

Ein rundes Holzfenster mit mehreren Glasfeldern ist in eine dunkle Holzwand eingelassen. Durch die Glasscheiben sind grüne Pflanzen im Hintergrund erkennbar. Der Holzrahmen weist eine natürliche Maserung und eine rustikale Oberfläche auf.
Bei einem außergewöhnlichen Fenster müssen Sie beim Neuanstrich mehr rechnen als bei einem gängigen Standardfenster © ASphotowed / istockphoto.com

Mieter oder Vermieter: Wer zahlt die Kosten für das Streichen von Fenstern?

In der Regel ist der Vermieter zuständig, wenn es sich um eine Fensterrenovierung wegen altersbedingter Abnutzung oder Materialversagens handelt (z. B. Lack ist abblätternd, Holz/Untergrund muss vorbereitet werden). Dann fallen auch die notwendigen Malerarbeiten einschließlich Spachteln typischerweise in die Instandhaltungspflicht des Vermieters und damit auch die Arbeitskosten. Der Mieter müsste die Kosten eher dann tragen, wenn der Schaden durch sein Verhalten verursacht wurde (z. B. unsachgemäße Reinigung, Beschädigungen) oder wenn wirksam vereinbarte, zulässige Schönheitsreparaturen greifen. Das betrifft klassisch aber eher die Kosten für das Streichen der Wände [LINK] als die bauliche Substanz von Fenstern; Fensteranstriche sind häufig gerade kein Standardfall der mieterseitigen Schönheitsreparaturen, insbesondere wenn eine substanzielle Untergrundinstandsetzung erforderlich ist.

SCHON GEWUSST?
Handwerkerkosten können Sie nach § 35a EStG als Steuerermäßigung geltend machen. 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 EUR pro Jahr und Haushalt. Voraussetzung sind eine Rechnung (Arbeitslohn getrennt von Material) und unbare Zahlung (Überweisung/Lastschrift).

Sollte ich meine Holzfenster nach dem Mond streichen? 

Es gibt die Idee, dass sich altes Erfahrungswissen mit moderner Baupraxis verbinden lässt. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorstellung, dass Holz besonders widerstandsfähig wird, wenn man im Einklang mit den natürlichen Rhythmen arbeitet. Entscheidend ist dabei schon der Zeitpunkt der Holzgewinnung. Das sogenannte Mondholz wird im Winter bei abnehmendem Mond geschlagen, wenn der Baum in der Saftruhe ist. In dieser Phase soll das Holz besonders formstabil, langlebig und widerstandsfähig gegen Fäulnis sein. Auch bei der Pflege von Holzfenstern soll der Mond in der Folge eine Rolle spielen. Vor allem der abnehmende Mond gilt dabei als idealer Zeitpunkt zum Streichen, da das Holz dann besonders aufnahmefähig sein soll. Farben und Grundierungen sollen dann tiefer in die Fasern eindringen und sich besser mit dem Material verbinden können. Was wiederum die Gefahr verringern würde, dass der Lack später reißt oder abblättert. [1] Eine spannende Brücke zwischen traditionellem Bauernwissen und moderner Wissenschaft schlägt der Schweizer Holzforscher Prof. Ernst Zürcher von der ETH Zürich. Während die klassische Forstwirtschaft oft keine klaren Unterschiede erkennt, zeigen Zürchers Untersuchungen, dass sich Wasserbindung und Zellstruktur von Bäumen tatsächlich leicht mit den Mondphasen verändern. Seine Studien legen nahe, dass Mondholz nach dem Trocknen messbare Unterschiede aufweist, beispielsweise eine gleichmäßigere Dichte und eine höhere Druckfestigkeit im Vergleich zu konventionell geschlagenem Holz. Diese Ergebnisse unterstützen die Vorstellung, dass Bäume gewissermaßen „pulsieren“ und dass der Zeitpunkt der Verarbeitung ihre physikalischen Eigenschaften beeinflusst. [2]

Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen, ob er diesen Regeln folgen möchte oder sie als Esoterik abtut. Dennoch ist es gut denkbar, dass das über Generationen weitergegebene Wissen feine Zusammenhänge in der Natur erfasst, die sich mit isolierten, modernen Messmethoden nur schwer abbilden lassen. Oft fließen dabei Beobachtungen zu Luftfeuchtigkeit, mikrobiellen Bedingungen und Materialverhalten zusammen. Ein komplexes Zusammenspiel, das sich der Wissenschaft häufig erst durch Langzeitstudien oder chronobiologische Forschung erschließt.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Holz reagiert stärker auf Luftfeuchtigkeit, Temperaturverlauf und Trocknungsdynamik als viele denken. Ein sonniger, aber zu heißer Tag kann schlechter sein als ein kühler, gleichmäßiger. Ideal sind stabile Bedingungen ohne starke Tag-Nacht-Sprünge, denn so härtet der Anstrich spannungsfrei aus und reißt später weniger.
  2. Die meisten Schäden beginnen nicht auf der Fläche, sondern an scharfen Kanten oder Falzen. Diese Zonen saugen Farbe anders, trocknen schneller und werden oft „nebenbei“ gestrichen. Wer sie bewusst abrundet, sättigt und separat behandelt, verlängert die Lebensdauer des Anstrichs massiv.
  3. Gleich alte Fenster können sich in der Kostenstruktur völlig unterschiedlich verhalten. Entscheidend ist, wie stark das Holz ausgetrocknet, ausgelaugt oder UV-geschädigt ist. Ein ausgeblichenes Fenster braucht oft mehr Vorarbeit als eines mit kleineren Abplatzungen, ganz unabhängig vom Baujahr.
  4. Der beste Anstrich ist kein „Deckmantel“, sondern ein funktionierendes Schichtsystem aus Holz, Grundierung, Zwischenanstrich und Deckschicht. Jede Lage hat eine andere Aufgabe (Haftung, Ausgleich, Schutz). Wer das versteht, wählt Produkte bewusster und vermeidet spätere Blasen oder Abplatzungen.
  5. Ein guter Anstrich ist einer, der sich leicht ausbessern lässt, bevor er versagt. Sehr harte, dicke Lackschichten sehen anfangs perfekt aus, versagen aber abrupt. Elastischere Systeme altern gleichmäßiger und lassen sich punktuell reparieren, statt komplett erneuert zu werden.

