Zementputz bewährt sich dort, wo andere Putze an ihre Grenzen stoßen. Seine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung macht ihn seit Jahrzehnten zur ersten Wahl für anspruchsvolle Bauvorhaben, insbesondere in feuchten Kellern, an Fassaden oder in Feuchträumen. Doch der robuste Baustoff zeigt seine Stärken nur dann vollständig, wenn Verarbeitung und Untergrundvorbereitung stimmen. Entscheidend für ein dauerhaftes Ergebnis sind die richtige Materialwahl, die fachgerechte Aufbringung und die Kenntnis typischer Fehlerquellen.
- Was ist Zementputz?
- Wo und in welchen Bereichen wird Zementputz eingesetzt?
- Welche Vor- und Nachteile hat Zementputz?
- Welche Arten von Zementputz gibt es?
- Was versteht man unter chromatarmen Zemenputz?
- Was unterscheidet Zementputz von Kalk-Zement-Putz, Gipsputz oder Lehmputz?
- Welche Eigenschaften hat Zementputz?
- Wie wird Zementputz verarbeitet?
- Welche Fehlerquellen und Probleme gibt es bei Zementputz?
- Wann muss Zementputz nachbearbeitet oder geschützt werden?
- Was kostet Zementputz?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Zementputz: Häufig gestellte Fragen
Alles auf einen Blick:
- Zementputz besteht aus Zement, Sand mit Korngrößen von etwa 1 bis 3 Millimetern und Wasser. Durch die chemische Hydratation härtet er zu einer festen, widerstandsfähigen Oberfläche aus.
- Er wird in verschiedenen Varianten angeboten, die jeweils auf spezielle Anforderungen und Einsatzbereiche zugeschnitten sind, etwa Sockel, Keller, Fassaden oder feuchte Räume. So lassen sich für jede Anwendung die passende Zementputzart und Schichtdicke auswählen.
- Zementputz eignet sich sowohl für Innen- als auch für Außenbereiche, besonders dort, wo Feuchtigkeit oder Witterungseinflüsse eine Rolle spielen.
- Im Vergleich zu Kalk-Zement-Putz, Gipsputz oder Lehmputz bietet Zementputz höhere Druck- und Abriebfestigkeit, ist jedoch weniger diffusionsoffen.
- Für ein stabiles Ergebnis sind gründliche Untergrundvorbereitung, Haftungsprüfung und die Einhaltung der Trocknungszeiten entscheidend.
Was ist Zementputz?
Zementputz ist ein mineralischer Wand- und Deckenputz auf Basis von hydraulischem Zement als Bindemittel. Er besteht aus Zement, mineralischen Zuschlagstoffen wie gewaschenem Sand mit definierter Körnung sowie Wasser. Bei gröberen Körnungen spricht man fachlich von Mörtel. Zementputz dient dazu, Mauerwerksflächen, Beton oder andere mineralische Untergründe zu egalisieren, mechanisch zu schützen und eine besonders belastbare sowie langlebige Oberfläche herzustellen. Charakteristisch für Zementputz ist seine hydraulische Erhärtung. Das bedeutet, der Putz härtet durch eine chemische Reaktion des Zements mit Wasser aus und entwickelt seine Festigkeit unabhängig von der Luftzufuhr. Dadurch lässt sich Zementputz auch in feuchten Umgebungen sowie im Außenbereich zuverlässig einsetzen. Im Vergleich zu anderen mineralischen Putzen zeichnet sich Zementputz durch sehr hohe Druckfestigkeit, Abriebfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit aus. Gleichzeitig ist er weniger elastisch und besitzt eine geringere Wasserdampfdurchlässigkeit. Aus diesem Grund reagiert er empfindlicher auf Bewegungen im Untergrund. Eine sorgfältige Untergrundprüfung, ausreichende Haftung sowie die fachgerechte Schichtdicke sind entscheidend, um Rissbildungen und Haftungsprobleme im Vorfeld zu vermeiden.
Woraus besteht Zementputz?
- Zement als Bindemittel
- Sand als Zuschlagstoff
- Wasser zum Anmischen und Abbinden
Je nach Anwendungsbereich und gewünschter Festigkeit liegt das Mischungsverhältnis von Zement zu Sand üblicherweise zwischen 1 zu 3 bis 1 zu 4. Die maximale Korngröße des Zementputzes beträgt in der Regel 1 bis 3 Millimeter. Optional können Zusatzstoffe oder Zusatzmittel beigemischt werden, um die Verarbeitung zu erleichtern oder gezielte Materialeigenschaften zu beeinflussen.
