Wenn es im Winter drinnen trotz Heizung „zieht“ und die Heizkosten gefühlt jedes Jahr steigen, liegt das oft nicht an der Anlage, sondern an der Fassade. Genau hier setzt ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an. Es packt das Gebäude außen wie eine passgenaue Isolierjacke ein und hilft dabei, Wärme im Haus zu halten. Diese Form der Fassadendämmung wird seit den 1960er-Jahren bei Alt- und Neubauten eingesetzt und ist bis heute ein bewährter Hebel, um den Energiebedarf zu senken. Weniger Wärmeverlust bedeutet in der Regel auch weniger fossile Energieverbrauch und geringere CO₂-Emissionen. Bevor man sich jedoch für ein WDVS entscheidet, lohnt sich ein klarer Blick auf die Kosten, denn Preis und Ergebnis hängen stark davon ab, welcher Dämmstoff gewählt wird, wie die Fassade aufgebaut ist und welche Arbeiten zusätzlich anfallen.
- Die Kosten für Wärmedämmverbundsysteme im Überblick
- Was ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS)?
- WDVS-Preise: Kostenfaktoren
- Was kosten die einzelnen Dämmstoffe/Dämmplatten für die Fassadendämmung (WDVS)?
- Was kostet das Wärmedämmverbundsystem pro Quadratmeter?
- Beispielrechnung: Kosten für ein WDVS mit EPS (200 Quadratmeter Fassadenfläche)
- Beispielrechnung: Kosten für ein WDVS mit Schafwolle (200 Quadratmeter Fassadenfläche)
- Wird das Wärmedämmverbundsystem gefördert?
- Die 5 Top-Upgrades bei einem WDVS
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- WDVS Kosten: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Die Materialpreise für WDVS-Dämmstoffe haben sich durch Inflation, Energiekrisen und steigende Nachfrage in den letzten Jahren um circa 15 bis 40 Prozent erhöht, was besonders bei Öko-Materialien spürbar ist. Während EPS noch weitgehend im alten Preiskorridor bleibt, treiben höhere Rohstoff- und Transportkosten andere Stoffe wie Kork oder Hanf in den oberen Bereich.
- Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bietet als Fassadendämmung eine gute Möglichkeit, ein Gebäude als energetische Maßnahme von außen zu dämmen und somit mithilfe der Dämmstoffe wie zum Beispiel EPS oder Hanf auch Heizkosten zu sparen. Dabei werden spezielle Dämmplatten verwendet.
- Eine Wärmedämmung mit einem WDVS an der Fassade ist vor allem dann von Vorteil, wenn eine Innendämmung nicht infrage kommt. Eventuell können auch Innendämmung und Außendämmung kombiniert werden.
- Die Wärmedämmung an der Fassade sollte durch einen Experten angebracht werden, damit keinerlei Wärmebrücken entstehen. Er kann sie entsprechend beraten, ob zum Beispiel eine EPS-Dämmung für Ihre Fassade die bessere Wahl ist oder eine organische Dämmung. Auch das ist nämlich eine Kostenfrage.
- Nutzen Sie Fördermittel, wenn Sie an Ihrer Fassade ein Wärmdedämmverbundsystem anbringen lassen. Das kann sich lohnen!
Die Kosten für Wärmedämmverbundsysteme im Überblick
| Preisklasse | Preis pro Quadratmeter Fassade | Ausführung/Merkmale |
|---|---|---|
| Basis | ca. 130 bis 160 Euro | einfaches WDVS mit EPS Standardputz wenige Details schlichte Fassade inklusive Gerüst |
| Standard | ca. 160 bis 200 Euro | übliche Sanierungsqualität mit EPS oder Mineralwolle normaler Detailaufwand inklusive Gerüst |
| Premium | ca. 190 bis 240 Euro | hochwertige Dämmung ökologische Dämmstoffe (z. B. Mineralwolle, Holzfaser) gestaltete Oberfläche mehr Anschlussdetails inklusive Gerüst |
Was ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS)?
