Eine frisch gestrichene Wand verändert einen Raum oft mehr als neue Möbel. Doch bevor Pinsel und Rolle zum Einsatz kommen, stellt sich die grundsätzliche Frage, ob man lieber selbst streicht oder doch besser einen Fachbetrieb beauftragt? Der Zustand der Wände, die Raumgröße und vor allem auch -höhe, die Wahl der Farbe und nicht zuletzt der Wert der eigenen Zeit spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wer die verschiedenen Kostenfaktoren kennt und realistisch einschätzt, kann eine fundierte Wahl treffen und am Ende vielleicht sogar Geld sparen, ohne auf Qualität verzichten zu müssen. Ein Überblick über die anfallenden Malerkosten hilft dabei, das Budget richtig zu planen und böse Überraschungen zu vermeiden.
- Die Kosten für das Streichen einer Wand pro Quadratmeter im Überblick
- Welche Faktoren beeinflussen die Malerkosten?
- Wie viel kostet das Streichen durch einen Profi?
- Wodurch können Zusatzkosten entstehen?
- Was sind die größten Kostentreiber beim Streichen von Wänden?
- Wann lohnt es sich, eine Wand von einem Fachbetrieb streichen zu lassen?
- Wie kalkuliert man die Wandfläche?
- Preisbeispiele für die Kosten, die beim Streichen von Wänden auf Sie zukommen
- Wann lohnt sich DIY?
- Worauf sollte ich beim Angebot des Handwerkers achten?
- Mit diesen 7 Spartipps können Sie die Kosten reduzieren
- Wer trägt die Kosten, wenn der Farbton nicht gefällt?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Wände streichen Kosten: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Während beim Selbermachen hauptsächlich die durchschnittlichen Materialkosten von 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter anfallen, berechnen Malerbetriebe zwischen 10 und 50 Euro pro Quadratmeter inklusive Material und Arbeitszeit.
- Neben dem reinen Preis spielen auch der Zustand der Wände, die benötigte Vorarbeit und die Wahl zwischen Standard-Dispersionsfarbe und atmungsaktiven Alternativen wie Silikat- oder Kalkfarben eine wichtige Rolle.
- Was ein Heimwerker am Wochenende schafft, erledigt ein Profi in wenigen Stunden. Das ist vor allem dann relevant, wenn es viele Spachtelarbeiten gibt oder bestimmte Effekte erwünscht sind.
- Wenn Sie verschiedene Arbeiten bündeln und zum Beispiel mehrere Räume streichen lassen oder das Streichen von Türen und Heizkörpern miteinbeziehen, dann sparen Sie aufs Ganze gesehen bei einzelnen Posten wie Vorarbeiten und Anfahrt.
- Nicht zuletzt entscheidet auch die Region über den Preis. In Großstädten und Ballungsräumen verlangen Handwerksbetriebe oft deutlich mehr als in ländlichen Gebieten. Da kann es sich lohnen, etwas mehr für die Anfahrt zu zahlen, dafür aber einen geringeren Quadratmeterpreis zu erhalten.
Die Kosten für das Streichen einer Wand pro Quadratmeter im Überblick
| Kategorie | Brutto-Preisspanne pro Quadratmeter (inkl. Material & Arbeit) | wichtige Details |
|---|---|---|
| einfacher Anstrich | 10 bis 20 Euro |
|
| Anstrich mit etwas mehr Aufwand | 20 bis 35 Euro |
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| hochwertiger Anstrich | 30 bis 50 Euro |
|
Welche Faktoren beeinflussen die Malerkosten?
- Zustand der Wand
- gewünschte Farbe und Technik
- Region
- Raumgeometrie
- Zimmerhöhe (Notwendigkeit eines Rollgerüsts)
- Abdeckarbeiten und Schutzarbeiten
Wie viel kostet das Streichen durch einen Profi?
Für das reine Streichen von Innenwänden durch einen Maler müssen Sie im Normalfall 10 bis 35 Euro pro Quadratmeter rechnen, bei hochwertigeren Ausführungen oder Sonderwünschen können es auch 50 Euro pro Quadratmeter werden. Kommen Vorarbeiten dazu, steigt der Preis schnell, allein die Spachtelarbeiten können zwischen 10 und 40 Euro mehr pro Quadratmeter ausmachen. Übrigens: Viele Betriebe rechnen bei Kleinaufträgen mit einer Mindestpauschale, die typischerweise etwa 150 bis 250 Euro beträgt.