Welchen Zement nutzt man für Zementputz?
Für die Herstellung von Zementputz wird in der Regel Portlandzement (CEM I) oder Portlandkompositzement (CEM II) verwendet. Beide binden hydraulisch ab, erreichen hohe Festigkeit und sind unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit, wodurch sie sich sowohl für Innen- als auch Außenbereiche sowie für stark beanspruchte oder feuchte Untergründe eignen. Der Unterschied besteht darin, dass CEM I reiner Portlandzement ist, während CEM II zusätzlich Zuschlagstoffe enthält, was die Verarbeitung erleichtert.
Wo und in welchen Bereichen wird Zementputz eingesetzt?
Zementputz eignet sich besonders dann, wenn hohe Anforderungen an Beständigkeit, Feuchtigkeitsschutz und Witterungsresistenz bestehen. Der Putz lässt sich sowohl im Innen- als auch im Außenbereich anwenden. Typische Einsatzgebiete sind Wände in Feuchträumen wie Badezimmern oder Kellern sowie Fassaden.
Zementputz im Außenbereich
Für Fassaden, Sockel oder Kelleraußenwände wird Zementputz häufig gewählt, weil er wetterbeständig und mechanisch belastbar ist. Er weist Regen- und Spritzwasser gut ab und besitzt eine harte Oberfläche, die robust gegenüber Beanspruchungen bleibt. Besonders geeignet ist er für Sockelbereiche, die direkt dem Erdreich oder Spritzwasser ausgesetzt sind. Beim Verputzen von Fassadenputz sollten Sie unbedingt Witterung und Temperatur beim Auftrag beachten, denn Frost oder direkte Sonneneinstrahlung können die Verarbeitung beeinträchtigen.
Zementputz im Innenbereich
Auch im Innenbereich findet Zementputz Verwendung, insbesondere in Feuchträumen wie Bad oder Keller sowie in gewerblich genutzten Räumen mit starker Beanspruchung. Hier überzeugt er durch seine wasserabweisende Wirkung und seine Druck- sowie Abriebfestigkeit. Für Wohnräume mit Fokus auf Raumklima oder elastische Wandflächen kann allerdings ein weniger harter Putz wie Kalkputz vorteilhafter sein.
Welche Vor- und Nachteile hat Zementputz?
| Vorteile | Nachteile |
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Welche Arten von Zementputz gibt es?
- Zementleichtputz
- Zementfeinputz
- Sockelputz
- Sanierputz
Der Begriff Zementputz umfasst verschiedene Putzarten, die sich sowohl in ihrer Bindemittelzusammensetzung als auch in ihren technischen Eigenschaften und Einsatzbereichen unterscheiden. Während klassische Zementputze überwiegend auf Zement als alleinigem Bindemittel basieren und dadurch besonders hohe Festigkeiten erreichen, wird bei Kalkzementputz zusätzlich Kalk eingesetzt. Dieser reduziert die Festigkeit zugunsten einer höheren Diffusionsoffenheit und einer besseren Verarbeitbarkeit. Neben der Zusammensetzung werden Zementputze auch nach ihrer Funktion unterschieden.
Arten von Zementputz: Unterschiede im Überblick
| Art des Zementputzes | Beschreibung | typische Einsatzbereiche |
| Zementleichtputz |
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| Zementfeinputz | Sehr feine Körnung, glatte Oberfläche, gut für dekorative oder streichfähige Endschichten geeignet |
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| Sockelputz | Speziell verstärkt für den stark belasteten Sockelbereich, hohe Feuchtigkeits- und Abriebfestigkeit |
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| Sanierputz | Speziell zum Sanieren feuchter oder salzbelasteter Wandbereiche, ermöglicht Salz- und Feuchteabfuhr |
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Was versteht man unter chromatarmen Zemenputz?