Fazit

Das regelmäßige Streichen von Holzfenstern ist eine wichtige Pflegemaßnahme, um das Material dauerhaft vor Feuchtigkeit und beginnender Verrottung zu schützen. Während die Außenseiten in der Regel etwa alle 5 Jahre einen neuen Anstrich benötigen, reicht bei den Innenseiten meist ein Intervall von rund 10 Jahren aus. Die entstehenden Kosten hängen dabei vom Zustand der Fenster, ihrer Größe und dem erforderlichen Arbeitsaufwand ab. Fenster, die noch gut erhalten sind, lassen sich deutlich günstiger aufarbeiten als solche mit abblätterndem Lack oder bereits vorhandenen Schäden. Wer handwerklich versiert ist, kann insbesondere Standardholzfenster durchaus selbst streichen. Ein Fachbetrieb sorgt jedoch für ein gleichmäßig professionelles Ergebnis und nimmt einem den gesamten Arbeitsaufwand ab. Unabhängig davon gilt: Wird die Renovierung zu lange hinausgezögert, können schnell kostspielige Folgeschäden entstehen. Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer von Holzfenstern erheblich und zahlt sich langfristig aus. Sie ist daher nicht nur eine Frage der Optik, sondern vor allem eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.



Fenster streichen Kosten: Häufig gestellte Fragen

Muss ich Kunststofffenster auch streichen?

Kunststofffenster sind so hergestellt, dass sie witterungsbeständig, pflegeleicht und farbstabil sind. Die Oberfläche ist durchgefärbt oder foliert und benötigt in der Regel keinen schützenden Anstrich wie Holz. Der einzige Grund, warum man Kunstfenster streichen muss, ist, wenn man die Farbe ändern möchte. Dann allerdings sollte man darauf achten, spezielle Haftvermittler zu verwenden und extra Kunststofflacke. Und trotzdem ist die Haltbarkeit oft begrenzt. Ein weiterer ungewollter Nebeneffekt: Die Garantie auf das Fenster kann erlöschen. In der Praxis sind Folierungen oder der Austausch meist die bessere Lösung. 

Wie kann ich beim Fensterstreichen Geld sparen?

Sie können Ihre Holzfenster grundsätzlich selbst streichen, sofern der Rahmen nicht morsch ist. Sie brauchen dafür allerdings etwas Erfahrung mit Schleifen und sauberem Streichen. Entscheidend ist eine sorgfältige Vorbereitung, bei der man die Fensterrahmen reinigt, losen Altanstrich anschleift, Risse spachtelt und rohe Stellen grundiert. Wichtig ist auch, Dichtungen, Beschläge und Glas gut abzukleben und die Fenster regelmäßig zu kontrollieren, damit der Schutzanstrich rechtzeitig erneuert wird.

Holz soll atmen. Wie viel Schutz verträgt es, ohne seine natürlichen Eigenschaften zu verlieren?

Holz sollte genug Schutz bekommen, um Fäulnis, UV-Schäden und mechanische Belastungen zu verhindern, aber nicht so sehr, dass es nicht mehr arbeiten kann. Moderne Produkte wie diffusionsoffene Lasuren, kombiniert mit geschicktem Anstrichsystem, ermöglichen genau diesen Kompromiss.

Quellen

[1] Paungger, Johanna, und Thomas Poppe. Bauen mit dem Mond. Überarbeitete Neuausgabe, Goldmann, 2018.

[2] Zürcher, E. (2000). Mondbezogene Traditionen in der Forstwirtschaft und Phänomene in der Baumbiologie1. Considera.org. https://considera.org/downloads/Published%20Papers/Zurcher6112000.pdf; Zugegriffen am 17.12.2025.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone studierte Germanistik, Psychologie und Soziologie und absolvierte danach ein Volontariat bei einem lokalen Fernsehsender. Nach Zwischenstationen beim Radio und in einer PR-Agentur arbeitete sie viele Jahre als freiberufliche Redakteurin für Online-Portale und Agenturen.