Der Aufbau von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) besteht aus verschiedenen Komponenten, die genau aufeinander abgestimmt sind. Die Wärmedämmung wird in Schichten auf die Fassade aufgetragen. Das Kernstück sind die Dämmplatten, die in der Regel an die Fassade gedübelt, manchmal auch geklebt werden. Darauf kommen Armierungsmasse und Armierungsgewebe, eine Grundierung und der Putz. Die Dämmplatten können aus verschiedenen Materialien bestehen, zum Beispiel aus XPS, Holzfasern oder Mineralwolle. Der Schutz der Fassade durch ein Wärmedämmverbundsystem ist hoch, aber nur, wenn es nicht zu Schäden am WDVS kommt.
Übrigens: Eine Fassadendämmung dient, je nach Dämmmaterial mehr oder weniger, auch dem Schallschutz und natürlich dem Schutz vor Frost.

WDVS-Preise: Kostenfaktoren
- Gerüstkosten für die Fassade
Für die Anbringung der WDVS-Dämmung wird ein entsprechendes Gerüst für die Fassade benötigt. Die Preise beginnen hier bei etwa 15 Euro pro Quadratmeter, je nach Region, Ausstattung und Gebäudehöhe können sie aber auch bei 20 bis 25 Euro oder mehr liegen.
- Materialkosten für die Fassadendämmung
Neben der eigentlichen Dämmung in Form von Dämmplatten an der Außenwand werden für diese Art der Fassadendämmung weitere Materialien benötigt. Hierzu gehören Kleber für eventuelles Verkleben an der Fassade, Schrauben sowie Utensilien für die späteren Arbeiten am Putz. Die Kosten werden pro Quadratmeter berechnet und belaufen sich bereits ohne Zusatzmaterial auf eine Preisspanne von 10 bis 110 Euro, je nach Dämmmaterial. - Arbeitskosten für die Dämmung
Damit die Fassadendämmung im Aufbau effizient ist und es nach der energetischen Maßnahme keinesfalls zu späteren Baumängeln an der Fassade kommt, sollten Sie die Arbeiten von einem Profi durchführen lassen. In diesem Fall müssen Sie mit etwa 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter rechnen.
Das sagt unser Maler.org Wärmedämmexperte:
Gerade ältere WDVS sind mit einfachen Tellerdübeln befestigt worden, an denen punktuelle Kältebrücken entstehen. Diese Stahlstifte leiten die Wärme nach außen – was ja nicht erwünscht ist -, die Wand trocknet an diesen Stellen schneller und es lagern sich dort weniger Schmutzpartikel aus der Luft und dem Regen ab. So entsteht der Punkteffekt auf der Außenfläche des Hauses, der auch als Leopardeneffekt bezeichnet wird. Heute sind allerdings die Dübel, ist die ganze Befestigungstechnik so optimiert, dass das nicht mehr passiert.
Dr. Hans-Joachim Riechers – Hauptgeschäftsführer Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.
Welche Rolle spielt der Sanierungsfahrplan?
Der Sanierungsfahrplan (auch individueller Sanierungsfahrplan oder iSFP genannt) ist eine umfassende energetische Bewertung eines Gebäudes, die konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz vorschlägt. Das WDVS spielt dabei oft eine zentrale Rolle, da es eine der Hauptmaßnahmen ist, die in einem Sanierungsfahrplan empfohlen werden, besonders wenn die Außenwände unzureichend gedämmt sind. Im Sanierungsfahrplan wird analysiert:
- Ist-Zustand der Fassade: Wie gut sind die Außenwände aktuell gedämmt?
- Wärmeverluste: Wie viel Energie geht über die Fassade verloren?
- Empfehlung: Welche Dämmstärke eines WDVS ist sinnvoll?
- Wirtschaftlichkeit: Kosten, Einsparpotenzial und Amortisationszeit?
- Reihenfolge: Wann soll die WDVS-Installation im Verhältnis zu anderen Maßnahmen (z.B. Fensteraustausch, Heizungserneuerung) durchgeführt werden?
Der iSFP berücksichtigt, dass eine Fassadendämmung mit WDVS Auswirkungen auf andere Bauteile hat, etwa auf Fensterlaibungen, Dachanschlüsse oder die Heiztechnik. Deshalb wird oft ein Stufenplan entwickelt, der die Maßnahmen sinnvoll aufeinander abstimmt.