Zement kann von Natur aus Chromate (hexavalentes Chrom) enthalten, die bei Hautkontakt Reizungen oder Allergien auslösen können. Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Chromatgehalt in Zement sind jedoch in der DIN EN 197 geregelt. Für Handwerker und Endverbraucher ist vor allem wichtig zu wissen, dass alle handelsüblichen Zementputze heute entsprechend chromatarm sind, wodurch die Verarbeitung gesundheitlich unbedenklich ist. Dennoch sollten Sie beim Anmischen und Auftragen stets Schutzhandschuhe, Schutzbrille und geeignete Kleidung tragen. Achten Sie zudem auf ausreichende Belüftung.
Was unterscheidet Zementputz von Kalk-Zement-Putz, Gipsputz oder Lehmputz?
| Putzart | charakteristische Eigenschaften | Vorteile | Nachteile |
| Zementputz |
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| Kalkzementputz |
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| Gipsputz |
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| Lehmputz |
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Im Vergleich zu Kalk-Zement-Putz besitzt Zementputz einen höheren Zementanteil und damit eine höhere Druck- und Abriebfestigkeit. Kalk-Zement-Putz hingegen kombiniert die druckfeste Bindung des Zements mit der diffusionsoffenen und elastischeren Eigenschaft von Kalk. Gipsputz ist im Innenbereich beliebt, da er leicht bearbeitbar ist, jedoch im Vergleich zur Härte und Widerstandskraft eines Zementputzes Nachteile hat. Lehmputz wiederum ist ökologisch vorteilhaft und stark im Raumklima regulierend, bietet aber nicht die Robustheit von Zementput. Wenn Widerstandsfähigkeit gegen Feuchte oder Witterung eine Rolle spielen, ist Zementputz eine Überlegung wert. Wegen seiner Starrheit kann diese Putzart bei beweglichen Untergründen oder unruhigem Mauerwerk jedoch schneller reißen oder abspringen.
Welche Eigenschaften hat Zementputz?
- Druck- und Abriebfestigkeit: Zementputz zeichnet sich durch sehr hohe Druck- und Abriebfestigkeit aus, denn das Putzmaterial ist nach dem Aushärten besonders robust. Dadurch eignet er sich für Bereiche mit mechanischer Beanspruchung oder direkter Witterungseinwirkung. Im Freien oder in Kellern mit häufiger Nutzung ist der Einsatz von Zementputz besonders sinnvoll.
- Wasser- und Witterungsbeständigkeit: Der Putz ist wasserabweisend und schützt vor dem Eindringen von Feuchtigkeit oder Spritzwasser. Allerdings bedeutet wasserabweisend nicht unbedingt vollständig wasserundurchlässig bei hoher Feuchtigkeit oder unsachgemäßer Verwendung kann Kondenswasser oder Ausblühung auftreten.
Wie hart, druckfest und abriebfest ist Zementputz?
Zementputz gehört zu den härtesten mineralischen Putzen und erreicht eine sehr dichte, steinartige Oberfläche. Seine Druckfestigkeit beziehungsweise Druckspannung (CS) hängt von der Mörtelgruppe ab, wobei Zementmörtel in den höheren Kategorien eingeordnet werden kann. Dadurch ist er deutlich druckfester als Gips- oder Kalkputz und bleibt selbst bei hoher mechanischer Belastung formstabil. Die hohe Dichte führt außerdem zu einer ausgeprägten Abriebfestigkeit, was ihn besonders für Sockelzonen, Keller, Garagen, Werkstätten und andere stark beanspruchte Bereiche geeignet macht. Kratzer, Schürfungen oder Stöße hinterlassen meist keine bleibenden Spuren, solange der Putz korrekt verarbeitet wurde und der Untergrund ausreichend tragfähig ist. Diese Kombination aus Härte, Druckfestigkeit und Abriebfestigkeit macht Zementputz zu einem der widerstandsfähigsten Putze im Bauwesen.
Was bedeutet Mörtelgruppe CS?
Die Mörtelgruppen CS beschreiben die mechanische Druckfestigkeit von Putz- und Putzmörteln nach den europäischen Normen DIN EN 998‑1 und DIN 18550‑1. Sie geben an, wie viel Belastung ein Mörtel pro Flächeneinheit aushält, bevor er versagt. Die Einteilung ist für alle mineralischen Putze und Mörtel relevant, unabhängig vom verwendeten Bindemittel. Zementputze werden meist in den Klassen CS III oder CS IV eingeordnet. CS IV stellt dabei die höhere Festigkeitsklasse im Standardbereich dar. Typische Druckfestigkeiten liegen je nach Klasse etwa zwischen:
- CS I: 0,4 bis 2,5 N/mm²
- CS II: 1,5 bis 5 N/mm²
- CS III: 3,5 bis 7,5 N/mm²
- CS IV: über 6 N/mm², teilweise deutlich höher
Damit ist Zementputz deutlich druckfester als Gipsputz und spürbar härter als Kalk-Zement-Putz. Die CS-Klassen geben nur die Festigkeit an, nicht die Zusammensetzung des Materials. Ein CS IV-Zementputz kann daher unterschiedliche Zusatzstoffe oder Bindemittel enthalten, solange die geforderte Festigkeit erreicht wird.