Wodurch können Zusatzkosten entstehen?
Zusatzkosten entstehen beim Malern oft durch Details, die man bei der ersten Besichtigung übersieht oder die sich erst während der Arbeit zeigen. Professionelle Betriebe berechnen diese Leistungen häufig als separate Posten oder nach tatsächlichem Zeitaufwand (Regiestunden). In den grundsätzlichen Quadratmeterpreisen sind die immer notwendigen Vorarbeiten wie Abkleben in der Regel enthalten. Sichern Sie sich hier aber unbedingt ab, sonst können die Zusatzkosten zum Problem werden.

Wand streichen: Was kosten die Vorarbeiten?
| Leistung | Wann erforderlich? | Kosten pro m² |
|---|---|---|
| Tapetenabtrag | wenn alte Tapeten vorhanden sind | 8 bis 15 Euro |
| Abdeckarbeiten und Abkleben | immer (Folie, Krepp) | 3 bis 10 Euro |
| Grundierung (weiß) | bei saugendem Untergrund | 2 bis 4 Euro |
| Isoliergrund (dunkel) | bei Flecken bzw. Durchschlag (insbesondere bei dunkler Farbe) | 4 bis 8 Euro |
| einfache/Standardspachtelung (Q1 und Q2) | für kleine Risse und Löcher | 10 bis 25 Euro |
| glatte Spachtelung (Q3) | bei Unebenheiten/altem Putz | 15 bis 35 Euro |
| hochwertige Spachtelung (Q4) | Vorbereitung für anspruchsvolle Anstriche | 25 bis 40 Euro |
| Spachtelung mit stark erhöhtem Aufwand | bei sehr schlechter Wandbeschaffenheit | bis zu 50 Euro |
| Schleifen | nach dem Spachteln | 3 bis 6 Euro |
| Rollgerüst oder Arbeitsbühne | bei sehr hohen Wänden | 40 bis 70 Euro/Tag |
In manchen Fällen ist es sinnvoll, die Wände vor dem Streichen zu tapezieren. Hier müssen Sie 5 bis 15 Euro pro Quaratmeter einrechnen, wenn es sich um eine einfache Raufasertapete handelt. Die Tapezierarbeiten kann, genau wie notwendige Ausbesserungen, auch jeder gängige Malerbetrieb übernehmen.
Was sind die größten Kostentreiber beim Streichen von Wänden?
Kostentreiber sind vor allem Geometrien, die Kantenmeter und Detailarbeit erhöhen, weil das Abkleben, ein sauberes Schneiden, das Umsetzen der Leiter und präzises Arbeiten zeitlich stärker ins Gewicht fallen als reine Flächenmeter. Typisch sind:
- Vorarbeiten: Müssen erst Tapeten entfernt werden oder sind aufwendige Spachtel- und Schleifarbeiten notwendig, wird es deutlich teurer.
- viele Ecken und kurze Wandabschnitte: Ein Raum mit vielen Versprüngen/Nischen hat zwar wenig Quadratmeter, aber deutlich mehr Kanten.
- Fenster- und Türlaibungen: Laibungen sind kleinteilig, oft mit Schattenfugen und erfordern saubere Kanten, pro Fenster kommen hier schnell mehrere zusätzliche Detailmeter zusammen.
- Heizkörper, Heizkörpernischen und Rohrleitungen: Hinter einem Heizkörper zu arbeiten ist aufwendig, häufig muss mit schmalen Werkzeugen gearbeitet und mehrfach nachgerollt werden.
- Stuck, Zierleisten, Deckenrosetten, Gesimse: Profile erzeugen Abkleb- und Detailarbeit; zusätzlich sind oft 2 Systeme beim Anstreichen notwendig und die Kanten müssen extrem sauber sein.
- Dachschrägen, Gauben, Kniestockbereiche: Viele Übergänge und wechselnde Winkel erhöhen das Abkleben und die Leiterwechsel; zudem sind Teilflächen schwer zugänglich.
