Trockenbau – Entwicklung der innovativen Bauweise
Innovation pur! Der Trockenbau kommt ohne den Einsatz von Flüssigbaustoffen aus. Anfangs hatte das Verfahren so einige Probleme richtig Fuß zu fassen – heute ist es aus dem modernen Bauwesen nicht mehr wegzudenken. Wie es die Trockenbauweise doch noch auf die deutsche Baustelle geschafft hat, darüber informiert Maler.org!

Der moderne Trockenbau von heute beinhaltet eine Vielfalt von Möglichkeiten zum Innenausbau. - © bucklava by Flickr.com
Der moderne Trockenbau mit seiner innovativen Innenausbauweise hatte seinen Anfang in den 60er Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika. Zu dieser Zeit zeigten sich auch die ersten Ansätze in Deutschland und in den restlichen Ländern Europas. In Deutschland setzte sich die Trockenbauweise anfangs nur zögerlich gegen die traditionelle Nassbauweise durch, schaffte es aber aufgrund der hervorragenden Preise im Trockenbau doch auf die deutsche Baustelle. Heute wird der Akustik- und Trockenbau von vielen Betrieben im Maler- und Lackiererhandwerk ausgeführt. Das Berufsbild wird unter anderem auch durch die Deutsche Bauindustrie unterstützt.
In der Vergangenheit wurde für die vielen Trockenbaufirmen geregelt, dass die trockene Bauweise auch den entsprechenden Einschränkungen des Handwerks unterliegt. Besonderheit dieser Regelung war, dass neben den Trockenbauarbeiten mit vielen Variationen der Trockenbauwände und anderen Konstruktionen jegliche Beschichtungen und Verkleidungen im Nachhinein in das Berufsfeld der Maler und Lackierer fallen sollten. So erklärt sich auch, dass auch heute viele Malerfachbetriebe spezialisierte Trockenbauarbeiten durchführen.
Was ist Trockenbau?
Der Trockenbau beinhaltet nach allgemeiner Definition alle raumbegrenzten Konstruktionen, die ohne wasserhaltige Baustoffe auskommen und in trockener Bauweise montiert oder weiterverarbeitet werden können. Aus diesem Grund beschränkt sich der Trockenausbau meist ausschließlich auf den Innenbereich oder auf spontane und vorübergehende Konstruktionen, wie es beispielsweise im Messebau der Fall ist.
Einen besonderen Teilabschnitt dieser Bauweise stellt der Akustikbau dar, der sich explizit mit den Bereichen der Schalldämmung und –isolierung beschäftigt. Thematisch umfasst er sämtliche bauphysikalischen Eigenschaften von trockenen Baustoffen im Hinblick auf Erzeugung, Entstehung und Ausbreitung von Schall (Akustik).
Der klassische Trockenbau hingegen beinhaltet im Großen und Ganzen die Montage von Bauteilen mit Schraub-, Klemm-, Clips-, Einleg- oder Stecksystemen. Dazu gehören verschiedene Deckenverkleidungen, Installationswände (zum Beispiel in öffentlichen Toiletten), trocken beplankte Wandbekleidungen und Montagewände (beispielsweise Ständerwände aus Zinkblech) sowie sonstige Verkleidungen, die auf den Einsatz von Flüssigbaustoffen verzichten – besondere Raumausstattungen wie Fußböden mit speziell vorgefertigten Trockenbauplatten gehören ebenfalls dazu. Fußbodenbeläge werden in der Regel als Hohlraum-, Doppel- oder Trockenunterböden (Trockenestrich) verlegt. Deckenverkleidungen hingegen gibt es in zahlreichen Ausführungen, wie Kassetten-, Raster-, Gitter-, Waben-, Lamellen- oder Paneeldecken. Wegen der facettenreichen Anwendung verschiedenster Bauteile gibt es auch keine einheitliche Anleitung für den Trockenbau. Das Trockenbauverfahren wird stets auf die Gegebenheiten angepasst. Daher sollte diese besondere Bauweise ausschließlich von Malerfachbetrieben ausgeführt werden.
Die Materialien und Bauteile im Trockenbau
Es eignen sich viele verschiedene Materialien und industrielle Bauteile im Trockenbau. Die breit gefächerte Palette reicht vom Gipskarton über Calciumsilikat bis hin zu Holzwerkstoffen und Stahl. Das Gewerbe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ungemein weiterentwickelt. Anfangs nur mit wenigen, bietet der Trockenbau heute beinah grenzenlose Möglichkeiten für den innovativen Innenausbau. Er lässt sogar unter anderem durch spezielle Ansetzbinder den Freiraum, Bauteile und Verlegeplatten zu mörteln oder zu verkleben. Dabei haben die Trockenbau Werkzeuge, wie beispielsweise besondere Spachtelmasse und spezieller Fugenkleber immens kurze Trockenzeiten und können schon nach einigen Stunden weiterverarbeitet werden.