Was kosten die einzelnen Dämmstoffe/Dämmplatten für die Fassadendämmung (WDVS)?
| Dämmstoff | Preisspanne pro Quadratmeter | Bemerkung |
|---|---|---|
| EPS (Expandiertes Polystyrol) | 10 bis 25 Euro | günstigster Standard für WDVS (Styropor) sehr verbreitet gute Dämmwerte einfach zu verarbeiten |
| Mineralwolle/Steinwolle | 25 bis 55 Euro | brandsicher optimaler Schallschutz diffusionsoffen oft höhere Systemkosten für Befestigung etc. |
| Schilf | 20 bis 40 Euro je Lage | natürlicher Rohstoff muss meist mehrlagig verarbeitet werden oft regional guter Sommerwärmeschutz teils für Öko-WDVS geeignet (Zulassung prüfen) |
| PUR/PIR (PU-Hartschaum) | 20 bis 60 Euro | sehr gute Dämmleistung bei schlanker Aufbauhöhe leicht sorgfältige Detailausbildung möglich |
| XPS (Extrudiertes Polystyrol) | 20 bis 60 Euro | feuchtigkeitsresistent druckfest eher für Sockel und nicht für die ganze Fassade geeignet |
| Hanf | 15 bis 70 Euro | ökologisch atmungsaktiv feuchteregulierend als WDVS nur mit passenden Systemen |
| Schafswolle | 30 bis 65 Euro | ökologisch guter Schallschutz kein Standard-WDVS sehr gute Feuchtepufferung guter Schutz gegen Mottenbefall |
| Holzfaser | 20 bis 60 Euro | atmungsaktiv hohe Wärmespeicherfähigkeit relativ schwer |
| Kork | 50 bis 110 Euro | natürlicher nachwachsender Rohstoff langlebig teils wasserabweisend |
| Schaumglas | 40 bis 100 Euro | extrem druckfest nicht brennbar wasser- und dampfdicht für Sockel Perimeter Boden als Fassadenlösung eher Spezialfall |
| VIP (Vakuum-Isolations-Paneele) | 120 bis 400 Euro | hochleistungsfähige Dämmtechnologie extrem dünn wird oft nur punktuell eingesetzt hoher Planungsaufwand |
Was kostet das Wärmedämmverbundsystem pro Quadratmeter?
Ein Vollwärmeschutz durch ein WDVS inklusive Dämmmaterial (ohne Innendämmung) kostet pro Quadratmeter zwischen 130 und 240 Euro. Der Preis für die Dämmung kann aber je nach Material auch deutlich darüber liegen.
Die Preise für WDVS-Dämmstoffe pro Quadratmeter variieren stark und hängen von Faktoren wie der Dämmschichtdicke, der Wärmeleitfähigkeit und der Dichte des Materials ab. Niedrige Dichten sind günstiger, hochdichte Varianten teurer für mehr Druckfestigkeit. Auch die Qualitätsstufe spielt eine Rolle, sei es Standard oder premium-zertifiziert mit Öko-Labeln, ebenso wie Hersteller, Region (regionaler Schilf oder Hanf ist oft günstiger im Norden) und Plattenformat (größere Formate sparen Kosten). Zusatzbehandlungen gegen Feuchtigkeit oder für Brandsicherheit treiben den Preis hoch, genau wie Marktbedingungen: Erdölpreise für Synthetika wie EPS, PUR oder XPS, Ernteerträge bei Naturstoffen und Logistik plus Inflation. Das ist der Grund, warum es bei den Materialien teilweise Schwankungen von 20 bis 50 Prozent gibt. Holen Sie am besten immer mehrere individuelle Angebote ein und vergleichen Sie diese genau.
