Das Streichen von Zimmerdecken gilt als eine der körperlich anstrengendsten Malerarbeiten und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, um ein streifenfreies Ergebnis zu erzielen. Es handelt sich dabei definitiv um eine Arbeit, die Sie einem Malerbetrieb überlassen sollten, wenn Sie nicht bereits viel Erfahrung mit solchen Arbeiten haben. Die Kalkulation der Kosten für das Streichen einer Zimmerdecke hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, die über die reine Quadratmeterzahl hinausgehen. Neben der Beschaffenheit des Untergrunds und der Wahl der Farbe beeinflussen vor allem die Raumhöhe sowie notwendige Vorarbeiten den Endpreis.
- Decke vom Maler streichen lassen: Die Kosten 2026 im Überblick
- Kosten für das Streichen einer Zimmerdecke: Welche Faktoren bestimmen den Preis?
- Was kostet es, wenn ein Profi die Decke streicht?
- Was kostet es, wenn ich die Decke selbst streiche?
- Decke streichen lassen: typische Kostentreiber
- Welche Rolle spielt der Untergrund?
- Was sind die Q-Stufen?
- Preisüberblick: Das müssen Sie für die Vorarbeiten rechnen
- Decke streichen Kostenbeispiele
- Worauf sollte ich als Allergiker beim Streichen der Decke achten?
- Sie planen Lichtspots? Dann wird das Streichen der Decke teurer!
- Decke farbig streichen: Mit diesen 7 Tricks klappt es
- Das Angebot des Handwerkers verstehen: So setzt es sich zusammen
- Spartipps: Wo lässt sich beim Streichen von Zimmerdecken Geld sparen?
- Auf diese 5 Dinge sollten Sie achten
- Fazit
- Decke streichen Kosten: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Die Malerkosten für einen professionellen Deckenanstrich setzen sich primär aus der zu streichenden Fläche, dem gewählten Material und dem individuellen Stundensatz des Handwerksbetriebs zusammen.
- Zusätzliche Aufwendungen entstehen häufig durch notwendige Vorarbeiten wie das Verspachteln von Rissen, das Entfernen alter Tapeten, das vorherige Tapezieren oder das Auftragen einer speziellen Grundierung bei stark saugenden Untergründen.
- Neben den reinen Malerarbeiten müssen Sie auch Kosten für das sorgfältige Abkleben der Kanten sowie das Abdecken von Böden und Möbeln in ihre Budgetplanung einbeziehen.
- Regionale Preisunterschiede bei den Malerkosten und anfallende Anfahrtspauschalen führen dazu, dass die Quadratmeterpreise je nach Standort des Fachbetriebs deutlich variieren können.
- Durch die getrennte Ausweisung von Arbeits- und Materialkosten auf der Rechnung lässt sich ein Teil der Ausgaben steuerlich geltend machen, was die effektive finanzielle Belastung reduziert.
Decke vom Maler streichen lassen: Die Kosten 2026 im Überblick
| Kostenpunkt | Preis |
| Vorarbeiten (Abkleben, Abdeckarbeiten) | 3 bis 10 Euro/Quadratmeter |
| Streichen (1 bis 2 Anstriche) | 10 bis 20 Euro/Quadratmeter |
| Material (Farbe, Abdeckmaterial) | 2 bis 10 Euro/Quadratmeter |
| Anfahrtspauschale | 40 bis 80 Euro |
| Gerüst oder Arbeitsbühne (bei sehr hohen Decken) | 50 bis 200 Euro pauschal |
| Entfernung alter Beschichtungen (z. B. Nikotin, starke Verschmutzungen) | 5 bis 15 Euro/Quadratmeter |
| Spachtelarbeiten (Risse, Unebenheiten) | 10 bis 50 Euro/Quadratmeter |
| Grundierung/Sperrgrund | 3 bis 8 Euro/Quadratmeter |
| Schutz von Möbeln und Böden (aufwendig) | 30 bis 100 Euro pauschal |
| Mehrkosten für spezielle Farben (z. B. Schimmel-, Bio- oder Premiumfarben) | zusätzlich 2 bis 6 Euro/Quadratmeter |
In der Praxis können die Preise je nach Region, Arbeitsaufwand, Zustand der Decke und Betrieb stark variieren. Beauftragt man beispielsweise einen Maler in einer Großstadt, liegen die Quadratmeterpreise meist am oberen Ende der Spanne, in ländlichen Regionen eher darunter. Entscheidend beim Preis kann auch sein, ob Sie vor dem Streichen die Decke tapezieren lassen. Doch auch, wenn Sie hier zahlreiche Tapetenarten zur Verfügung haben, wird meist Raufasertapete tapeziert.
