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Putz und Verputzen

Lehmputz: Anwendung innen & außen, Eigenschaften & Kosten

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 27. März 2026
Lesedauer: 26 Minuten
© lavizzara / istockphoto.com

Lehmputz ist ein Baumaterial mit jahrtausendealter Tradition. Die Kombination aus ökologischer Nachhaltigkeit, klimaregulierenden Eigenschaften und einer natürlichen, warmen Ästhetik macht ihn zu einer bewährten Wahl für moderne Innenräume. Denn eine Lehmputzwand reguliert die Raumluftfeuchtigkeit und beugt so der Bildung von Schimmel und Hausstaubmilben vor. Doch Lehmputz ist nicht allein auf den Innenbereich beschränkt, denn unter bestimmten Voraussetzungen lässt er sich auch für die Fassadengestaltung einsetzen.

Alles auf einen Blick:

  • Lehmputz besteht aus den natürlichen Rohstoffen Ton, Sand, Schluff und Wasser und bildet eine atmungsaktive, feuchtigkeitsregulierende Oberfläche.
  • Für Innenräume ist er besonders vorteilhaft, da er die Raumluftfeuchtigkeit reguliert, Schadstoffe bindet und zu einem gesunden Wohnklima beiträgt.
  • Für den Außenbereich ist Lehmputz nur bedingt geeignet und erfordert besonderen Schutz vor Witterungseinflüssen wie Regen. 
  • Lehmputz ist umweltfreundlich und gestalterisch vielseitig, reagiert jedoch empfindlich auf mechanische Einwirkungen und direkte Feuchtigkeitsbelastung.
  • Für ein zweilagiges Lehmputzsystem können die Kosten je nach Qualität und Dicke zwischen 15 und 30 Euro pro Quadratmeter liegen, während es auch spezielle Lehmputze für bis zu 80 Euro pro Quadratmeter gibt.

Was ist Lehmputz?

Lehmputz ist ein natürliches, anpassungsfähiges Baumaterial, das ohne chemische Zusätze zu einer plastischen Masse verarbeitet und als Grundputz sowie Feinputz verwendet werden kann. Er ist diffusionsoffen und kann daher die Raumluftfeuchtigkeit regulieren sowie Schadstoffe und Gerüche neutralisieren. Diese Eigenschaften beugen der Bildung von Schimmel und Hausstaubmilben vor und tragen so zu einem gesunden Raumklima bei. Darüber hinaus gilt Lehmputz als einer der nachhaltigsten Baustoffe, da er energiearm hergestellt wird und vollständig recycelbar ist. Im Außenbereich kann er eingesetzt werden, sofern die Fassade durch konstruktive Maßnahmen wie großzügige Dachüberstände dauerhaft vor direktem Schlagregen geschützt ist.

Woraus besteht Lehmputz?

  • Ton
  • Sand
  • Schluff (Gesteinsmehl)
  • Wasser

Ton dient dabei als Bindemittel, während Sand und Schluff als Zuschlagstoffe die Struktur und Festigkeit des Materials verbessern. Schluff ist ein feines Gesteinsmaterial, das in seiner Körnung zwischen Sand und Ton liegt und dem Putz eine gleichmäßige Konsistenz verleiht. Durch die Beimischung von Farbpigmenten lässt sich Lehmputz auch in verschiedenen Farbtönen gestalten. Abhängig von der gewünschten Anwendung können weitere Bestandteile wie

  • Pflanzenfasern,
  • Stroh oder
  • Kalk

hinzugefügt werden, um Eigenschaften wie Elastizität, Verarbeitbarkeit, Haftung und Haltbarkeit gezielt zu verbessern.



Welche Eigenschaften hat Lehmputz? 

EigenschaftBeschreibung
atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierendWandputz aus Lehm kann Raumluftfeuchte aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben, was zu einem ausgeglichenen Wohnklima beiträgt und Schimmelbildung vorbeugt.
antistatische OberflächeEin großer Vorteil für Allergiker ist, dass sich Staub auf der Wandfläche nicht absetzt.
geruchsneutralisierendDer Baustoff nimmt Gerüche aus der Umgebung auf und neutralisiert diese, wodurch die Luftqualität im Raum verbessert wird.
schalldämmendLehmputze tragen zur Verbesserung der Akustik bei, indem sie Schall absorbieren und so für eine ruhigere Atmosphäre sorgen.
vielseitig einsetzbarLehmputz kann sowohl als Unter- als auch als Oberputz eingesetzt werden und ist in verschiedenen Texturen sowie Farbvarianten erhältlich.

Welche Arten von Lehmputz gibt es? 

PutzartBeschreibung
Grundputz (Unterputz)
  • erste Schicht auf dem Mauerwerk
  • bildet eine stabile Basis
  • besteht aus groben mineralischen Zuschlägen wie Sand oder Kies und sorgt für eine haftungsstarke Oberfläche
Feinputz (Oberputz)
  • letzte Schicht der Wand- oder Fassadengestaltung
  • feine Körnung für glatte oder strukturierte Oberflächen
  • kann eingefärbt werden und ermöglicht individuelle gestalterische Akzente
Dekorputz
  • dekorativer Oberputz für den Innenbereich
  • große Auswahl an Farbtönen und Strukturen
  • ermöglicht eine individuelle Wandgestaltung
Lehmausgleichsputz
  • wird bei Sanierung oder Renovierung eingesetzt
  • gleicht Unebenheiten aus und schafft eine ebene Oberfläche
Leichtlehm
  • besonders gute Dämmeigenschaften
  • geeignet für energetische Sanierungsmaßnahmen
  • wird häufig als Innendämmung verwendet
Lehmfarbe
  • dünn aufgetragene Lehmschicht
  • sorgt für eine gleichmäßige, matte Optik
  • sehr atmungsaktiv und verbessert das Raumklima
Lehm-Streichputz
  • Streichputz
  • ist eine Mischung aus Lehm und feinen Zuschlägen
  • ideal für kreative Wandgestaltungen
Lehmkalkputz
  • Kombination aus Lehm und Kalk
  • geeignet für stark beanspruchte Bereiche
  • kann auch in Feuchträumen eingesetzt werden

Welche Vorteile hat Lehmputz?