Ist Zementputz wasserabweisend oder wasserdicht?
Zementputz ist grundsätzlich wasserabweisend, aber nicht vollständig wasserdicht. Durch seine dichte Struktur dringt Feuchtigkeit nur sehr langsam ein und Spritzwasser oder kurzzeitige Nässe stellen in der Regel kein Problem dar. Daher eignet er sich gut für Fassaden, Sockelbereiche und Feuchträume. Dauerhaft stehende Feuchtigkeit, drückendes Wasser oder kapillar aufsteigende Nässe kann er jedoch ohne zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen nicht zuverlässig abhalten. Entscheidend ist außerdem, dass die Oberfläche korrekt ausgehärtet ist und keine Risse aufweist, da Wasser sonst eindringen und Schäden verursachen kann. Bei Außenwänden oder erdberührten Bauteilen sollte der Putz daher immer mit einer passenden Abdichtung, Imprägnierung oder Dichtungsschlämme kombiniert werden, um dauerhaften Schutz sicherzustellen.
Wie wirkt sich Zementputz auf das Raumklima aus?
Im Innenbereich ist Zementputz weniger diffusionsoffen und weniger feuchteregulierend als Kalk- oder Lehmputz. Er bildet eine stabile, harte Oberfläche, trägt jedoch nicht aktiv zur Regulation des Raumklimas bei. Die geringere Diffusionsoffenheit kann in Wohnräumen mit hoher Luftfeuchtigkeit nachteilig sein, da der Putz überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft kaum aufnimmt und wieder abgibt. Für Wohnbereiche, in denen ein ausgeglichenes Raumklima gewünscht ist, können daher atmungsaktivere Putzsysteme die bessere Wahl sein.
Wie wird Zementputz verarbeitet?
Die Verarbeitung von Zementputz unterscheidet sich in einigen Punkten von anderen Putzarten und erfordert sorgfältige Vorbereitung sowie fachgerechtes Arbeiten. Ein entscheidender Faktor für ein dauerhaft gutes Ergebnis ist zunächst die gründliche Vorbereitung des Untergrunds. Nach dem Auftrag wird der Putz mit Kelle oder Traufel aufgezogen und anschließend mit Glättkelle oder Reibebrett geglättet. Bei größeren Flächen können Lehmschienen oder Richtlatten als Orientierung dienen, um eine gleichmäßige Ebenheit zu erreichen.
Für welche Untergründe eignet sich Zementputz?
Die Untergründe, auf die Zementputz aufgetragen wird, müssen
- sauber,
- gleichmäßig saugend,
- tragfähig,
- frei von losen Partikeln sowie
- sachgemäß
vorbereitet sein. Andernfalls besteht das Risiko mangelnder Haftung oder späterer Rissbildung. Besonders geeignet sind mineralische Oberflächen aus Beton, Ziegelmauerwerk oder auch Kalkstandstandstein.
Putzträger und Vorbehandlung: Wie wird der Untergrund für Zementputz vorbereitet?
Der Untergrund muss tragfähig, sauber und frei von losen Teilen, Staub, Fett oder alten Beschichtungen sein. Sehr glatte oder kontrastreiche Flächen benötigen eine Haftbrücke oder einen Vorspritz, um die Verbindung zwischen Putz und Untergrund sicherzustellen. Ecken, Fenster- und Türlaibungen sollten mit Kantenschutzleisten versehen werden, um saubere Kanten zu erhalten. Vor der Grundierung oder dem direkten Auftrag sollte der Untergrund leicht angefeuchtet werden, um die Saugfähigkeit zu regulieren und eine gleichmäßige Haftung zu gewährleisten.
Wie wird Zementputz angemischt?