Kosten für das Streichen einer Zimmerdecke: Welche Faktoren bestimmen den Preis?
- Deckenhöhe
- Untergrundbeschaffenheit
- notwendige Vorarbeiten
- Farbauswahl
- Zeitaufwand
- Anteil an Eigenleistung
- Region
Gerade, wenn die Decke noch gespachtelt werden muss, kann das den Preis in die Höhe treiben. Hier kann man sich in etwa an den Kosten für das Spachteln von Wänden orientieren.
Bei kleinen Räumen oder einzelnen Deckenflächen wirken Quadratmeterpreise oft überraschend hoch, aber und das hat einen einfachen Grund. Ein großer Teil der Kosten entsteht unabhängig von der Fläche. Bevor überhaupt gestrichen wird, muss der Malerbetrieb den Arbeitsplatz einrichten, also Möbel und Boden schützen, Kanten sauber abkleben, Leiter oder gegebenenfalls eine Arbeitsbühne aufbauen, Material anmischen und später alles wieder reinigen und entsorgen. Diese sogenannte Rüstzeit fällt bei 10 Quadratmetern fast genauso an wie bei 100 Quadratmetern. Je kleiner die Fläche, desto stärker verteilen sich diese fixen Zeiten und Pauschalen auf jeden einzelnen Quadratmeter, was bedeutet, dass der Preis pro Quadratmeter steigt. Deshalb arbeiten viele Malerbetriebe mit Mindestpreisen oder Kleinauftragszuschlägen. Wenn möglich, bündeln Sie mehrere Arbeiten (z. B. mehrere Decken oder zusätzlich eine Wand), denn dann relativieren sich Anfahrt und Rüstkosten und der Quadratmeterpreis wird meist deutlich attraktiver.
Was kostet es, wenn ein Profi die Decke streicht?
Das Streichen einer Zimmerdecke durch einen professionellen Maler kostet in Deutschland je nach Aufwand und Fläche im Durchschnitt 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter. Für eine typische Zimmerdecke von 20 Quadratmetern ohne Mängel müssen Sie mit rund 400 bis 800 Euro rechnen. Sind zusätzliche aufwendige Arbeiten notwendig wie viele Spachtelarbeiten oder das Entfernen von Verschmutzungen wird es schnell noch teurer. Ebenfalls zu Buche schlägt, wie hoch die Zimmerdecke ist und ob ein Gerüst benötigt wird.
Was kostet es, wenn ich die Decke selbst streiche?
Natürlich müssen Sie, wenn Sie eine Zimmerdecke selbst streichen, auch die Kosten für das Material wie Abdeckplanen, Roller und Farbe einplanen. Je nachdem, für welche Qualität Sie sich entscheiden liegen die Preise für einen Eimer Farbe mit 10 Litern im Durchschnitt zwischen 40 und 70 Euro, die für 5 Liter Tiefengrund bei 15 bis 30 Euro. Hier kommt es stark auf die einzelne Marke an, wie weit Ihnen das auch je nach Untergrund reicht. Pinsel und Rollen sind ebenfalls in verschiedenen Qualitäten zu haben, von der einfachen Version für nur wenige Euro bis hin zur Profispezialwalze aus Lammfell, die auch mal 70 Euro kosten kann. Brauchen Sie, weil die Decke sehr hoch ist, eine Rollbühne, so können Sie diese bei Baumärkten für rund 40 bis 70 Euro pro Tag mieten.