Lehmputz ist ein natürlicher und diffusionsoffener Baustoff, der sich ideal eignet, wenn Sie nach einem Wandbelag suchen, der Feuchtigkeit und Raumklima aktiv reguliert. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit nimmt der Lehmputz den Überschuss auf. Ist die Luft hingegen zu trocken, gibt er die gespeicherte Feuchtigkeit wieder an den Raum ab. Die Wassermoleküle wandern dabei über die poröse Oberfläche in das Material und lagern sich zwischen den Schichten des Tonminerals ein, ohne dass der Putz selbst feucht wird. Durch diesen natürlichen Regulierungsprozess wirkt eine Lehmputzwand aktiv der Bildung von Schimmel und Milben entgegen und ist daher auch für Allergiker besonders gut geeignet. Darüber hinaus bindet Lehmputz nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Gerüche aus der Raumluft und wirkt so wie ein natürlicher Luftfilter. Dank seiner hohen Masse besitzt Lehmputz außerdem gute wärmespeichernde Eigenschaften. Gleichzeitig überzeugt Lehmputz auch durch seine hohe Umweltverträglichkeit, da er aus natürlichen Rohstoffen besteht, ressourcenschonend hergestellt wird und vollständig recycelbar ist. Nicht zuletzt überzeugt er durch vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten und Farbvarianten, sodass er sich ideal für eine individuelle und natürliche Wandgestaltung eignet.

Welche Nachteile hat Lehmputz? 

Lehmputz kann Feuchtigkeit zwar aufnehmen, jedoch ist das Material empfindlich gegenüber direkter Nässe und hat eine niedrige Stoßfetigkeit. Aus diesen Gründen sollte Lehmputz am besten nicht in Durchgangsbereichen wie dem Flur eingesetzt werden. Auch im Kinderzimmer ist daher Lehmmaterial unvorteilhaft, da durch das Rumtoben und Spielen, schnell Schäden im Lehmputz entstehen, die sich dann nur schwer wieder beheben lassen. Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber Nässe sollte Lehmputz nicht in Bereichen eingesetzt werden, in denen er direktem Wasser ausgesetzt ist. In Feuchträumen wie Badezimmer und Küche ist der Einsatz in spritzwasserfreien Zonen daher auch nur mit einer geeigneten Schutzversiegelung zu empfehlen. Für den Einsatz im Außenbereich ist ebenfalls ein ausreichender Schutz der Lehmputzfassade entscheidend. Die verputzte Wandfläche muss dauerhaft vor direkter Witterung, insbesondere vor Regen, geschützt werden.

 Vor- und Nachteile von Lehmputz im Überblick

VorteileNachteile
  • umweltfreundlich und nachhaltig
  • natürliches Putzmaterial
  • reguliert das Raumklima effektiv
  • wärmedämmend
  • für Innenwand und Außenwand geeignet
  • einfache Verarbeitung
  • vielseitig in der Gestaltung
  • schimmelhemmend durch Atmungsaktivität
  • recycelbar und wiederverwendbar
  • empfindlich gegenüber mechanischen Einwirkungen
  • höherer Arbeitsaufwand beim Auftragen
  • höhere Kosten im Vergleich zu anderen Putzarten
  • begrenzte Feuchtigkeitsbeständigkeit ohne zusätzliche Versiegelung
  • längere Trocknungszeiten


Ist Lehmputz für Innenräume geeignet?

Lehmputz eignet sich hervorragend für den Einsatz in Innenräumen und überzeugt sowohl durch seine bauphysikalischen Eigenschaften als auch durch seine gestalterische Vielseitigkeit. Als atmungsaktives Material reguliert er aktiv die Raumluftfeuchtigkeit und trägt damit zu einem gesunden Wohnklima bei. Darüber hinaus ermöglicht Lehmputz eine natürliche, warme Wandoptik und ist in einer Vielzahl von Farbtönen erhältlich, sodass er gut an unterschiedliche Einrichtungsstile angepasst werden kann. 

Wie wirkt sich Lehmputz auf das Raumklima aus?

Lehmputz ist diffusionsoffen und verfügt über eine ausgeprägte Sorptionsfähigkeit. Er nimmt den Überschuss an Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie bei sinkender Luftfeuchtigkeit wieder ab. Dieser Puffereffekt stabilisiert die Luftfeuchtigkeit im Raum, sodass sie stets im Idealbereich von 40 bis 60 Prozent liegt. Dauerhaft erhöhte Feuchtigkeitswerte über 60 Prozent, die Schimmelwachstum und die Vermehrung von Hausstaubmilben begünstigen, werden so wirksam reduziert. Lehmputz zeichnet sich zudem auch durch geringe Emissionen und staubbindende Eigenschaften aus, was ihn besonders für Allergiker und schadstoffsensible Personen empfehlenswert macht.