Zementputz wird mit Wasser nach den Herstellerangaben angemischt. Übliche Mischverhältnisse liegen bei Zement zu Sand zwischen 1:3 und 1:4, abhängig vom Produkt und vom Einsatzbereich. Die Masse muss homogen sein, ohne Klumpen oder trockene Stellen. Zu wenig Wasser erschwert die Verarbeitung, zu viel Wasser kann die Festigkeit verringern. Alternativ gibt es fertig gemischten Zementputz, der nur mit Wasser angerührt werden muss und was die Konsistenz vereinfacht.
Wie viele Schichten sind üblich und in welcher Dicke?
Zementputz wird in einer oder mehreren Schichten aufgetragen. Typisch ist ein Unterputz, auf den je nach Anforderung ein Oberputz folgt. Übliche Schichtdicken liegen zwischen 15 und 30 Millimetern. Bei besonders beanspruchten Bereichen wie Außenflächen oder Sockeln kann eine dickere Schicht notwendig sein. Je nach Körnung und Einsatzbereich stehen verschiedene Putze zur Verfügung, darunter Feinputze, Leichtputze oder Sanierputze.
Wie lange muss Zementputz trocknen?
Die Trocknungsdauer hängt von Schichtdicke, Raumklima und Umgebungsbedingungen ab. Als Faustregel gilt, dass pro Millimeter Putzschicht ein Tag Trocknungszeit benötigt wird. Die gesamte Durchtrocknung kann daher schnell auch mehrere Tage dauern. Während dieser Zeit sollte der Putz nicht zu schnell austrocknen, da sonst Schwindrisse entstehen können. Bei Bedarf kann die Oberfläche leicht feucht gehalten oder mit Folie abgedeckt werden, um eine gleichmäßige Erhärtung zu gewährleisten.
Welche Fehlerquellen und Probleme gibt es bei Zementputz?
- Rissbildung und Abplatzung: Weil Zementputz sehr hart und wenig nachgiebig ist, kann er Spannungen im Untergrund nicht gut abfedern. Das kann im Mauerwerk bei starken Temperaturwechseln zu Rissen und Abplatzungen führen. Bei älteren Gebäuden oder Untergründen mit bekannten Bewegungen sollte eine elastischere Putzlösung geprüft werden.
- ungünstige Untergrundverhältnisse: Wenn der Untergrund nicht ausreichend vorbereitet ist, etwa bei glatten Betonflächen, alten Beschichtungen oder zu hoher Saugfähigkeit, kann die Haftung unzureichend sein. Dies führt später oft zu Ablösungen.
- schnelles Austrocknen: Zu schnelles Trocknen durch starke Sonneneinstrahlung oder Zugluft kann die vollständige Hydratation beeinträchtigen. Dies führt zu Festigkeitsverlust oder einer mangelhaften Oberfläche.
- eingeschränkte Diffusionsoffenheit: Im Innenbereich mit hoher Feuchtigkeit oder Schimmelproblematik kann die geringere Diffusionsoffenheit von Zementputz nachteilig sein, da Wasserdampf weniger gut abgegeben wird als bei Kalkputz. In sensiblen Wohnräumen sollte auf das gesamte Raumklima geachtet und gegebenenfalls ein alternativer Putz gewählt werden.
Wann muss Zementputz nachbearbeitet oder geschützt werden?
Zementputz muss immer dann nachbearbeitet oder geschützt werden, wenn die Bedingungen während der Trocknungs- und Erhärtungsphase ungünstig sind oder wenn eine besonders hohe Oberflächenqualität gefordert ist. Putzarbeiten im Außenbereich sollten daher stets bei milden Temperaturen durchgeführt werden. Geeignete Zeiträume sind hierbei der Frühling oder Herbst bei Temperaturen zwischen 5 und 20 Grad.
Die erste Phase nach dem Auftrag ist entscheidend, da der Putz seine Festigkeit durch eine chemische Reaktion mit Wasser entwickelt. Direkt nach dem Auftrag ist der Putz für mindestens 24 bis 48 Stunden vor zu schnellem Austrocknen zu schützen, da Wind, Sonne oder sehr trockene Luft zu Schwindrissen und verringerter Festigkeit führen können. In solchen Situationen hilft das Abdecken mit geeigneten Schutzfolien oder -vlies. Auch bei niedrigen Temperaturen ist Vorsicht geboten, denn sinkt die Umgebung unter etwa 5 Grad, braucht der frische Putz Frostschutz, da gefrierendes Wasser im Mörtel die Kristallstruktur zerstören und später zu Abplatzungen führen kann. Besonders im Sockelbereich ist ein zusätzlicher Schutz sinnvoll, weil Spritzwasser, Bodenfeuchte oder mechanische Belastung hier intensiver wirken. Eine passende Abdichtung oder eine Dichtungsschlämme kann verhindern, dass der Putz langfristig durchfeuchtet oder erodiert.