Beispielrechnung: Kosten für ein WDVS mit EPS (200 Quadratmeter Fassadenfläche)
| Kostenposition | Fläche pro Quadratmeter | Ansatz | Teilkosten netto |
|---|---|---|---|
| Gerüst (Auf-/Abbau & Miete, ca. 4 Wochen) | – | pauschal | 3.600 Euro |
| Baustelleneinrichtung/Abdeckungen | – | pauschal | 800 Euro |
| Untergrundvorbereitung (Reinigung, Ausgleich, Haftgrund) | – | pauschal | 2.000 Euro |
| Baustrom/Container/Logistik | – | pauschal | 600 Euro |
| Entsorgung/Abtransport | – | pauschal | 1.000 Euro |
| Standardfläche: Dämmstoff (EPS) | 170 | 22 €/m² | 3.740 Euro |
| Standardfläche: Klebe- & Armierungsmörtel (Material) | 170 | 8 €/m² | 1.360 Euro |
| Standardfläche: Armierungsgewebe (Material) | 170 | 1 €/m² | 170 Euro |
| Standardfläche: Dübel/Stecksysteme (Material) | 170 | 3 €/m² | 510 Euro |
| Standardfläche: Profile/Schienen/Eckschutz (Material) | 170 | 4 €/m² | 680 Euro |
| Standardfläche: Oberputz & Grundierung & Farbe (Material) | 170 | 14 €/m² | 2.380 Euro |
| Standardfläche: Arbeitsleistung WDVS (Kleben/Dübeln/Armieren/Putz/Anstrich) | 170 | 85 €/m² | 14.450 Euro |
| Sockelzone: Dämmstoff (XPS/Perimeter, Material) | 20 | 24 €/m² | 480 Euro |
| Sockelzone: Abdichtung/Sockelputz/Schutz (Material) | 20 | 18 €/m² | 360 Euro |
| Sockelzone: Dübel/Stecksysteme (Material) | 20 | 4 €/m² | 80 Euro |
| Sockelzone: Profile/Abschluss (Material) | 20 | 5 €/m² | 100 Euro |
| Sockelzone: Arbeitsleistung | 20 | 110 €/m² | 2.200 Euro |
| Laibungen: Laibungsdämmung (Material) | 10 | 19 €/m² | 190 Euro |
| Laibungen: Anschlussprofile/Dichtbänder (Material) | 10 | 10 €/m² | 100 Euro |
| Laibungen: Spachtel/Gewebe/Eckschutz zusätzlich (Material) | 10 | 8 €/m² | 80 Euro |
| Laibungen: Dübel/Stecksysteme (Material) | 10 | 2 €/m² | 20 Euro |
| Laibungen: Arbeitsleistung | 10 | 160 €/m² | 1.600 Euro |
| Gesamtkosten (netto) | – | – | 36.500 Euro |
Beispielrechnung: Kosten für ein WDVS mit Schafwolle (200 Quadratmeter Fassadenfläche)
| Kostenposition | Fläche pro Quadratmeter | Ansatz | Teilkosten netto |
|---|---|---|---|
| Gerüst (Auf-/Abbau & Miete) | – | pauschal | 3.600 Euro |
| Baustelleneinrichtung/Abdeckungen | – | pauschal | 800 Euro |
| Untergrundvorbereitung (Reinigung, Ausgleich, Haftgrund) | – | pauschal | 2.000 Euro |
| Baustrom/Container/Logistik | – | pauschal | 600 Euro |
| Entsorgung/Abtransport | – | pauschal | 1.000 Euro |
| Standardfläche: Dämmstoff (Schafwolle ca. 180 mm) | 170 | 45 €/m² | 7.650 Euro |
| Standardfläche: Zusatzaufbau (Unterkonstruktion & Windsperre & Putzträger & Zusatzbefestigung) | 170 | 35 €/m² | 5.950 Euro |
| Standardfläche: Klebe- & Armierungsmörtel (Material) | 170 | 9 €/m² | 1.530 Euro |
| Standardfläche: Armierungsgewebe (Material) | 170 | 1 €/m² | 170 Euro |
| Standardfläche: Dübel/„Stecksysteme“ (Material) | 170 | 4 €/m² | 680 Euro |
| Standardfläche: Profile/Schienen/Eckschutz (Material) | 170 | 4 €/m² | 680 Euro |
| Standardfläche: Oberputz & Grundierung & Farbe (Material) | 170 | 14 €/m² | 2.380 Euro |
| Standardfläche: Arbeitsleistung (Aufbau UK/Dämmung/Putzträger & Armierung/Putz/Anstrich) | 170 | 95 €/m² | 16.150 Euro |
| Sockelzone: Dämmstoff (XPS ca. 120 mm, Material) | 20 | 24 €/m² | 480 Euro |
| Sockelzone: Abdichtung/Sockelputz/Schutz (Material) | 20 | 18 €/m² | 360 Euro |
| Sockelzone: Dübel/„Stecksysteme“ (Material) | 20 | 4 €/m² | 80 Euro |
| Sockelzone: Profile/Abschluss (Material) | 20 | 5 €/m² | 100 Euro |
| Sockelzone: Arbeitsleistung | 20 | 110 €/m² | 2.200 Euro |
| Laibungen: schlanke Dämmung (PIR/Resol ca. 30 mm, Material) | 10 | 19 €/m² | 190 Euro |
| Laibungen: Anschlussprofile/Dichtbänder (Material) | 10 | 10 €/m² | 100 Euro |
| Laibungen: Spachtel/Gewebe/Eckschutz zusätzlich (Material) | 10 | 8 €/m² | 80 Euro |
| Laibungen: Dübel/„Stecksysteme“ (Material) | 10 | 2 €/m² | 20 Euro |
| Laibungen: Arbeitsleistung | 10 | 160 €/m² | 1.600 Euro |
| Gesamtkosten (netto) | – | – | 48.400 Euro |
Wird das Wärmedämmverbundsystem gefördert?