In welchen Räumen ist Lehmputz innen sinnvoll?

Lehmputz ist nahezu in allen Wohnbereichen als Wandputz eine gute Wahl und kann daher im

  • Wohnzimmer, 
  • Schlafzimmer, 
  • Esszimmer bis hin zum
  • Flur und 
  • Arbeitszimmer 

verarbeitet werden. Voraussetzung ist stets eine ausreichende Luftzirkulation sowie das Vermeiden von dauerhaftem Wasserkontakt. In Feuchträumen wie Küche und Badezimmer ist ein Einsatz nur eingeschränkt möglich, da das Material nicht wasserfest ist. Flächen, die regelmäßig Spritzwasser ausgesetzt sind, sollten dabei nicht mit Lehm verputzt werden. Für den Einsatz in direkten Spritzwasserzonen sollten Sie am besten geeignete Schutzbehandlungen einplanen, etwa eine Wachsbehandlung der Oberfläche, um die Wasseraufnahme gezielt zu begrenzen. Beachten Sie, dass durch diese Schutzschicht die diffusionsoffenen Eigenschaften des Lehmputzes eingeschränkt werden. Möchten Sie Lehmputz auch in solchen Bereichen einsetzen, ist es ratsam, sich von Fachleuten beraten zu lassen, um die optimale Lösung zu finden.



Welche Vorteile hat Lehmputz im Innenbereich?

  • reguliert die Luftfeuchtigkeit durch hohe Sorptionsfähigkeit
  • sorgt für ein ausgeglichenes und gesundes Raumklima
  • geeignet für Allergiker, da staubbindend und ohne reizende Emissionen
  • reduziert das Schimmelrisiko
  • verbessert die Raumlufthygiene durch Bindung von Schadstoffen und Gerüchen
  • wirkt temperaturausgleichend durch Wärmespeicherung
  • bietet eine warme, natürliche und diffusionsoffene Oberfläche
  • emissionsarm und frei von synthetischen Zusatzstoffen
  • verbessert die Raumakustik durch offenporige Struktur
  • umweltfreundlich und vollständig recyclingfähig

Welche Untergründe eignen sich für Lehmputz innen?

Der Untergrund, auf dem der Lehmputz aufgetragen wird, muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Er sollte

  • saugfähig,
  • staubfrei,
  • haftfähig,
  • tragfähig und 
  • frei von Feuchtigkeit sein. [1

Nicht jeder Untergrund eignet sich gleichermaßen für die Verarbeitung von Lehmputz. Mineralische Untergründe wie Mauerwerk sind in gutem Zustand häufig ohne aufwendige Vorarbeiten geeignet. Trockenbauuntergründe wie Gipsplatten sowie dichte Betonflächen benötigen in der Regel eine Grundierung oder Haftbrücke, um eine zuverlässige Verbindung zum Putz sicherzustellen. Glatte oder nicht saugende Oberflächen müssen zuvor aufgeraut oder mit einem Putzträger versehen werden. Metallische Untergründe sind für Lehmputz grundsätzlich ungeeignet, es sei denn, es wird ein geeigneter Putzträger aufgebracht.

Lehmputz: Untergründe und notwendige Vorarbeiten 

GestaltungsmethodeOptikAusführung
Filzen
  • matte, samtige, leicht körnige Oberfläche
  • Mit einem feuchten Schwamm oder einem Filzbrett wird der fast trockene Putz vorsichtig in kreisenden Bewegungen bearbeitet, sodass eine samtige, leicht strukturierte Oberfläche entsteht.
Glätten / Polieren
  • hochwertige, glatte, oft leicht wolkige Wandflächen
  • Der feuchte Putz wird mit einer Glättkelle (Traufel) gleichmäßig abgezogen und verdichtet, wodurch eine glatte, elegante Wandfläche entsteht.
Bürsten / Schlämmen
  • dynamische und rustikale Pinselstrukturen
  • Durch das Bearbeiten der feuchten Oberfläche mit einer harten Bürste, einem Quast oder Besen entsteht eine Oberfläche mit feinen, lebendigen Linien.
Strohzusatz
  • warme, ökologische Oberflächenstruktur mit leichtem Schimmer
  • Fein gehäckselte Strohfasern werden in den Lehmputz eingemischt und anschließend durch Glätten freigelegt, wodurch eine rustikale und natürliche Textur entsteht.
Sgraffito (Kratztechnik)
  • zweifarbige Muster, Symbole oder Wandbilder
  • Über eine andersfarbige Lehmschicht wird eine farbige Schicht aufgetragen, aus der Motive vorsichtig ausgekratzt werden, sodass zweifarbige Muster entstehen.
Effekt-Zuschläge
  • funkelnde oder mineralische Lichteffekte
  • Feines Material wie zum Beispiel Perlmutt oder Glasgranulat werden dem Edel-Lehmputz beigemischt und dadurch entstehen dann funkelnde und reflektierende Effekte.
Schablonieren (Relief)
  • dreidimensionale Ornamente
  • Eine Schablone wird auf die Wand aufgelegt und eine dünne Lehmschicht darüber aufgetragen, wodurch ein dreidimensionales Muster entsteht.
Farbpigmente
  • individuelle Farbtöne
  • Natürliche Erd- oder Mineralpigmente werden direkt in den feuchten Putz eingemischt, wodurch ein gleichmäßiger, langlebiger Farbton entsteht.

Wie wird Lehmputz innen richtig verarbeitet?