- offene Treppenhäuser/Galerien: Durch die Höhe braucht es eine Absturzsicherung; Leiterarbeit erhöhen die Rüstzeit deutlich, auch wenn die Quadratmeter moderat sind.
- viele Einbauten und feste Möbel: Hier ist mehr Abdecken notwendig, die Arbeit wird zusätzlich erschwert, vor allem, wenn sich die Möbel wie bei einer Einbauküche nicht entfernen lassen.
- Sockelleisten, Paneele: Je mehr Anschlüsse, desto mehr präzise Linienarbeit ist beim Lackieren notwendig.
- Farbwechsel und Spezialwünsche: Werden verschiedene Farben verwendet, möglicherweise auch mit aufwendigen Mustern oder speziellen Effekten, dann wird es teurer.
- sehr dunkle Untergründe: Ist der vorhandene Untergrund sehr dunkel, ist deutlich mehr Arbeit notwendig, um ein helles Ergebnis zu erzielen.
- Stockwerkszuschlag/Parkgebühren in der Innenstadt: Nicht bei jedem Angebot sind diese Kosten bereits mit der Anfahrtspauschale abgedeckt.
Vereinbaren Sie am besten einen Festpreis für das gesamte Projekt. So decken Sie das Risiko ab, dass der Maler länger braucht als gedacht. Achten Sie darauf, dass im Angebot steht: „Inklusive aller Vorarbeiten und Abdeckmaterialien“.

Wann lohnt es sich, eine Wand von einem Fachbetrieb streichen zu lassen?
- große Flächen oder ganze Wohnung
- besondere Streichtechniken oder mehrfarbige Gestaltung
- hohe oder schwer erreichbare Wände beispielsweise im Treppenhaus oder einer Galeriewohnung
- anspruchsvolle Untergründe
- Zeitmangel
- körperliche Einschränkungen
- Mietwohnung bei Auszug (Sicherung der Kaution)
- Werterhalt bei Immobilien, vor allem, wenn ein Verkauf bevorsteht
Welche Vorteile hat die Arbeit eines Profis?
- Ein Malerbetrieb arbeitet in der Regel deutlich schneller als ein Laie.
- Profis erkennen Probleme im Untergrund sofort und wissen, wie sie zu beheben sind.
- Sie arbeiten mit gleichmäßigem Farbauftrag, sauberen Kanten und ohne Nasen oder Ansätze.
- Maler haben das komplette Werkzeug und Equipment, von Gerüsten für hohe Wände über professionelle Spritzgeräte bis zu Spezialwerkzeugen für schwierige Untergründe. Diese Anschaffungen lohnen sich für Privatpersonen meist nicht.
- Feuchtigkeitsschäden, Risse, alte Tapeten, Schimmelbefall oder unebene Wände sind Probleme, die Profis kennen und leicht bewältigen können.
- Bei Mängeln gibt es einen Anspruch auf Nachbesserung. Wenn man selbst streicht und Fehler macht, muss man alles nochmal machen oder doch einen Profi rufen.
- Fachbetriebe helfen bei der Farbauswahl, beraten zu atmungsaktiven Systemen und können auch gestalterisch Vorschläge machen, die Sie vielleicht selbst gar nicht bedacht hätten.
- Streichen ist anstrengender als man denkt. Über Kopf arbeiten, ständiges Bücken und Strecken. Wer Rückenprobleme hat oder nicht mehr so beweglich ist, spart sich damit in der Folge echte Beschwerden.
Wie kalkuliert man die Wandfläche?
Ermitteln Sie zunächst die Größe der Flächen, die gestrichen werden soll und multiplizieren Sie diese anschließend mit einem passenden Quadratmeterpreis für die gewünschte Leistung. Die gesamte Wandfläche berechnen Sie, indem Sie Wandlänge und Wandhöhe miteinander multiplizieren. Bei einer Höhe von 2,5 Metern und einer Länge von 5,50 Metern ergibt sich so eine Fläche von 13,75 Quadratmetern. Wenn Sie beispielhaft mit 25 Euro pro Quadratmeter rechnen, lägen die Kosten bei rund 344 Euro. Vorhandene Türen und Fenster sollten Sie zwar berücksichtigen, weil sie die reine Streichfläche reduzieren, allerdings kann sich der Arbeitsaufwand durch Abkleben und saubere Kantenabschlüsse auch erhöhen. Wenn nicht die komplette Wand, sondern nur ein Teilbereich gestrichen werden soll, berechnen Sie entsprechend nur diese Teilfläche. Auch hier gilt die Formel Länge mal Höhe. Bei besonderen Motiven oder Dekoelementen wie Kreisen kann es hilfreich sein, gedanklich ein Rechteck um das Motiv zu legen und dessen Fläche als Näherung zu verwenden. Beachten Sie jedoch, dass solche Designs oft zusätzlichen Aufwand verursachen und die tatsächlichen Kosten daher von der reinen Flächenrechnung abweichen können.