Wenn Sie sich für die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems entscheiden, können Sie verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen, um die Kosten zu senken. Infrage kommen derzeit Förderungen des Bundesamts für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie zinsgünstige KfW-Kredite.
| Förderung durch | Konditionen für die Förderung |
|---|---|
| BAFA (Sanierung – Einzelmaßnahme) | 15 Prozent der förderfähigen Kosten förderfähiges Mindestvolumen 2.000 Euro brutto Deckelung auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr Bonus in Höhe von 5 Prozent bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsplans (iSFP) |
| KfW (Komplettsanierung Effizienzhaus-Standard) | Kredit von maximal 150.000 Euro zwischen 5 und 45 Prozent Tilgungszuschuss für die Förderung sind bei der Fassadensanierung mindestens 14 bis 16 Zentimeter Wärmedämmung einzuplanen je nach Art des Dämmstoffes |

Über unseren Experten
Herr Dr. Hans-Joachim Riechers ist Hauptgeschäftsführer des VDPM, dem Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. Der Verband repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich.
» Zum Dämmstoff Experten-Interview
Bildnachweis: Simone M. Neumann/VDPM
Die 5 Top-Upgrades bei einem WDVS
| Priorität | Upgrade | Warum es sich lohnt | Effekt auf Kosten/Qualität |
|---|---|---|---|
| 1 | Sockelzone robust ausführen (feuchtefester Dämmstoff wie XPS/Schaumglas, sauberer Abdichtaufbau, mechanischer Schutz) | der Sockel ist die häufigste Schadenszone (Spritzwasser, Frost, Stöße) | leicht höhere Kosten im Sockelbereich, aber deutlich weniger Reparaturen und Abplatzungen |
| 2 | Anschlussdetails an Fenstern/Türen upgraden (hochwertige Anputzleisten, Dicht-/Kompribänder, saubere Laibungsdetails) | Schäden entstehen oft an Anschlüssen, nicht in der Fläche | Kosten gering höher, aber dafür weniger Risse und Undichtigkeiten, geringeres Risiko für Feuchtigkeit und teure Nachträge |
| 3 | Oberfläche hochwertiger wählen (besserer Oberputz & Fassadenfarbe/Schlussbeschichtung) | die Oberfläche bestimmt Optik, Wartungsintervalle und Algen-/Verschmutzungsrisiko | längere Dauer bis zur erneuten Renovierung der Fassade, seltenerer Reinigungs- und Anstrichbedarf |
| 4 | Tropfkanten/Abtropfprofile konsequent planen (Fensterbänke, horizontale Abschlüsse) | eine gute Wasserführung verhindert Läufer, Flecken und Durchfeuchtung | geringe Mehrkosten, deutlich bessere Daueroptik und weniger Feuchteschäden an kritischen Bereichen |
| 5 | bei der Fassadensanierung Armierung in Problemzonen verstärken (z. B. zweite Gewebelage im EG/Sockelnähe, Eck- und Öffnungsverstärkungen) | Risse und Dellen entstehen bevorzugt dort, wo die mechanische Belastung hoch ist | kleine Mehrkosten, spürbar robustere Flächen und weniger Ausbesserungs- und Reparaturbedarf |
Diese sinnvollen Upgrades rund um Dämmung und Wärmeschutz verursachen typischerweise Mehrkosten zwischen 1 und 6 Prozent der Gesamtsumme, je nach Priorität und Umfang, und lohnen sich durch deutlich höhere Langlebigkeit und weniger Reparaturen langfristig.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Achten Sie auf die tatsächliche Fassadenfläche und deren Komplexität (viele Ecken, Erker, Gauben, Laibungen, unterschiedliche Höhen), denn das entscheidet, ob man preislich eher am unteren oder eher am oberen Rand der üblichen 130 bis 240 Euro pro Quadratmeter landet.