Diese Kostenposten müssen Sie zusätzlich beachten:
- Malerkrepp (verschiedene Breiten), Folie/Abdeckplane, Malervlies für den Boden
- Spachtelmasse (Risse/Bohrlöcher), Spachtel, Schleifpapier
- eventuell Sperrgrund, falls hartnäckige Flecken vorhanden sind
- Teleskopstange
- Farbabstreifgitter
Bedenken Sie aber immer, Sie zahlen, wenn Sie die Arbeiten selbst ausführen, mit Ihrer Zeit. Wenn Sie nicht besonders erfahren sind mit solchen Arbeiten oder gar keinen Spaß daran haben, dann sollten Sie besser einen Profi beauftragen. Er sorgt dafür, dass Sie sich in relativ kurzer Zeit über ein schönes Ergebnis freuen können.
Decke streichen lassen: typische Kostentreiber
- hohe Decken/große Raumhöhe: mehr Rüstzeit, häufig Leiter-/Gerüst-/Bühnenbedarf, langsameres Arbeiten
- Streiflicht durch Spots/Schienen/seitlichen Lichteinfall: höhere Anforderungen an Ebenheit (Q3/Q4), mehr Spachtel- und Schleifaufwand
- schlechter Untergrundzustand: Risse, Abplatzungen, sandende/kreidende Flächen, Unebenheiten
- hohe Qualitätsanforderung an die Oberfläche: vollflächiges Feinspachteln, mehr Schleifgänge, sorgfältigere Ausführung
- stark saugende Untergründe (Neubau, frischer Putz/Gipskarton): Grundierung/Tiefgrund nötig, sonst fleckig; zusätzlicher Arbeitsgang
- Flecken/Durchschlag (Nikotin, Wasser, Ruß, Fett): Isoliergrund/Sperrgrund, ggf. Vorreinigung oder Altbeschichtung entfernen
- viele Kanten, Anschlüsse und Einbauten: Stuck, Deckenleisten, Träger/Balken, viele Durchdringungen (Rauchmelder, Lampen, Schienen) erhöhen Abklebe- und Detailarbeit
- voll möblierte Räume: aufwendiges Abdecken/Schützen, Möbelrücken, mehr Risiko und mehr Zeitaufwand
- alte, problematische Beschichtungen: schlecht haftende Anstriche, mehrere Altanstriche auf Raufaser, Abblättern, Schleifen/Abwaschen/Entfernen notwendig
- Raufaser/Strukturdecken: höherer Farbverbrauch, ggf. mehr Anstriche für gleichmäßige Optik
- Farbwechsel/kräftige Farbtöne: manchmal mehr als 2 Anstriche notwendig, höhere Materialkosten, höhere Anforderungen an saubere Kanten
- besondere Farbsysteme: Schimmel-/Spezialfarben, konservierungsmittelfreie Systeme, Premiumqualitäten, neben dem Material oft auch Systemgrundierungen notwendig
- Termindruck/Arbeiten außerhalb üblicher Zeiten: Zuschläge oder weniger effiziente Abläufe
Welche Rolle spielt der Untergrund?
Der Preis hängt nicht nur von den Quadratmetern ab, sondern stark davon, wie die Decke aufgebaut ist und wie perfekt sie am Ende aussehen soll. 2 Decken mit gleicher Fläche können unterschiedlich viel Arbeit machen und Sie müssen zum Teil mit einem Aufpreis rechnen.
Raufaserdecke
- Die Oberfläche ist rau und hat mehr Oberfläche als eine glatte Decke. Dadurch braucht man oft mehr Material und manchmal mehr Arbeitsgänge, bis es gleichmäßig wirkt.
- Wenn Raufaser schon mehrfach gestrichen wurde, können sogenannte Nasen, dicke Farbkanten oder aufgeweichte Stellen entstehen. Dann ist Schleifen notwendig. Oder Sie tapezieren neu. Damit das Endergebnis in diesem Fall wirklich schön und gleichmäßig wird, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie richtig tapezieren.