Preisbeispiele für die Kosten, die beim Streichen von Wänden auf Sie zukommen
Die folgenden Preise dienen Ihnen lediglich zur Orientierung. Natürlich hängt der individuelle Preis für Ihr Projekt von vielen Faktoren ab und es ist immer ratsam, sich mehrere Angebote erstellen zu lassen und diese gut zu vergleichen.
Preisbeispiel 1: Neubauzimmer
In diesem Preisbeispiel sollen die 4 Wände eines Zimmers in einem Neubau weiß gestrichen werden. Dafür ist eine Grundierung notwendig. Die Grundfläche des quadratischen Zimmers mit einem Standardfenster ist 20 Quadratmeter, Abklebearbeiten sind nicht notwendig, die weder Bodenbelag noch Fußbodenleisten vorhanden sind. Auch die Heizkörper sind noch nicht installiert.
Wie groß ist die zu streichende Fläche?
- Bei 20 m² und quadratischer Form hat jede Seite eine Länge von √20 = 4,47 m
- Der Umfang ist damit 4 × 4,47 m = 17,88 m
- Multipliziert mit der Raumhöhe (üblich 2,5 m in Neubauten) ergibt das die volle Wandfläche: 17,88 m × 2,5 m = 44,7 m²
- Abzug für das Fenster (typisch 2,5 m² bei 120 cm breit × 150 cm hoch, minus Laibung): 44,7 m² – 2,5 m² = 42 m²
| Position | Einzelposten | Preis |
|---|---|---|
| Grundierung | 2 Euro pro Quadratmeter | 84 Euro |
| Material | 2,50 Euro pro Quadratmeter | 105 Euro |
| Anstrich | 10 Euro pro Quadratmeter | 420 Euro |
| Gesamtkosten | 609 Euro |
Preisbeispiel 2: Altbauwand mit Stuck und Musteranstrich
In diesem Preisbeispiel soll eine Altbauwand ohne Fenster gestrichen werden und zwar mit einem Muster in 2 Farben, von denen eine sehr dunkel ist. Die Wand hat 8,4 Quadratmeter, sie ist 3 Meter hoch und 2,8 Meter lang und wird durch eine aufwändige Stuckleiste von der Decke getrennt, die weiß gestrichen werden soll. Zum Holzfußboden hin sind Abklebearbeiten notwendig.
Altbauwände brauchen oft mehr Vorbereitung wie Spachteln oder Grundieren, außerdem erfordern dunkle Farben mehr Anstriche, damit die voll Deckkraft gegeben ist. Ein Muster bedeutet zudem präzises Abkleben, das zeitintensiv ist, gleiches gilt für das Streichen der Stuckleiste.
| Position | Ansatz | Einzelposten | Preis |
|---|---|---|---|
| Vorbereitung (Spachteln, Grundierung) | 8,4 Quadratmeter | 12 Euro pro Quadratmeter | 100,80 Euro |
| Abklebearbeiten Fußboden | pauschal | 25 Euro | |
| Stuckleiste streichen (aufwändig) | 2,8 Meter | 50 Euro pro laufendem Meter | 140 Euro |
| Wand Muster 2 Farben (3 bis 4 Anstriche) | 8,4 Quadratmeter | 45 Euro pro Quadratmeter | 378 Euro |
| Material | pauschal | 60 Euro | |
| Gesamtkosten | 703,80 Euro |
Preisbeispiel 3: Renovierung
Gestrichen werden soll ein Wohn- und Esszimmer in einem Bestandsgebäude vor dem Auszug. Es hat 1 großes sowie 2 kleine Fenster und eine Gesamtfläche von 35 Quadratmetern, Der Raum hat eine Länge von 7 Metern und eine Breite von 5 Metern. Die Raumhöhe beträgt 2,5 Meter. Gewünscht ist die Farbe weiß, die Möbel müssen abgedeckt werden und es gibt zahlreiche Spachtelarbeiten zu erledigen.