Die Verarbeitung von Lehmputz im Innenbereich beginnt mit einer sorgfältigen Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds. Anschließend wird der Lehmputz gemäß den Herstellerangaben angemischt. Der Unterputz wird dann gleichmäßig aufgetragen, danach muss die erste Schicht vollständig trocknen. Während dieser Trocknung sollten Sie, den Raum regelmäßig zu lüften, damit die Feuchtigkeit gleichmäßig abtransportiert wird. So wird Spannungsrissen vorgebeugt und die Wand kann stabil aushärten. Ist die Unterputzschicht getrocknet, kann optional ein Oberputz aufgetragen werden. Die abschließende Bearbeitung erfolgt durch Filzen oder Glätten, wodurch Struktur und Verdichtung der Wand verbessert werden. Bei Bedarf kann die fertige Oberfläche zusätzlich mit Wachsen oder Ölen behandelt werden, um die Wasserresistenz zu erhöhen und die Pflegeleichtigkeit zu verbessern. Mit dieser Vorgehensweise entsteht eine stabile, langlebige und optisch ansprechende Lehmwand im Innenbereich.

Ist Lehmputz für den Außenbereich geeignet?

Reiner Lehmputz ist für den Einsatz im Außenbereich nur bedingt geeignet, da er empfindlich auf Witterungseinflüsse und direkte Feuchtigkeit reagiert. Soll Lehm dennoch als Fassadenmaterial verwendet werden, empfiehlt sich der Einsatz von Lehmkalkputz. Diese stabilisierte Mischung bietet eine höhere Witterungsbeständigkeit. Grundsätzlich sollte auch Lehmkalkputz vorrangig an Fassaden eingesetzt werden, die durch Dachvorsprünge, Vordächer oder ähnliche Konstruktionen vor direktem Schlagregen geschützt sind.

Warum ist Lehmputz außen problematisch?

Reiner Lehmputz ist wasserlöslich und nimmt Feuchtigkeit leicht auf, was ihn gegenüber Witterungseinflüssen wie Regen, Schlagregen und Frost anfällig macht. Bei direktem Schlagregen kann der Putz vollständig abgewaschen werden. Aus diesen Gründen gilt reiner Lehmputz als Fassadenmaterial im ungeschützten Außenbereich als nicht ideal. Für die Arbeit an der Hausfassade sollten Sie sich am besten an einen Profi wenden, der Sie ausführlich berät, damit Sie sich für das richtige Material entscheiden und dieses auch fachgerecht aufgetragen wird. 



In welchen Fällen kann Lehmputz außen eingesetzt werden?

  • Fassaden mit ausreichendem Witterungsschutz wie Dachüberstände, Nischen, Lauben oder Vordächer ohne direkten Schlagregeneinfall
  • stabilisierte Lehmputzmischungen, etwa Lehmkalkputz
  • Sanierung historischer Gebäude, bei denen Lehm als Originalmaterial erhalten oder ergänzt werden soll

Kann man Lehmputz wetterfest machen?

Lehmputz lässt sich widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse machen, vollständig wetterfest wird er dadurch jedoch nicht. Mit geeigneten Maßnahmen kann die Haltbarkeit im Außenbereich deutlich verbessert werden. Dazu zählen:

  • Auftragen eines Kalkanstrichs oder einer Kalkschlämme, um die Oberfläche zu stabilisieren und wasserabweisender zu machen
  • Einsatz von Dachvorsprüngen oder Vordächern, die die Fassade vor direktem Schlagregen schützen
  • zweilagiger Kalkputz auf einem Lehmuntergrund, um die Witterungsbeständigkeit zu erhöhen
  • regelmäßige Pflege und Kontrolle, insbesondere in exponierten Bereichen
WAS IST KALKSCHLÄMME?
Unter Kalkschlämme versteht man eine dünnflüssige Mischung aus Kalk, Wasser und meist feinem Sand als Zusatzstoff, die auf den Untergrund aufgetragen wird. Sie bildet eine effektive Schutzschicht, die die Oberflächenstabilität verbessert, Staub bindet und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit erhöht, während die Wandfläche weiterhin diffusionsoffen und atmungsaktiv bleibt.

Welche Alternativen gibt es zum Lehmputz außen?

Für Fassaden eignen sich Lehm in Kombination mit anderen Materialien oder rein mineralische Putze auf Kalkbasis besser als reiner Lehmputz. Dazu zählen konkret folgende Putzmaterialien:

  • Lehmkalkputz (Kalk-Lehm-Mischungen), dass ideal für geschützte Fassadenbereiche ist
  • allgemein kalkhaltige Putzsysteme, die eine natürliche Optik bewahren und gleichzeitig witterungsbeständiger sind
  • Mineralputze mit hohem Kalkanteil, die dauerhaft wasserabweisend und stabil bleiben

Lehmputz gestalten: Welche Verarbeitungstechniken sind möglich?