- Geringe Unebenheiten sieht man bei Struktur oft weniger stark als auf einer glatten Decke, dafür kann die Struktur bei schlechtem Rollen fleckig wirken.
Glatter Putz
- Glatte Flächen wie beim klassischen Decke verputzen zeigen jede Kleinigkeit. Spachtelfehler, Übergänge oder Rollspuren werden schneller sichtbar, auch abhängig davon, welche Lichtquelle genutzt wird.
- Neuer Putz oder neuer Gipskarton saugt häufig stark. Ohne passende Grundierung kann die Farbe fleckig werden oder schlechter haften.
- Bei Gipskarton können Fugen und Schraubstellen bei ungünstigem Licht sichtbar werden, wenn die Oberfläche nicht hochwertig gespachtelt ist.
Was sind die Q-Stufen?
| Q-Stufe | Kurzbeschreibung | typische Ausführung | Eignung für Decken |
| Q1 | Grundverspachtelung | nur Fugen/Schrauben technisch geschlossen | nein |
| Q2 | Standard-Qualität („malerfertig“) | grob geglättete Fugen, typischer Serienstandard | matte Anstriche ohne Streiflicht |
| Q3 | erhöhte Oberflächenqualität | Feinspachtel und flächiger Auszug im Fugenbereich | gleichmäßige Optik auch bei ungünstigem Licht |
| Q4 | höchste Oberflächenqualität | vollflächige Feinspachtelung | perfekte Optik selbst bei Streiflicht |
Preisüberblick: Das müssen Sie für die Vorarbeiten rechnen
| Kosten pro Quadratmeter | Wann nötig? | |
| Abdecken/Bodenschutz | 3 bis 10 Euro | immer (Folie, Krepp) |
| einfache und Standardspachtelung (Q1 und Q2) | 10 bis 25 Euro | kleine Risse, Löcher |
| glatte Spachtelung (Q3) | 15 bis 35 Euro | Unebenheiten, alter Putz |
| hochwertige Spachtelung (Q4) | 25 bis 40 Euro | Vorbereitung für anspruchsvolle Anstriche |
| Spachtelung mit stark erhöhtem Aufwand | bis zu 50 Euro | sehr schlechte Deckenbeschaffenheit |
| Grundierung (weiß) | 2 bis 4 Euro | saugender Untergrund |
| Isoliergrund (dunkel) | 4 bis 8 Euro | Flecken/Durchschlag bei dunkler Farbe |
| Tapetenabtrag | 8 bis 15 Euro | alte Tapeten vorhanden |
| Schleifen | 3 bis 6 Euro | nach Spachteln |

Decke streichen Kostenbeispiele
Da jede Zimmerdecke individuelle Anforderungen an die Untergrundvorbehandlung und die Materialqualität stellt und auch die Deckkraft der Farben unterschiedlich ist, dienen folgende Kostenbeispiele nur zur Orientierung.
Beispielrechnung 1: Zimmerdecke im Neubau
Gestrichen werden soll eine Zimmerdecke in einem Neubau. Die Grundfläche ist 25 Quadratmeter, die Höhe beträgt 2,30 Meter. Da es sich um einen Neubau handelt, sind keinerlei Ausbesserungsarbeiten notwendig, auch muss nur wenig abgedeckt werden, da der Raum noch keinen fertigen Bodenbelag hat und noch nicht eingerichtet ist. Allerdings sind gerade Neubau-Untergründe wie frischer Putz häufig saugend und es braucht eine Grundierung.