Wie groß ist die zu streichende Fläche?
- Grundfläche: 7 m Länge × 5 m Breite = 35 m²
- Umfang: 2 × (7 m + 5 m) = 24 m
- Bruttowandfläche: 24 m × 2,5 m Höhe = 60 m²
- Fensterabzug: 2 kleine (je 1 m²) + 1 großes (3 m²) = 55 m²
| Position | Einzelposten | Preis |
|---|---|---|
| Vorbereitung Bestand (Spachteln, Schleifen, Grundierung) | 15 Euro pro Quadratmeter | 825 Euro |
| Möbelabdecken, Boden und Abkleben (großer Raum inklusive Material) | werden in Eigenleistung erbracht | |
| Weißanstrich Wände (2 Anstriche) | 20 Euro pro Quadratmeter | 1.100 Euro |
| Farbe | 4 Euro pro Quadratmeter | 220 Euro |
| Gesamtkosten | 2.145 Euro |
Zusätzlich müssen Sie immer noch rechnen, dass die Betriebe Anfahrtskosten ansetzen. Diese liegen in der Regel zwischen 40 und 80 Euro.
Wann lohnt sich DIY?
Das Streichen von Wänden lässt sich mit etwas Vorbereitung und Geduld gut selbst durchführen, vor allem bei Zimmern, die keine besonderen Anforderungen stellen. Während ein Fachbetrieb zwischen 10 und 50 Euro pro Quadratmeter für die Malerarbeiten verlangt, müssen Sie beim Selbermachen hauptsächlich Materialkosten von etwa 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter rechnen. Allerdings sollte man den Zeitaufwand realistisch einkalkulieren, denn gerade Vorbereitungsarbeiten können einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Möbel müssen abgedeckt oder aus dem Raum geräumt werden, der Boden wird mit Malervlies geschützt. Steckdosen, Lichtschalter und Türrahmen müssen sorgfältig mit einem hochwertigen Malerkrepp abgeklebt werden und die Wände müssen vor dem Streichen sauber, trocken und fettfrei sein. Kleine Löcher von Dübeln oder Nägeln sollten Sie spachteln und dann glatt schleifen.
Welches Material benötige ich?
Bei der Farbauswahl haben sich verschiedene Systeme bewährt. Klassische Dispersionsfarben sind wasserverdünnbar und geruchsarm, bilden allerdings einen relativ dichten Film. Wer Wert auf atmungsaktive Wände und ein gesundes Raumklima legt, sollte Alternativen in Betracht ziehen. Silikatfarben verbinden sich chemisch mit dem Untergrund, sind sehr haltbar und wirken schimmelhemmend. Kalkfarben regulieren die Feuchtigkeit besonders gut und haben desinfizierende Eigenschaften. Lehmfarben schaffen ebenfalls ein angenehmes Raumklima, sind aber mechanisch etwas empfindlicher. Die benötigte Menge berechnet sich aus der Fläche multipliziert mit dem Verbrauch laut Herstellerangabe, plus etwa 10 Prozent Reserve. Sparen Sie besser nicht bei der Farbe, denn sonst sind schnell mehrere Anstriche notwendig. Auch beim Werkzeug lohnt sich gute Qualität. Eine Malerrolle mit 18 bis 25 Zentimeter Breite und mittellangem Flor, ein Teleskopstiel, ein Abstreifgitter für den Eimer sowie ein hochwertiger Flachpinsel für Ecken und Kanten gehören zur Grundausstattung. Bei besonders hohen Wänden kann ein Rollgerüst notwendig sein, das Sie im Durchschnitt für 40 bis 70 Euro pro Tag in Baumärkten mieten können.
Worauf sollte ich beim Angebot des Handwerkers achten?
- detaillierte Leistungsbeschreibung: Welche Arbeiten werden genau ausgeführt (Vorarbeiten wie Abdeckarbeiten, Spachteln, Schleifen, Grundieren; Anzahl der Anstriche)?