GestaltungsmethodeOptikAusführung
Filzen
  • matte, samtige, leicht körnige Oberfläche
  • Mit einem feuchten Schwamm oder einem Filzbrett wird der fast trockene Putz vorsichtig in kreisenden Bewegungen bearbeitet, sodass eine samtige, leicht strukturierte Oberfläche entsteht.
Glätten / Polieren
  • hochwertige, glatte, oft leicht wolkige Wandflächen
  • Der feuchte Putz wird mit einer Glättkelle (Traufel) gleichmäßig abgezogen und verdichtet, wodurch eine glatte, elegante Wandfläche entsteht.
Bürsten / Schlämmen
  • dynamische und rustikale Pinselstrukturen
  • Durch das Bearbeiten der feuchten Oberfläche mit einer harten Bürste, einem Quast oder Besen entsteht eine Oberfläche mit feinen, lebendigen Linien.
Strohzusatz
  • warme, ökologische Oberflächenstruktur mit leichtem Schimmer
  • Fein gehäckselte Strohfasern werden in den Lehmputz eingemischt und anschließend durch Glätten freigelegt, wodurch eine rustikale und natürliche Textur entsteht.
Sgraffito (Kratztechnik)
  • zweifarbige Muster, Symbole oder Wandbilder
  • Über eine andersfarbige Lehmschicht wird eine farbige Schicht aufgetragen, aus der Motive vorsichtig ausgekratzt werden, sodass zweifarbige Muster entstehen.
Effekt-Zuschläge
  • funkelnde oder mineralische Lichteffekte
  • Feines Material wie zum Beispiel Perlmutt oder Glasgranulat werden dem Edel-Lehmputz beigemischt und dadurch entstehen dann funkelnde und reflektierende Effekte.
Schablonieren (Relief)
  • dreidimensionale Ornamente
  • Eine Schablone wird auf die Wand aufgelegt und eine dünne Lehmschicht darüber aufgetragen, wodurch ein dreidimensionales Muster entsteht.
Farbpigmente
  • individuelle Farbtöne
  • Natürliche Erd- oder Mineralpigmente werden direkt in den feuchten Putz eingemischt, wodurch ein gleichmäßiger, langlebiger Farbton entsteht.

Wie trage ich Lehmputz richtig auf?

  1. Vorbereitung des Untergrunds: Stellen Sie sicher, dass der Untergrund sauber, trocken und frei von Staub ist. Ist dieser jedoch aufgrund des Materials oder auch aufgrund von Schäden ungeeignet, sind zuerst Vorarbeiten notwendig, um die Haftung zu sichern, wie bröckelnden Putz entfernen, Putzträger anbringen oder Grundierungsschicht auftragen. 
  2. Anmischung: Mischen Sie den Wandputz gemäß den Herstellerangaben. Verwenden Sie dazu einen kräftigen Rührer, um eine gleichmäßige Masse ohne Klumpen zu erhalten.
  3. Auftragen der ersten Schicht: Tragen Sie den Putz mit einer Kelle oder einem Flächenspachtel in einer gleichmäßigen Schicht auf. Eine Auftragsstärke, auch Schichtdicke genannt von etwa 10 bis 15 Millimetern ist dabei optimal. Arbeiten Sie zügig und achten Sie darauf, dass die Schichtdicke gleichmäßig bleibt. Fachbetriebe arbeiten dabei auch mit einer maschinellen Putzmaschine, die den Fassadenputz oder den Innenraumputz mischt und gleichmäßig an die Fassade oder sprüht.
  4. Oberfläche glätten: Sobald die Putzschicht leicht angetrocknet ist, glätten Sie die Wandfläche mit einem Reibebrett oder einer Glättkelle, um eine gleichmäßige Struktur zu erzeugen und somit Spannungsrisse sowie eine ebenmäßige Trocknung zu gewährleisten.
  5. Trocknung: Lassen Sie die erste Schicht vollständig trocknen. Dies kann je nach Raumklima und Schichtdicke mehrere Tage dauern.
  6. Auftragen der zweiten Schicht (optional): Für besondere Oberflächeneffekte kann eine zweite, feine Schicht folgen. Bei Außenfassaden wird in der Regel immer ein Unter- und Oberputz aufgetragen.
  7. Oberfläche nachbearbeiten: Nach dem Trocknen des Feinputzes kann die Putzschicht je nach gewünschtem Effekt nochmals geglättet oder strukturiert werden.
  8. Versiegelung (optional): Abhängig von der Örtlichkeit können Sie zum zusätzlichen Schutz eine spezielle Lehmfarbe oder einen Versiegelungsanstrich auftragen.

Welche Dicke sollte eine Lehmputzschicht beim Auftragen haben?

Für Unterputze, die als Basis für weitere Schichten dienen, wird in der Regel eine Auftragsstärke von 10 bis 15 Millimetern empfohlen. Hier kommt es stark auf die Untergrundbeschaffenheit an, denn bei unebenen Wandflächen können auch größere Auftragsstärken notwendig sein. Oberputze, die als Endbeschichtung dienen, sind meist dünner und variieren zwischen 2 und 5 Millimetern. Bei speziellen Anwendungen, wie bei der Wandgestaltung von strukturierten Oberflächen, kann die Dicke stark variieren.

GUT ZU WISSEN:
Die richtige Schichtdicke beim Auftragen des Putzes ist ausschlaggebend für die Trocknungszeit und vor allem für die Langlebigkeit. In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Putzstärke und Auftragsstärke unterschieden. Unter Putzstärke versteht man die Gesamtdicke aus Unter- und Oberputz, während die Auftragsstärke die Dicke der einzelnen Schichten bezeichnet. Beträgt die Auftragsstärke des Unterputzes 10 Millimeter und die der Oberputzschicht 5 Millimeter, ergibt sich eine Putzstärke von 15 Millimetern.

Wie lange trocknet Lehmputz?

Wie schnell Lehm trocknet, hängt unter anderem von der Feuchtigkeit und der Schichtdicke ab. Im Schnitt liegt die Trocknungszeit bei etwa 10 bis 14 Tagen. Bei dickeren Schichten oder in weniger gut belüfteten Räumen kann es auch länger dauern. Es ist wichtig, die Putzmasse gleichmäßig und langsam trocknen zu lassen, um Risse zu vermeiden. Im Innenbereich sollte die Raumtemperatur dabei idealerweise zwischen 15 und 20 Grad Celsius liegen. Zudem sollte starke Zugluft vermieden werden.