Welche Grundierungen, Farben oder Edelputze sind geeignet?
Nach dem vollständigen Trocknen des Zementputzes können verschiedene Grundierungen, Farben oder Edelputze aufgebracht werden. Die Wahl hängt vom Einsatzbereich und den gewünschten Eigenschaften ab. Der harte Untergrund erlaubt die Auswahl vieler Beschichtungsvarianten, allerdings kann die geringere Saugfähigkeit eine spezielle Grundierung notwendig machen.
Grundierung: Bei dichten oder wenig saugfähigen Putzoberflächen sorgt ein Haftgrund für eine sichere Verbindung zwischen Putz und späterem Anstrich. Ein Tiefengrund hilft, die Saugfähigkeit zu egalisieren und verhindert fleckige oder ungleichmäßige Anstriche. Besonders im Außenbereich sind Imprägnierungen sinnvoll, um zusätzlichen Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit zu bieten.
Farbe: Für die Beschichtung eignen sich robuste und wetterbeständige Farben. Silikonharzfarben spielen besonders im Außenbereich ihre Stärke durch hohe Wasserabweisung aus. Silikatfarben sind ebenfalls geeignet, da sie mineralisch reagieren und diffusionsoffen bleiben.
Edelputz: Auch Edelputze lassen sich gut auf Zementputz aufbringen, sofern der Untergrund korrekt vorbereitet wurde. Mineralische Edelputze sind eine typische Wahl, da sie atmungsaktiv bleiben und gleichzeitig eine dekorative, aber robuste Oberfläche schaffen. Silikonharzputze bieten zusätzlich starken Witterungsschutz und eignen sich daher besonders gut für Fassaden. Feine Strukturputze können Innen- wie Außenflächen ein hochwertiges Finish verleihen und dienen als zusätzliche Schutzschicht.
Was kostet Zementputz?
Die Kosten für das Verputzen von Zementputz variieren je nach
- Verarbeitung,
- Fläche,
- Untergrund und
- Zugänglichkeit.
Der Preis für Zementputz liegt im Schnitt zwischen 10 und 25 Euro pro Quadratmeter oder 10 bis 15 Euro pro Sack. Zusätzliche Kosten entstehen für Arbeitsleistung sowie weitere Materialien wie Abdeckfolie, Haftbrücken, Kantenschutz, Eckenleisten, Grundierung und eventuelle Beschichtungen. Im Außenbereich können Zuschläge aufgrund von Arbeiten in der Höhe, Witterungseinflüssen und Gerüstkosten anfallen. Muss man im Vorfeld zuerst alten Putz entfernen, steigen die Ausgaben ebenfalls entsprechend.
Für eine bessere Kosteneinschätzung sollten Sie einen Preisvergleich zwischen mindestens 2 Fachbetrieben durchführen, indem Sie sich unverbindliche Angebote erstellen lassen. Achten Sie dabei darauf, dass alle Kostenposten transparent und nachvollziehbar aufgelistet sind. So finden Sie ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis und den idealen Profi, der Ihre Wandfläche verputzt und auf Wunsch auch alle nachträglichen Wandgestaltungsarbeiten übernehmen kann.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Vor dem Auftragen von Zementputz sollten Sie prüfen, ob der Untergrund tragfähig, eben und frei von Feuchtigkeitsschäden ist. Unebenheiten, Risse oder alte Beschichtungen müssen vorab beseitigt oder entsprechend vorbehandelt werden. Eine sorgfältige Untergrundanalyse spart später Zeit sowie Kosten und beugt Schäden vor.
- Zementputz gibt es in verschiedenen Varianten. Wählen Sie die passende Putzart nicht nur nach Beanspruchung, sondern auch nach Einsatzbereich, Korngröße und gewünschter Oberflächenstruktur. Für dekorative Innenflächen eignet sich Zementfeinputz, für stark beanspruchte Sockelbereiche hingegen spezieller Sockelputz.