| Position | Einzelpreis | Gesamtpreis netto |
|---|---|---|
| Vorbereitungsarbeiten wie Abdecken und Grundierung | 7 Euro/Quadratmeter | 175 Euro |
| Streichen der Decke (2 Weißanstriche) | 20 Euro/Quadratmeter | 500 Euro |
| Material (Premiumqualität) | 10 Euro/Quadratmeter | 250 Euro |
| Anfahrt zur Wohnung | pauschal | 50 Euro |
| Gesamtkosten | 975 Euro |
Beispiel 2: Altbaudecke mit notwendigen Ausbesserungen
Es handelt sich um die Decke in einem Altbau mit 4 Metern Zimmerhöhe und einer Fläche von 25 Quadratmetern, die in schlichtem Mattweiß gestrichen werden soll. Vor dem Streichen sind kleine Ausbesserungsarbeiten notwendig. Der Auftraggeber hat den Raum nur insofern vorbereitet, dass er die Lampen abgehängt und sowohl Gardinen als auch Gardinenstangen entfernt hat.
| Position | Einzelpreis | Gesamtpreis netto | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| einfache Vorbereitungsarbeiten wie Abkleben und Abdecken | 7 Euro/Quadratmeter | 175 Euro | Aufwand wegen Höhe etwas erhöht |
| Spachtelarbeiten (leicht, ca. 30 Prozent der Fläche) | 12 Euro pro Quadratmeter | 96 Euro | kleine Ausbesserungen auf etwa 8 Quadratmetern |
| Grundieren | 4 Euro/Quadratmeter | 100 Euro | Haftgrund oder Tiefgrund vor Anstrich |
| Streichen (1 Anstrich) | 12,50 Euro/Quadratmeter | 312,50 Euro | Weißanstrich |
| Farbe | 6 Euro/Quadratmeter | 150 Euro | Qualitätsfarbe |
| Arbeitsbühne | pauschal | 150 Euro | Sicherheitsaufbau nötig |
| Anfahrt zur Wohnung | pauschal | 50 Euro | |
| Gesamtkosten | 1.033,50 Euro |
Worauf sollte ich als Allergiker beim Streichen der Decke achten?
Dispersionsfarben können verderben, wenn ihnen kein Konservierungsstoffe zugesetzt werden. Verwendet werden hier häufig sogenannte Isothiazolone, die bei der Anwendung im Innenraum auch noch nach dem Trocknen der Farbe in die Raumluft freigesetzt werden und aufgrund ihres allergenen Potenzials problematisch sein können. [1] Inzwischen gibt es aber auch Dispersionsfarben ohne Konservierungsmittel beziehungsweise mit stark reduzierten Isothiazolinon-Gehalten. Alternativen sind Silikatdispersionswandfarben, die aufgrund ihres hohen pH-Wertes nicht weiter konserviert werden müssen und daher für Allergiker besonders geeignet sind. [2] Empfehlenswert sind für Innenräume reine Silikat- oder Kalkfarben, die heute auch deutlich abriebfester als früher sind. Solche Farben werden beispielsweise mit dem natureplus-Siegel oder dem Blauen Engel angeboten und sollten immer mit der passenden Grundierung verwendet werden. Lesen Sie bei Farben am besten immer sorgfältig das Sicherheitsdatenblatt und weisen Sie bei einem Auftrag an einen Maler unbedingt auf Ihre Allergie hin.
Sie planen Lichtspots? Dann wird das Streichen der Decke teurer!
Fällt das Licht seitlich über die Decke, zum Beispiel aufgrund von LED-Spots oder einem Schienensystem, dann werden sogar Dinge sichtbar, die bei normalem Deckenlicht kaum auffallen würden. Denn jede Unebenheit wirft Schatten. Um Streifen und Ansätze zu vermeiden, braucht man daher
- eine bessere Untergrundqualität (eher Richtung Q3/Q4),
- hochwertiges Werkzeug
- eine gute Technik (nass-in-nass, richtige Bahnen etc.)
Klären Sie die spätere Lichtsituation also unbedingt vorher mit dem Malerbetrieb ab, um späteren Ärger zu vermeiden. Dass Sie Spots planen, ist ein wichtiges Detail für die Malerarbeiten.