Nahaufnahme einer Hand, die mit einem Metallspachtel braunen Lehmputz in horizontalen Bahnen auf eine Wand aufträgt und eine strukturierte Oberfläche erzeugt.
Die Schichtdicke des aufgetragenen Putzes beeinflusst maßgeblich die Trocknungszeit © AVAKAphoto / istockphoto.com

Welche Fehler kann ich bei der Verarbeitung von Lehmputz vermeiden?

  • ungenügende Vorbereitung des Untergrunds: Unzureichend gereinigte oder vorbereitete Wände können dazu führen, dass das Putzmaterial nicht richtig haftet und Risse entstehen.
  • zu kurze Trocknungszeit: Eine gleichmäßige Trocknung ist entscheidend, ansonsten können Risse oder andere Wandschäden entstehen.
  • falsche Schichtdicke: Wird die Putzschicht zu dick oder zu dünn aufgetragen, kann dies die Struktur schwächen und zu Abplatzungen oder ungleichmäßigen Oberflächen führen.
  • ungeeignete Farben oder Versiegelungen: Wenn Lehmputzwände mit nicht diffusionsoffenen Farben oder Versiegelungen überstrichen werden, kann dies die Atmungsaktivität der verputzen Wandfläche beeinträchtigen und Feuchtigkeitsschäden verursachen.
  • unzureichende Durchmischung des Materials: Eine nicht gleichmäßig gemischte Lehmputzmasse kann zu Unebenheiten und einer inkonsistenten Struktur führen.


Welche Faktoren beeinflussen die Kosten von Lehmputz?

Wie hoch der Preis für das Material sowie das Auftragen ausfällt, ist abhängig von mehreren Faktoren wie

  • den Arbeitskosten,
  • der Putzart,
  • der Putzstärke, 
  • der Materialqualität, 
  • der Flächengröße,
  • dem Fachbetrieb, 
  • den regionale Preisspannen und
  • von den zusätzlichen Vor-und Nacharbeiten.

Was kostet Lehmputz pro Quadratmeter?

Die Kosten für Lehmputz variieren je nach Produkt, Einsatzbereich und Qualität. Für ein einfaches Lehmputzsystem, sprich Unter- und Oberputz, liegen die Materialpreise im Durchschnitt bei 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Spezielle Lehmputze, zum Beispiel in Farbvarianten oder für besondere Oberflächen, beginnen bei etwa 25 Euro bis 40 pro Quadratmeter und mehr. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb für die Wandarbeiten, liegen die Gesamtkosten je nach Region, Verfügbarkeit von Handwerkern und Anforderungen der Fläche typischerweise zwischen 15 und 60 Euro pro Quadratmeter. Für Wände in Feuchträumen oder im Außenbereich können zusätzliche Maßnahmen wie Grundierungen oder Schutzanstriche erforderlich sein, wodurch sich die Kosten auf 80 Euro pro Quadratmeter und mehr erhöhen.

Kosten für Lehmputz in der Übersicht 

KostenfaktorPreiseAnmerkung
einfacher Lehmputz (System)15 bis 30 Euro pro m²
  • Unter- und Oberputz, je nach Hersteller, Qualität und Farbigkeit
Lehmputz Unterputz10 bis 15 Euro pro m²
  • für 15 mm Dicke
Lehmputz Oberputz5 bis 10 Euro pro m²
  • für 3 mm Dicke
gefärbter Lehmputz25 bis 40 Euro pro m²
  • auch höher für hochwertigere Varianten, für spezielle Oberflächenstrukturen
Arbeitskosten15 bis 80 Euro pro m²
  • abhängig von Fläche, Region, Schwierigkeitsgrad und Fachbetrieb
Sack (25 kg)12 bis 20 Euro
  • je nach Putzart und Schichtdicke reicht ein Sack für 1,5 m² Unterputz und 6 m² Oberputz

Beispielrechnung: Lehmputz im Wohnzimmer (Innenbereich, 25 m²)

KostenfaktorPreis Preis für 25 m²Anmerkung
Materialkosten15 bis 25 Euro pro m²375 bis 625 Eurozweilagige Putzschicht
Arbeitskosten50 bis 65 Euro pro m²1.250 bis 1.625 EuroUnterputz + Oberputz, glätten/filzen
Anfahrtspauschale50 bis 70 Euro50 bis 70 Euroeinmalig, abhängig vom Fachbetrieb
Gesamtkosten1.675 bis 2.320 Euro 

Beispielrechnung: Außenfassade mit Lehmkalkputz (50 m²)

KostenfaktorPreisPreis für 50 m²Anmerkung
Materialkosten20 bis 30 Euro pro m²1.000 bis 1.500 Eurozweilagiger Lehmkalkputz 
Arbeitskosten65 bis 80 Euro pro m²3.250 bis 4.000 EuroUnterputz + Oberputz, glätten/filzen, Schutzmaßnahmen
Gerüstkosten8 bis 12 Euro pro m²400 bis 600 EuroMiete und Aufbau für 50 m² Fassadenfläche
Anfahrtspauschale50 bis 80 Euro50 bis 80 Euroeinmalig, abhängig vom Fachbetrieb
Gesamtkosten 4.700 bis 6.180 Euro 

Aufgrund der verschiedenen Kostenfaktoren können die Preise für jedes Projekt unterschiedlich hoch ausfallen. Sie sollten sich daher für eine genaue Kostenabschätzung an einen Fachbetrieb wenden. Der Profi erstellt Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot für Ihr Vorhaben.