- Mengen und Flächenangaben: Sind Quadratmeter, laufende Meter oder Stückzahlen nachvollziehbar angegeben? Prüfen Sie, ob Fenster, Türen, Nischen, Deckenhöhen oder besondere Bereiche berücksichtigt sind.
- Material und Ausführung: Welche Produkte/Qualitäten werden verwendet (z. B. Farbklasse, Deckkraft, Nassabriebklasse)?
- Preisstruktur: Ist es ein Festpreis oder ein Stundenlohnangebot? Sind Stundenverrechnungssätze, Materialzuschläge, Anfahrt, Entsorgung, Baustelleneinrichtung, Abkleben/Schutzmaßnahmen separat ausgewiesen?
Zusätzlich sollten Sie folgende Punkte klären und diese bestenfalls auch im Vorgespräch in einem Protokoll oder im Nachgang per E-Mail noch einmal festhalten:
- Gilt der Preis für ein deckendes, gleichmäßiges Ergebnis, auch dann, wenn ein Anstrich nicht reicht?
- Ist Abdecken/Abkleben vollständig drin oder wird Eigenleistung erwartet? Wenn ja, welche genau?
- Unter welchen Bedingungen entstehen Mehrkosten und wie werden sie abgerechnet? Ideal ist es, wenn Nachträge nur nach schriftlicher Freigabe erfolgen.
- Welche Zahlungsbedingungen liegen vor? Seriös ist eine Zahlung nach nachvollziehbaren Meilensteinen bzw. nach Abnahme.
- Besteht eine Betriebshaftpflicht? Wer haftet bei Schäden an Boden, Möbeln oder Leitungen?
Mit diesen 7 Spartipps können Sie die Kosten reduzieren
- Nutzen Sie die Nebensaison von November bis Februar. Manche Fachbetriebe geben hier gute Rabatte und Sie können so die Kosten für die Malerarbeiten um einiges reduzieren.
- Manchmal lohnt es sich, einen Maler zu beauftragen, der einen größeren Anfahrtsweg hat. Dann zahlen Sie vielleicht mehr für die Anfahrt, aber eventuell deutlich weniger für die benötigten Leistungen.
- Manche Arbeiten kann man gut in Eigenleistung übernehmen und damit viel Geld sparen. Dazu gehört das Entfernen von Tapeten, das Spachteln von Löchern, das Verrücken von Möbeln sowie das Abdecken und Abkleben.
- Vereinbaren Sie feste Preise pro Quadratmeter statt Stundensätze. So können Sie besser kalkulieren und der Maler bleibt effizient.
- Achten Sie darauf, dass Farbe und Grundierung eine Premiumqualität haben. Denn wer hier an der falschen Stelle spart, zahlt schnell drauf.
- Kombinieren Sie Aufträge wie das Streichen der Türen oder das Lackieren der Heizkörper, kostet die Vor- sowie Nachbereitung des Raumes verhältnismäßig deutlich weniger und auch die Anfahrt sparen Sie. Manchmal lässt sich bei Malerarbeiten in mehreren Räumen auch ein Rabatt vereinbaren. Was sich auch gut kombinieren lässt: Die Kosten für das Streichen der Decke mit denen für die Wände.
- Organisieren Sie eine verlässliche Park- bzw. Haltemöglichkeit, ermöglichen Sie dem Maler ein Materiallager direkt in der Wohnung (freier Abstellbereich, klare Schlüsselregelung) und sorgen Sie für einen reibungslosen Zugang, indem Treppenhaus und Wege frei sind, die Aufzugnutzung geklärt ist und Anlieferzeiten vorab abgestimmt werden.
Wer trägt die Kosten, wenn der Farbton nicht gefällt?