Dämmmaterialien im Trockenbau
Der Trockenbau erfüllt dank moderner Isolier- und Dämmtechniken alle bauphysikalischen Anforderungen, wie Kälte-, Schall-, Wärme-, Feuchte-, Brand-, Strahlenschutz und Schlagsicherheit. Es werden auch ökologische Naturfasern wie Flachs, Baum- oder Schafswolle oder auch Kork verwendet, um optimale Dämmung zu gewährleisten. Des Weiteren werden auch klassische Dämmmaterialien, wie zum Beispiel Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle) und Perlit (Obsidian) verarbeitet, unter anderem aber auch besondere Werkstoffe wie Schaumglas oder Hartschaum. All diese Baustoffe haben einzigartige Eigenschaften, die sie für die Dämmung und Isolierung unersetzbar machen. Vor allem die Mineralwolle wird nicht nur im Trockenbau wegen ihrer hervorragenden Dämmeigenschaften verwendet, sondern ist auch auf der traditionellen Baustelle mit Nassbaustoffen vielfach verbreitet.
Bei der Wärmedämmung wird im Trockenbau zwischen drei besonderen Konstruktionen unterschieden:
Fußbodenheizung-Installation im Trockenbau
Die Fußbodenheizung wird vielfach gern im Trockenbau montiert. Einerseits, weil der Einbau durch vorgefertigte Bauteile erheblich vereinfacht wird, andererseits, weil die Fußbodenheizung langfristig eine immense Kosteneinsparung bedeutet. Im Gegensatz zur Nassbauweise, bei der das komplexe Heizsystem mit Schläuchen und Ventilen in Flüssigbaustoffe eingegossen werden muss, werden die einzelnen Bauteile im Trockenbau einfach zusammengesetzt. Damit nicht unnötig viel Wärme nach unten hin verloren geht, werden doppelt isolierte Bodendämmung und Tonziegel benutzt, die Wärme speichern und wieder abgeben können.
Die Wandheizung im Trockenbau
Im Gegensatz zur Fußbodenheizung wird die Wandheizung im Trockenbau in der Vertikalen anstatt in der Horizontalen montiert. Auch hier wird auf den Einbau von maßgefertigten Bauteilen zurückgegriffen. Ebenso müsste eine Wandheizung in der Nassbauweise in flüssiges Material eingegossen werden. Im Trockenbau hingegen wird zum Beispiel eine Gipsfaserplatte inklusive Heizsystem einfach mit Dämmmaterial an der Wand befestigt. So können durch eine einfache, vorgefertigte Trockenbauwand Kosten gespart werden, denn die Wärmedämmung nach außen ist schon im Vorfeld gegeben. Dabei kann dieses System sowohl heizen als auch kühlen, wodurch der Einbau einer Klimaanlage nicht mehr nötig ist.
Einbau einer Klimadecke im Trockenbau
Die Klimadecke wird zusätzlich oft in Kombination mit der Fußbodenheizung im Trockenbau verwendet. Sie wird ähnlich wie die Boden- und Wandheizung nur an der Decke angebracht. Da die Wärmeabgabe auf diese Weise geteilt wird, lässt sich die Raumtemperatur besser regulieren. Auch wenn Räume in den Sommermonaten klimatisiert werden sollen, bedeutet das immense Einsparung von Energiekosten. Dadurch, dass in größeren Heiz- und Kühlsystemen Revisionsklappen verbaut werden, ist die Wartung um ein Vielfaches leichter durchzuführen. Das ist besonders in gewerblichen Büro- oder Geschäftsräumen der Fall.
Die Vielfalt im Trockenbau
Allumfassend existiert eine Vielzahl von Varianten für den Innenraum, um ihn im Trockenbau zu verkleiden, zu dämmen oder umzubauen. Schon die verschiedenen Möglichkeiten der Deckengestaltung von Räumen sind so umfangreich, dass die Wahl schwerfällt. In jedem Fall sollten Sie die Beratung eines Malerfachbetriebs in Anspruch nehmen. Ob beim Verbau von Sperren und Dampfbremsen aus Metall oder Kunststoff, bei der Wahl der richtigen Materialien in Feucht- oder Trockenräumen oder der Umgestaltung von Geschäfts- oder Wohnräumen – ein Fachmann aus der Malerinnung unterstützt Sie gern.
Trockenbau heißt Entwicklung und Innovation
Wesentlicher Vorteil des Akustik- und Trockenbaus ist die dynamische Entwicklung seiner Systembauverfahren. Sie ermöglicht ein erheblich schnelleres Bauen als traditionelle handwerkliche Arbeitstechniken und besondere Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich der modernen Gebäudeakustik. Durch den Facettenreichtum verschiedener Handwerksbranchen, wie die der Akustik- und Trockenbauer mit den Malern und Stuckateuren, ist die Reichweite an Dienstleistungen noch besser abgedeckt und sichert Kostentransparenz und stabile Preisentwicklung. Lassen Sie sich dazu von einem Fachmann beraten. Hier auf Maler.org finden Sie den richtigen Fachbetrieb.
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