Ist Lehmputz teurer als andere Putzarten?

Im Vergleich zu anderen Putzmaterialien zählt Lehmputz zu den höherpreisigen Materialien. Das liegt am aufwendigen Herstellungsprozess, der sorgfältige Auswahl der Rohstoffe und die besondere Verarbeitung erfordert. Hinzu kommt, dass Fachbetriebe für das Auftragen von Lehmputz in der Regel mehr Zeit benötigen als für Standardputze, insbesondere bei zweilagigen Schichten oder strukturierten Oberflächen. Dadurch entstehen höhere Material- und Arbeitskosten im Vergleich zu gängigen Materialien wie Gipsputz und Zementputz.

Putzarten: Kosten im Vergleich

PutzartMaterialkosten pro m²Anmerkung
Lehmputz (einfach)15 bis 30 Euro
  • Preis für einfache Ausführung, meist zweilagig, bestes Raumklima, voll recycelbar
Lehmputz (spezielle Ausführung)25 bis 40 Euro
  • auch höherer Preis für hochwertigere Ausführung möglich
Gipsputz5 bis 20 Euro
  • schnell trocknend, Standard-Innenputz, glatte Oberflächen, einlagig verarbeitbar
Kalkputz15 bis 25 Euro
  • feuchtraumgeeignet, schimmelhemmend (alkalisch), diffusionsoffen
Gipskalkputz10 bis 20 Euro
  • vereint die gute Verarbeitung von Gips mit der Festigkeit von Kalk
Kalkzementputz12 bis 30 Euro
  • sehr robust, der Standard für Badezimmer, Treppenhäuser und Fassaden
Kunstharzputz15 bis 30 Euro
  • meist als dünner Dekorputz, sehr elastisch und rissbeständig, aber kaum diffusionsoffen
Zementputz10 bis 25 Euro
  • extrem widerstandsfähig und wasserresistent, ideal für Keller und Sockelbereiche

Auftragen von Lehmputz: DIY oder Fachbetrieb

Sie können das Auftragen auch in Eigenregie durchführen, das erfordert jedoch etwas Geschick, fachliches Know-how und die Beachtung bestimmter Arbeitsschritte, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Wenn Sie sich aber unsicher sind, welches Material Sie benötigen und worauf Sie für ein gleichmäßiges Endergebnis achten müssen, lohnt es sich, einen Profi zu engagieren. Er ist im Umgang mit den verschiedenen Baustoffen vertraut und sorgt dafür, dass Ihre Wand sorgfältig verputzt wird. Mit einem Malerexperten an Ihrer Seite stellen Sie sicher, dass das Putzmaterial richtig verarbeitet wird und später keine kostspieligen Ausbesserungsarbeiten auf Sie zukommen. Außerdem lassen sich die Arbeitskosten eines Fachbetriebs steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Dafür ist es notwendig, dass Sie dem Finanzamt eine schriftliche Rechnung vorlegen, auf der die Lohnkosten separat und nachvollziehbar ausgewiesen sind. So können 20 Prozent der Arbeitskosten eingespart werden, wobei die jährliche Betragsobergrenze bei 1.200 Euro liegt. [2] Schlussendlich bringt sowohl die Eigenregie als auch die Ausführung durch einen Fachbetrieb Vor- und Nachteile mit sich, die sorgfältig abgewogen werden sollten.

Vor- und Nachteile: DIY vs. Fachbetrieb

AspektDIYFachbetrieb
Kostengünstiger, da nur Materialkosten anfallenhöhere Kosten für Malerarbeiten https://www.maler.org/magazin/malerarbeiten-kosten-20114260 und hochwertiges Material, Arbeitskosten von der Steuer absetzbar
Zeitaufwandhoher Zeitaufwand, da Eigenarbeit und Lernkurve einzuplanen sindschneller, da erfahrene Handwerker die Arbeit übernehmen
QualitätQualität hängt von den eigenen Fähigkeiten und der Erfahrung abprofessionelles Ergebnis mit hoher Qualität
Flexibilitäteigenes Tempo und individuelle Gestaltung möglichfeste Termine und weniger Flexibilität bei kurzfristigen Änderungen
Risikenhöheres Risiko von Fehlern, die zu Rissen oder schlechter Haftung führen könnengeringeres Risiko durch eine professionelle Ausführung und Haftung liegt beim ausführenden Fachbetrieb

Wie pflege ich Wände mit Lehmputz?

Der Baustoff Lehm ist relativ pflegeleicht, jedoch sollte bei der Reinigung darauf geachtet werden, die natürlichen Eigenschaften des Materials zu erhalten. Lehmputzwände sollten trocken gereinigt werden, um Staub und Schmutz zu entfernen. Sie können dafür ein feuchtes Tuch verwenden. Wichtig ist, dass Ihre Wände ohne Schutzschicht nicht zu nass werden sollten, da Lehm Feuchtigkeit aufsaugt und es bei zu viel Wasser zu Schäden kommen kann. Entdecken Sie mit der Zeit Schäden, wie Risse, sollten Sie das sofort beheben. Investieren Sie am Anfang gleich in ein hochwertiges Material und lassen Sie die Fassade oder Wände von einem Profi verputzen. Er weiß, worauf er bei der Arbeit mit den verschiedenen Lehmputzarten zu achten muss.