Das ist in der Regel kein Mangel. Häufige Konfliktquelle ist nämlich gar nicht der falsche Ton, sondern die Wahrnehmung desselben, da die Farbe zum Beispiel auf einer ganzen Wand oder in einem bestimmten Licht ganz anders wirken kann als auf einem Farbmuster. Um so etwas zu vermeiden, lohnt sich eine Musterfläche. Wenn Sie einen neuen Farbton möchten, dann zahlen Sie selbst:
- neue Farbe/Material
- Arbeitszeit fürs Überstreichen (inkl. ggf. zusätzlicher Anstriche bei dunklen Tönen)
Wenn ein konkreter Farbton schriftlich vereinbart war (z. B. RAL/Hersteller-Code) und der ausgeführte Ton objektiv davon abweicht, dann ist das ein Mangel und der Maler muss den Fehler auf seine Kosten ausbessern. Wirkt die Oberfläche nicht gleichmäßig, ist das meistens ein Sachmangel. Technische Regeln (z. B. ATV/DIN im Malerbereich) verlangen im Ergebnis ein gleichmäßiges Erscheinungsbild ohne störende Streifen/Ansätze.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Bei der Kostenkalkulation wird oft unterschätzt, dass nicht die Farbe, sondern die Untergrundvorbereitung den größten Hebel auf Zeit, Material und damit Preis hat.
- In vielen Wohnungen entstehen Mehrkosten nicht durch die Wandfläche, sondern durch Geometrie und Kantenmeter. Viele Ecken, Nischen, Fensterlaibungen, Heizkörper und Sockelleisten erfordern viel Abkleb- und Schneidearbeit.
- Ein günstiges Angebot kann sich im Nachgang verteuern, wenn die Deckkraft und die Nassabriebbeständigkeit der Farbe zu niedrig sind und dadurch ein zusätzlicher Anstrich notwendig wird.
- Ein fehlender Aufzug oder lange Wege vom Fahrzeug zur Wohnung erhöhen die Rüst- und Transportzeiten, die im Angebot oft nur pauschal versteckt sind.
- Wenn ein Farbtonwechsel gewünscht sind, dann setzen sich die Mehrkosten oft aus zusätzlichen Schichten, Sperrgrund oder Zwischenanstriche zusammen. Dies ist notwendig, um ein späteres Durchscheinen zu verhindern, kostet aber entsprechend mehr.
Fazit
Die Kosten für das Streichen von Wänden variieren erheblich je nach gewählter Vorgehensweise. Wer selbst Hand anlegt, zahlt zwar nur fürs Material, also für die Farbe, das Abdeckmaterial, Pinsel und Rollen, darf aber nicht vergessen, dass die Eigenleistung Zeit, handwerkliches Geschick und körperlichen Einsatz erfordert. Bei der Beauftragung eines Malers dagegen müssen Arbeitskosten einkalkuliert werden, die regional unterschiedlich ausfallen und typischerweise zwischen 15 und 50 Euro pro Quadratmeter liegen. Hinzu kommen eventuelle Zusatzleistungen wie Vorarbeiten oder das Abkleben. Dafür garantiert der Profi ein gleichmäßiges, sauberes Ergebnis und übernimmt die Gewährleistung. Eine sorgfältige Planung und der Vergleich mehrerer Angebote helfen, die Kosten im Rahmen zu halten und die beste Lösung für die individuellen Bedürfnisse zu finden.
Wände streichen Kosten: Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Stundensatz eines Malers?
Maler berechnen in der Regel zwischen 50 und 80 Euro pro Stunde, abhängig auch von der Region. In Großstädten liegen Sie eher im oberen Bereich, auf dem Land kann der Stundenpreis auch mal geringer ausfallen.
Muss der Maler bei Sachmangel immer haften?
Im Normalfall muss der Malerbetrieb, wenn das Ergebnis nicht sauber ist, die Kosten für die Überarbeitung tragen oder den Preis mindern. [1] Wenn der Maler allerdings nachweisbar auf problematischen Untergrund hingewiesen hat und Sie das ignoriert haben, dann haben Sie eine Mitverantwortung und bleiben möglicherweise auf den Kosten sitzen.
Warum kann es teurer sein, eine kleine Wand zu streichen als ein ganzes Zimmer?
Auch wenn nur eine kleine Wand gestrichen werden soll, besteht der Aufwand nicht nur aus dem eigentlichen Streichen. Ein großer Teil der Arbeiten sind sogenannte Rüst- und Nebenleistungen, die nahezu unabhängig von der Quadratmeterzahl anfallen. Deshalb wirken kleine Flächen im Verhältnis oft teurer pro Quadratmeter als größere.
Quellen
[1] Gesetze-im-internet.de, www.gesetze-im-internet.de/bgb/__635.html. Zugegriffen 14. Januar 2026.