- Trennen Sie sauber zwischen Material-, Lohn- und Pauschalkosten (Gerüst, Baustelleneinrichtung, Entsorgung, Logistik), denn der Dämmstoff selbst ist meist nicht der Kostentreiber.
- Denken Sie daran, dass Sie Handwerkerkerkosten von der Steuer absetzen können. Aber auch dafür ist es wichtig, diese gesondert auszuweisen.
- Der Zustand und die Beschaffenheit der Fassade sind entscheidend, denn aufwendige Vorarbeiten wie die Entfernung alter Anstriche, Reparaturen am Untergrund oder das Anbringen eines Armierungsgewebes können die Kosten erheblich steigern. Auch den Dachüberstand sollten Sie mitdenken.
- Sparen Sie nicht an der falschen Stelle, denn eine gut gemachte Fassadendämmung hält 40 Jahre und länger.
Fazit
Ein WDVS kostet in der Regel zwischen etwa 130 und 240 Euro pro Quadratmeter und in diesem Korridor entscheidet sich, wie „einfach“ oder „edel“ die Lösung ausfällt. Am unteren Ende liegen eher schlanke Systeme mit EPS und normalem Detailaufwand, in der Mitte die üblichen Sanierungspakete mit EPS oder Mineralwolle, wie sie bei vielen Einfamilienhäusern verbaut werden. Am oberen Ende bewegen sich ökologische oder besonders hochwertige Varianten, etwa mit Holzfaser, Hanf oder Schafwolle und aufwendigerer Unterkonstruktion. Für Immobilienbesitzer, die ein Wärmedämmverbundsystem planen, bedeutet das, dass sie abwägen müssen, was Ihnen wichtig ist. Wer Wert auf ökologische Materialien, bessere Sommerhitze- und Schallschutzwerte oder anspruchsvolle Gestaltung legt, muss tiefer in die Tasche greifen. Unterm Strich zählt aber nicht nur der Preis, sondern auch, wie gut das System geplant und ausgeführt ist und wie viel sich über Förderprogramme wieder hereinholen lässt.
WDVS Kosten: Häufig gestellte Fragen
Wie wirkt sich die geplante Dämmdicke auf die zukünftigen Heizkosten und die Amortisationszeit aus?
Eine geringfügig teurere, aber dickere Dämmung kann die jährliche Energieeinsparung deutlich erhöhen, was die anfänglichen Mehrkosten schneller wieder einspart.
Welche Kosten sind für die Anpassung von außenliegenden Elementen einkalkuliert, die durch die Dämmung versetzt werden müssen?
Regenfallrohre, Rollladenkästen, Außenlampen oder Fensterbänke führen oft zu unerwarteten Mehrkosten, vor allem bei Altbauten, die in der Regel verzierter sind. Achten sie darauf, dass auch diese Posten im Angebot enthalten sind.
Kann eine zu dichte Dämmung langfristig zu Problemen führen?
Bei einem gut gedämmten Haus fällt der natürliche Luftaustausch durch undichte Stellen weg, wodurch Feuchtigkeit vom Kochen, Duschen und Atmen nicht mehr automatisch entweicht. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten oder eine kontrollierte Wohnraumlüftung kann das paradoxerweise zu genau den Bauschäden führen, die man eigentlich vermeiden wollte und die eingesparte Heizenergie wäre dann teuer erkauft. [2]
Quellen
[1] „BMWSB Gebäudeenergiegesetz – BMWSB“. Bund.de, www.bmwsb.bund.de/DE/bauen/innovation-klimaschutz/gebaeudeenergiegesetz/gebaeudeenergiegesetz_node.html. Zugegriffen 10. Dezember 2025.
[2] Bundestag.de, www.bundestag.de/resource/blob/891138/WD-8-003-22-pdf.pdf. Zugegriffen 10. Dezember 2025.