Lehmputzwand nach dem Auftragen schützen

Nach dem Auftragen kann es sinnvoll sein, die Putzschicht mit einem Schutzanstrich zu versehen, um die Wandfläche widerstandsfähiger gegen Abrieb und Flecken zu machen. Es gibt spezielle Lehmfarben und Versiegelungen, die den Putz schützen, ohne seine Diffusionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Diese Schutzanstriche sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, von farblos bis leicht getönt und bieten zusätzlichen Schutz, insbesondere in stark beanspruchten Bereichen wie Fluren oder Kinderzimmern.

Abstrakte Nahaufnahme einer Wand aus gestampftem Lehm, die wellenförmige Schichten in verschiedenen Erdtönen von Dunkelbraun über Ocker bis hin zu hellem Terrakotta zeigt.

Lehmfarben bewegen sich im natürlichen Farbspektrum. ©rawintanpin / istockphoto.com

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Achten Sie darauf, dass der Untergrund sauber, trocken und frei von Staub oder Fett ist, um eine optimale Haftung zu gewährleisten.
  2. Verwenden Sie bei der Anwendung in Feuchträumen eine geeignete Lehmputzart sowie eine zusätzliche Versiegelung, die beide eine höhere Wasserbeständigkeit bieten.
  3. Geben Sie der Putzschicht ausreichend Zeit zum Trocknen. Planen Sie daher genügend Zeit zwischen den Arbeitsschritten ein.
  4. Schützen Sie den Putz nach dem Auftragen vor direkter Nässe und mechanischen Einflüssen, insbesondere in den ersten Tagen.
  5. Wählen Sie nach dem Verputzen atmungsaktive Farben und Tapeten, wenn Sie Putz streichen oder tapezieren möchten, um die ökologischen Vorteile des Putzes zu erhalten.


Fazit

Lehmputz ist ein vielseitiger und ökologischer Baustoff, der durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften überzeugt und das Wohnklima positiv beeinflussen kann. Er eignet sich besonders für den Innenbereich, während der Einsatz in Feuchträumen und im Außenbereich eingeschränkt möglich ist. Im Außenbereich sollte darauf geachtet werden, dass die mit Lehm verputzte Wandfläche keinem direkten Schlagregen ausgesetzt ist und idealerweise unter einem Dachvorsprung liegt. Für Feuchträume sind spezielle Schutzmaßnahmen erforderlich, um die Langlebigkeit des Putzes zu gewährleisten. Außerdem kann Lehmputz auf vielfältige Weise gestaltet werden, etwa durch unterschiedliche Oberflächentechniken, Strukturen oder Farbgestaltungen, sodass sich Wände individuell an den gewünschten Einrichtungsstil anpassen lassen.

Lehmputz: Häufig gestellte Fragen

Kann Lehmputz auch nachträglich aufgetragen werden?

Lehmputz kann auch bei Renovierungsarbeiten nachträglich auf Wände und Decken aufgetragen werden, vorausgesetzt der Untergrund ist geeignet und gut vorbereitet.

Können Risse im Lehmputz entstehen?

Risse können entstehen, besonders wenn der Untergrund arbeitet, der Putz zu schnell trocknet oder die Putzschichtdicke nicht ausreichend ist. Diese Schäden können jedoch oft durch eigene Nacharbeiten oder den Fachbetrieb behoben werden.

Ist Lehm recycelbar?

In der Regel ist Lehmputz vollständig recycelbar und kann wiederverwendet werden. Er ist ein umweltfreundlicher Baustoff, der keine chemischen Zusätze enthält und somit leicht entsorgt werden kann. 

Wie entsorge ich Lehmputzreste?

Kleinere Mengen können im Hausmüll entsorgt werden, da er biologisch abbaubar ist. Bei größeren Mengen, wie etwa bei Renovierungsarbeiten, kann der Lehmputz problemlos als Bauschutt entsorgt werden. Alternativ kann der Baustoff auch wiederverwendet werden, indem er mit Wasser wieder zu einer verarbeitbaren Masse angemischt und für andere Bauprojekte genutzt wird. Recyclinghöfe nehmen Lehmputzreste an, wobei es ratsam ist, sich vorab über die Annahmebedingungen in Ihrer Region zu informieren.

Quellen

[1] „Lehmbau Techniken › Lehmputze und Lehmtrockenputzplatten › Dachverband Lehm e.V“. Dachverband-lehm.de, www.dachverband-lehm.de/lehmbau/techniken-lehmputze. Zugegriffen 17. März 2026.

[2] Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. „Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen“. Vlh.de, Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V., www.vlh.de/wohnen-vermieten/eigentum/kosten-fuer-handwerker-von-der-steuer-absetzen.html. Zugegriffen 18. März 2026.

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina Haunfelder arbeitet als Redakteurin für Maler.org und erklärt Techniken, Materialien und Trends im Malerhandwerk verständlich. Ihr Studium in Technikjournalismus und Technik-PR schärfte ihren Blick für handwerkliche Prozesse und deren präzise Aufbereitung. Vor ihrem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, die ihre Ausdrucksstärke und sprachliche Präzision prägte. Nach ersten Erfahrungen als Werkstudentin baute sie ihre journalistische Laufbahn kontinuierlich aus. Heute verfügt sie über mehr als 5 Jahre Redaktionserfahrung und kombiniert fundierte Recherche mit Gesprächen mit Handwerksprofis und Verbänden. So entstehen Fachartikel, die technisches Wissen mit praktischen Tipps verbinden, für Maler ebenso wie für Endkunden.