- Das Anmischen, Auftragen und Glätten des Putzes sollte strikt den Herstellerangaben folgen. Abweichungen können bereits Haftungsprobleme, Risse oder ungleichmäßige Oberflächen verursachen.
- Zementputz benötigt ausreichend Zeit, um vollständig auszuhärten. In den ersten Tagen ist es sinnvoll, die Fläche vor Zugluft, direkter Sonne und starkem Regen zu schützen. Bei Innenputz kann eine leichte Befeuchtung oder Abdeckung mit Folie das Austrocknen gleichmäßig steuern. Auch das Einplanen von Ruhezeiten zwischen Unter- und Oberputz ist entscheidend.
- Beachten Sie bei der Planung nicht nur die Materialkosten pro Quadratmeter, sondern auch den Aufwand für Gerüste, Untergrundvorbereitung, Transport und Zugänglichkeit. Ein detaillierter Vergleich von Angeboten und eine frühzeitige Abstimmung mit Lieferanten und Handwerkern trägt zur reibungslosen Durchführung bei.
Fazit
Zementputz stellt eine leistungsfähige Putzlösung dar, wenn es auf Belastbarkeit, Witterungs- oder Feuchteresistenz ankommt. Er ist im Innen- wie Außenbereich einsetzbar, mit besonderem Fokus auf Sockel, Keller oder Fassadenbereiche. Die hohe Druck- und Abriebfestigkeit macht ihn langlebig, allerdings verlangt er einen ruhigen, tragfähigen Untergrund und sorgfältige Verarbeitung. In Wohnräumen mit Fokus auf Raumklima oder bei Gebäuden mit Untergrundbewegungen kann eine Alternative sinnvoller sein. Mit guter Planung, Vorbereitung und Ausführung lässt sich das Potenzial dieses Materials voll ausschöpfen und typische Fehler wie Risse oder Ablösungen vermeiden. Ihre Wahl der richtigen Zementputzart trägt maßgeblich zur Qualität und Lebensdauer der Wandfläche bei.
Zementputz: Häufig gestellte Fragen
Wie wird Zementputz aufgetragen?
Zementputz wird in der Regel von Hand mit Kelle oder Traufel oder bei größeren Flächen maschinell auf den vorbereiteten Untergrund aufgebracht. Je nach Anforderung erfolgt der Auftrag einlagig oder mehrlagig, meist als Unterputz mit optionaler Deckschicht. Der Putz wird gleichmäßig verteilt, auf die gewünschte Schichtdicke abgezogen und anschließend geglättet oder strukturiert. Entscheidend ist, dass die einzelnen Lagen ausreichend anziehen können und die empfohlenen Trocknungszeiten eingehalten werden, um Risse oder Haftungsprobleme zu vermeiden.
Kann ich Zementputz selber verarbeiten?
Grundsätzlich ist es möglich, Zementputz selbst zu verarbeiten, sofern handwerkliche Erfahrung, geeignete Werkzeuge und Kenntnisse über Materialverhalten vorhanden sind. Besonders wichtig sind eine sorgfältige Untergrundvorbereitung, das exakte Anmischen nach Herstellerangaben sowie eine gleichmäßige Auftragung in der richtigen Schichtdicke. Fehler bei diesen Arbeitsschritten können zu Rissen, mangelnder Haftung oder ungleichmäßigen Oberflächen führen. Für kleinere Flächen oder einfache Anwendungen ist Eigenleistung realistisch, bei größeren Flächen, Außenfassaden oder anspruchsvollen Untergründen empfiehlt sich jedoch die Ausführung durch einen Fachbetrieb.
Wann sollte kein Zementputz verwendet werden?
Zementputz ist nicht die optimale Wahl, wenn mit Temperaturwechseln zu rechnen ist. Aufgrund seiner hohen Festigkeit und geringen Elastizität kann es in solchen Fällen zu Rissbildungen oder Abplatzungen kommen. Auch in Wohnräumen, in denen ein ausgeglichenes Raumklima und hohe Diffusionsoffenheit im Vordergrund stehen, sind alternative Putzsysteme oft besser geeignet. Kalkputz oder Lehmputz bieten hier Vorteile, da sie elastischer sind und Feuchtigkeit besser aufnehmen und wieder abgeben können.