Decke farbig streichen: Mit diesen 7 Tricks klappt es
- Farbton klug wählen: in niedrigen Räumen eher helle Töne wählen, weil sie das Licht besser reflektieren; dunklere oder sehr satte Töne eignen sich vor allem dann, wenn der Raum ausgesprochen hoch ist oder bewusst wie ein Kokon wirken soll
- Farbkonzept als Ganzes planen: Decke, Wandflächen, Fußleisten, Möbel und Boden sollten in einer harmonischen Palette liegen (z. B. Ton-in-Ton oder sanfte Kontraste); ein heller Streifen an der oberen Wandkante kann helfen, einen Raum trotz farbiger Decke optisch zu öffnen
- Untergrund prüfen und gegebenenfalls grundieren: damit keine Flecken durchscheinen hilft es, eine passende Grundierung zu verwenden bevor der eigentliche Farbton angewendet wird; auch glänzende Untergründe sollten Sie zuerst ausgleichen
- sehr sauber abkleben und Kanten versiegeln: hochwertiges Malerkrepp exakt setzen; bei starken Kontrasten die Kante zuerst mit der Farbe dünn überstreichen, damit nichts unterläuft; Krepp nach jedem Anstrich abziehen, solange die Farbe noch leicht feucht ist, dann bleiben die Kanten sehr scharf
- gutes Werkzeug verwenden: am besten verwenden Sie eine Qualitätsrolle mit Teleskopstange und streichen die Kanten mit einem Heizkörperpinsel oder einer kleinen Rolle vor; Rolle nicht zu leer streichen und immer wieder frisch eintauchen und am Abstreifgitter abrollen, das sorgt für gleichmäßig dichte Farbschichten
- mehrere Anstriche machen: Deckenflächen sehen nur gleichmäßig aus, wenn die Farbe eine ausreichende Deckkraft hat; 2 gleichmäßige Anstriche sind Standard, besonders bei kräftigen Farbtönen; arbeiten Sie dabei in Bahnen in Richtung Lichteinfall
- Raumwirkung vorher testen: Musterplatten anlegen und bei Tages- und Kunstlicht anschauen; wenn der Raum damit plötzlich zu niedrig wirkt, Farbton eine Stufe heller oder grauer wählen oder nur einen Teil der Decke bzw. einen Rahmen farbig streichen
Um ein sauberes Ergebnis zu erzielen, das eine tolle neue Raumwirkung mit sich bringt, empfiehlt es sich, einen Profi die Decke streichen zu lassen.
Das Angebot des Handwerkers verstehen: So setzt es sich zusammen
Ein Kostenvoranschlag für Malerarbeiten an der Zimmerdecke besteht aus mehr als nur der Quadratmeterzahl. Um Angebote vergleichbar zu machen, sollten Sie als Kunde auf folgende 3 Positionen besonders achten:
- Anfahrtspauschalen: Die Anfahrt wird von Fachbetrieben unterschiedlich berechnet. Während einige Betriebe einefeste Pauschale (meist zwischen 40 und 80 Euro) verlangen, rechnen andere nach Kilometern oder Zeitaufwand ab. Achten Sie darauf, ob auch die sogenannten Rüstkosten aufgeführt sind. Diese decken beispielsweise das Be- und Entladen des Fahrzeugs sowie den Transport von Leitern oder Rollgerüsten in die Wohnung ab.
- Vorbereitungszeit: Das eigentliche Auftragen der Farbe macht oft nur einen Bruchteil der Gesamtarbeitszeit aus. Ein seriöses Angebot schlüsselt die Vorarbeiten separat auf. Dazu gehören zum Beispiel das präzise Abkleben von Schaltern und Leisten sowie das Auslegen von Malervlies. Je verwinkelter der Raum, desto höher ist dieser Posten. Ein weiterer entscheidender Punkt ist hier die Untergrundprüfung und -vorbereitung. Vor allem bei Decken ist eine Grundierung mit Tiefengrund oft unerlässlich, damit die Farbe gleichmäßig haftet und nicht abblättert. Viele Betriebe kalkulieren diese Vorarbeiten nach Zeitaufwand, während der Anstrich selbst oft über die Fläche abgerechnet wird.
- Steuer: In Angeboten für Privatpersonen muss der Endpreis inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer (in Deutschland derzeit 19 Prozent) ausgewiesen sein. Dennoch finden sich in unverbindlichen Kostenvoranschlägen oft Nettopreise. Da 20 Prozent der reinen Arbeitskosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 Euro pro Jahr bei der Einkommensteuer abgesetzt werden können, ist es zwingend erforderlich, dass spätestens bei der Rechnung die reinen Arbeitskosten von den Materialkosten getrennt aufgelistet werden. Zudem dürfen Sie nicht bar bezahlen, sondern müssen den Rechnungsbetrag überweisen. Damit soll Schwarzarbeit vorgebeugt werden.
Manche Betriebe kalkulieren beim Streichen pro Quadratmeter Standardmaterial ein, andere trennen strikt. Achten Sie hierauf, denn das kann einen großen Preisunterschied ausmachen.
Spartipps: Wo lässt sich beim Streichen von Zimmerdecken Geld sparen?
- Vorarbeitungsarbeiten in der Wohnung selbst übernehmen: Stellen Sie am besten bereits im Vorfeld die Möbel, zusammen, decken Sie den Boden und die Heizkörper sauber ab, nehmen Sie die Vorhänge runter und kleben Sie die Vorhangstangen ab. Auch Lampen und Rauchmelder können Sie bereits abmontieren. Allein die Abdeckarbeiten sparen einiges an Geld, wenn Sie sie selbst machen.
- Untergrund nur gezielt spachteln: Kleine Risse/Bohrlöcher können Sie selbst füllen und schleifen; vollflächiges Spachteln/Schleifen ist ein großer Kostentreiber.
- keine unnötigen Qualitätsstufen: Wenn kein starkes Streiflicht (z. B. Spots) geplant ist, reicht oft ein normaler Standard für eine Zimmerdecke.
- Anzahl der Anstriche reduzieren: Sperrgrund oder Tiefengrund ist nur dann notwendig, wenn Sie es zum Beispiel mit Nikotinflecken oder einer stark sandenden beziehungsweise saugenden Decke zu tun haben.
- Farbwahl: Am günstigsten ist es, wenn Sie alle Decken in einem Farbton möchten, denn Farbwechsel, das Absetzen von Rändern oder Sondertöne kosten bei Malerbetrieben extra.
- Zugänglichkeit verbessern: Wenn die Handwerker leicht an die Decke kommen und einfachen Zugang zu Strom und Wasser haben, dann spart das Zeit, die Sie nicht zahlen müssen.
- Flächen bündeln: Manchmal kann es sich lohnen, bei der Beauftragung eines Malers gleich mehrere Aufgaben bearbeiten zu lassen. Sie können zum Beispiel neben mehreren Decken oder Wänden auch die Türen streichen lassen, dann wirkt das Gesamtbild am Schluss besonders schön und sauber. Zudem können Sie so spätere Kosten für die erneute Anfahrt, das Rüstzeug und die Reinigung sparen.
Auf diese 5 Dinge sollten Sie achten
- Prüfen Sie vor dem Streichen, ob die Decke wirklich nur Farbe braucht oder ob es zum Beispiel Schimmelprobleme gibt. Denn Schimmelbekämpfung sollten Sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen und zunächst die Ursache suchen. Hier hilft es nichts, Sie müssen die Kosten für die Schimmelsanierung mit einplanen, sonst rächt sich das später womöglich auch gesundheitlich, vor allem dann, wenn es sich um Schwarzen Schimmel handelt. Ob er das ist, das können Sie mithilfe eines Schimmeltests herausfinden.
- Planen Sie die Beleuchtung mit ein. Spots, Schienen oder seitliches Streiflicht machen selbst kleinste Rollspuren sichtbar, sodass eine höherwertige Oberflächenqualität oder eine andere Farb-/Rollerwahl wirtschaftlicher sein kann als Nacharbeiten.
- Achten Sie auf emissionsarme Farben und eine gute Lüftung während und nach dem Streichen, das ist vor allem wichtig, wenn Allergiker oder Kinder im Haushalt leben.
- Dokumentieren Sie den Ausgangszustand und das Material (Fotos, Farbsorte, Charge, Anstrichsystem), denn das hilft bei späteren Ausbesserungen und schützt Sie bei eventuellen Diskussionen über Mängel oder Vorschäden.
- Planen Sie neben den Arbeitskosten auch Sicherheit und Ergonomie bewusst ein. Achten Sie beispielsweise unbedingt auf eine standsichere Leiter. Und denken Sie daran: Über-Kopf-Arbeiten führen nicht nur schnell zu Unfällen, sondern wirken sich auch auf Ihren Nacken und die Schultern negativ aus.
Fazit
Die Kosten für das Streichen einer Decke variieren, genau wie bei Wänden und Türen erheblich je nach gewählter Ausführung und individuellen Gegebenheiten. Wer selbst zur Farbrolle greift, investiert hauptsächlich in Material, meist zwischen 50 und 150 Euro für einen durchschnittlichen Raum, abhängig von Farbqualität und benötigter Menge. Der Zeitaufwand und die körperliche Anstrengung sollten dabei nicht unterschätzt werden, besonders bei Überkopfarbeiten. Bei professioneller Ausführung durch einen Maler liegen die Gesamtkosten typischerweise zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter, wobei Faktoren wie Deckenhöhe, Untergrundvorbereitung wie Grundieren und regionale Unterschiede den Preis durchaus stark beeinflussen können. Letztlich ist die Entscheidung zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb eine Abwägung zwischen Budget, verfügbarer Arbeitszeit, handwerklichem Geschick und dem gewünschten Qualitätsanspruch. Während DIY Geld spart, garantiert der Profi ein gleichmäßiges, sauberes Ergebnis ohne Aufwand für den Hausbesitzer. Eine sorgfältige Kalkulation und das Einholen mehrerer Angebote helfen, die wirtschaftlich sinnvollste Lösung zu finden.
Decke streichen Kosten: Häufig gestellte Fragen
Kann es sein, dass teurere Farbe am Ende günstiger ist?
Deckt die Farbe bereits in einem Anstrich, dann sparen Sie auf jeden Fall Geld, wenn Sie sich für die hochwertigere Variante entscheiden. Meist haben diese Farben auch den Vorteil, dass sie weniger stark spritzen, was den Reinigungsaufwand verringert.
Woran erkenne ich vor dem Streichen einer Decke, ob eine Grundierung oder ein Sperrgrund notwendig sind?
Wenn Sie an die Decke langen und Ihre Hand wird leicht weiß, dann kreidet sie und benötigt eine Vorbereitung. Gleiches gilt, wenn Wassertropfen sofort einziehen oder die Zimmerdecke starke Flecken hat. Hier ist das Risiko hoch, dass ohne eine entsprechende Grundierung das Ergebnis nicht wunschgemäß ausfällt.
Kann es teurer werden, wenn ich zuerst die Wände streiche?
Wenn Sie zuerst die Wände streichen und dann die Decke, kann es Ihnen passieren, dass Nacharbeiten auf Sie zukommen, beispielsweise weil es zu Spritzern kommt. Die Decke ist zudem der Bereich, in dem man am häufigsten mit Rolle, Teleskopstange und Leiter an Ecken und Übergängen entlangarbeitet. Wenn Sie zuerst die Decke streichen, können Sie die Wandoberflächen später sauberer und schneller ausführen, inklusive einer präzisen, geraden Kante zwischen Decke und Wand.
Quellen
[1] „Isothiazolone aus Wandfarben“. Agoef.de, www.agoef.de/schadstoffe/chemische-schadstoffe/isothiazolone-aus-wandfarben. Zugegriffen 8. Januar 2026.
[2] „Wandfarben: Welche Farben sind für Allergiker geeignet?“ Verbraucherzentrale NRW, www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe/gebaeude/wandfarben-welche-farben-sind-fuer-allergiker-geeignet-43274. Zugegriffen 8. Januar 2026.