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Wärmedämmung und Dämmstoffe

WDVS Kosten: Was kostet ein Wärmedämmverbundsystem? [2026]

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2026
Lesedauer: 15 Minuten
© megaflopp / istockphoto.com

Wenn es im Winter drinnen trotz Heizung „zieht“ und die Heizkosten gefühlt jedes Jahr steigen, liegt das oft nicht an der Anlage, sondern an der Fassade. Genau hier setzt ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an. Es packt das Gebäude außen wie eine passgenaue Isolierjacke ein und hilft dabei, Wärme im Haus zu halten. Diese Form der Fassadendämmung wird seit den 1960er-Jahren bei Alt- und Neubauten eingesetzt und ist bis heute ein bewährter Hebel, um den Energiebedarf zu senken. Weniger Wärmeverlust bedeutet in der Regel auch weniger fossile Energieverbrauch und geringere CO₂-Emissionen. Bevor man sich jedoch für ein WDVS entscheidet, lohnt sich ein klarer Blick auf die Kosten, denn Preis und Ergebnis hängen stark davon ab, welcher Dämmstoff gewählt wird, wie die Fassade aufgebaut ist und welche Arbeiten zusätzlich anfallen.

Alles auf einen Blick:

  • Die Materialpreise für WDVS-Dämmstoffe haben sich durch Inflation, Energiekrisen und steigende Nachfrage in den letzten Jahren um circa 15 bis 40 Prozent erhöht, was besonders bei Öko-Materialien spürbar ist. Während EPS noch weitgehend im alten Preiskorridor bleibt, treiben höhere Rohstoff- und Transportkosten andere Stoffe wie Kork oder Hanf in den oberen Bereich. 
  • Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bietet als Fassadendämmung eine gute Möglichkeit, ein Gebäude als energetische Maßnahme von außen zu dämmen und somit mithilfe der Dämmstoffe wie zum Beispiel EPS oder Hanf auch Heizkosten zu sparen. Dabei werden spezielle Dämmplatten verwendet.
  • Eine Wärmedämmung mit einem WDVS an der Fassade ist vor allem dann von Vorteil, wenn eine Innendämmung nicht infrage kommt. Eventuell können auch Innendämmung und Außendämmung kombiniert werden.
  • Die Wärmedämmung an der Fassade sollte durch einen Experten angebracht werden, damit keinerlei Wärmebrücken entstehen. Er kann sie entsprechend beraten, ob zum Beispiel eine EPS-Dämmung für Ihre Fassade die bessere Wahl ist oder eine organische Dämmung. Auch das ist nämlich eine Kostenfrage.
  • Nutzen Sie Fördermittel, wenn Sie an Ihrer Fassade ein Wärmdedämmverbundsystem anbringen lassen. Das kann sich lohnen!

Die Kosten für Wärmedämmverbundsysteme im Überblick

PreisklassePreis pro Quadratmeter FassadeAusführung/Merkmale
Basisca. 130 bis 160 Euroeinfaches WDVS mit EPS Standardputz wenige Details schlichte Fassade inklusive Gerüst
Standardca. 160 bis 200 Euroübliche Sanierungsqualität mit EPS oder Mineralwolle normaler Detailaufwand inklusive Gerüst
Premiumca. 190 bis 240 Eurohochwertige Dämmung ökologische Dämmstoffe (z. B. Mineralwolle, Holzfaser) gestaltete Oberfläche mehr Anschlussdetails inklusive Gerüst


Was ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS)?

Der Aufbau von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) besteht aus verschiedenen Komponenten, die genau aufeinander abgestimmt sind. Die Wärmedämmung wird in Schichten auf die Fassade aufgetragen. Das Kernstück sind die Dämmplatten, die in der Regel an die Fassade gedübelt, manchmal auch geklebt werden. Darauf kommen Armierungsmasse und Armierungsgewebe, eine Grundierung und der Putz. Die Dämmplatten können aus verschiedenen Materialien bestehen, zum Beispiel aus XPS, Holzfasern oder Mineralwolle. Der Schutz der Fassade durch ein Wärmedämmverbundsystem ist hoch, aber nur, wenn es nicht zu Schäden am WDVS kommt.

Übrigens: Eine Fassadendämmung dient, je nach Dämmmaterial mehr oder weniger, auch dem Schallschutz und natürlich dem Schutz vor Frost.

Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems
So ist ein Wärmedämmverbundsystem aufgebaut © Maler.org
WARUM IST EINE EINBLASDÄMMUNG KEIN WDVS?
Einblasdämmung ist kein Wärmedämmverbundsystem, weil es ein anderes Dämmprinzip mit anderem Aufbau nutzt. Ein WDVS ist ein von außen aufgebrachter, geschichteter Systemaufbau aus Dämmplatten, Armierung und Putz, der die Fassade sichtbar verändert. Einblasdämmung füllt dagegen lediglich vorhandene Hohlräume im Mauerwerk mit losem Dämmstoff, ohne außen ein eigenes System mit Putzschichten zu bilden. Deshalb ist Einblasdämmung ein Dämmverfahren, WDVS hingegen ein definiertes Außendämmsystem. Aber: Jede Form der Dämmung wirkt sich positiv auf die Energiebilanz aus und damit auch auf den Energiepass Ihres Gebäudes. Das hat den Vorteil, dass Ihr Haus bei einem eventuellen Verkauf mehr wert ist.

WDVS-Preise: Kostenfaktoren

  • Gerüstkosten für die Fassade
    Für die Anbringung der WDVS-Dämmung wird ein entsprechendes Gerüst für die Fassade benötigt. Die Preise beginnen hier bei etwa 15 Euro pro Quadratmeter, je nach Region, Ausstattung und Gebäudehöhe können sie aber auch bei 20 bis 25 Euro oder mehr liegen. 
  • Materialkosten für die Fassadendämmung
    Neben der eigentlichen Dämmung in Form von Dämmplatten an der Außenwand werden für diese Art der Fassadendämmung weitere Materialien benötigt. Hierzu gehören Kleber für eventuelles Verkleben an der Fassade, Schrauben sowie Utensilien für die späteren Arbeiten am Putz. Die Kosten werden pro Quadratmeter berechnet und belaufen sich bereits ohne Zusatzmaterial auf eine Preisspanne von 10 bis 110 Euro, je nach Dämmmaterial.
  • Arbeitskosten für die Dämmung
    Damit die Fassadendämmung im Aufbau effizient ist und es nach der energetischen Maßnahme keinesfalls zu späteren Baumängeln an der Fassade kommt, sollten Sie die Arbeiten von einem Profi durchführen lassen. In diesem Fall müssen Sie mit etwa 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Das sagt unser Maler.org Wärmedämmexperte:

Gerade ältere WDVS sind mit einfachen Tellerdübeln befestigt worden, an denen punktuelle Kältebrücken entstehen. Diese Stahlstifte leiten die Wärme nach außen – was ja nicht erwünscht ist -, die Wand trocknet an diesen Stellen schneller und es lagern sich dort weniger Schmutzpartikel aus der Luft und dem Regen ab. So entsteht der Punkteffekt auf der Außenfläche des Hauses, der auch als Leopardeneffekt bezeichnet wird. Heute sind allerdings die Dübel, ist die ganze Befestigungstechnik so optimiert, dass das nicht mehr passiert.

Dr. Hans-Joachim Riechers – Hauptgeschäftsführer Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.

Welche Rolle spielt der Sanierungsfahrplan? 

Der Sanierungsfahrplan (auch individueller Sanierungsfahrplan oder iSFP genannt) ist eine umfassende energetische Bewertung eines Gebäudes, die konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz vorschlägt. Das WDVS spielt dabei oft eine zentrale Rolle, da es eine der Hauptmaßnahmen ist, die in einem Sanierungsfahrplan empfohlen werden, besonders wenn die Außenwände unzureichend gedämmt sind. Im Sanierungsfahrplan wird analysiert:

  • Ist-Zustand der Fassade: Wie gut sind die Außenwände aktuell gedämmt?
  • Wärmeverluste: Wie viel Energie geht über die Fassade verloren?
  • Empfehlung: Welche Dämmstärke eines WDVS ist sinnvoll?
  • Wirtschaftlichkeit: Kosten, Einsparpotenzial und Amortisationszeit?
  • Reihenfolge: Wann soll die WDVS-Installation im Verhältnis zu anderen Maßnahmen (z.B. Fensteraustausch, Heizungserneuerung) durchgeführt werden?

Der iSFP berücksichtigt, dass eine Fassadendämmung mit WDVS Auswirkungen auf andere Bauteile hat, etwa auf Fensterlaibungen, Dachanschlüsse oder die Heiztechnik. Deshalb wird oft ein Stufenplan entwickelt, der die Maßnahmen sinnvoll aufeinander abstimmt.

GUT ZU WISSEN:
Der Energieberater muss in der Energieeffizienz-Expertenliste gelistet sein, damit Sie eine Förderung für die Erstellung des iSFP beantragen können.

Was kosten die einzelnen Dämmstoffe/Dämmplatten für die Fassadendämmung (WDVS)?

DämmstoffPreisspanne pro QuadratmeterBemerkung
EPS (Expandiertes Polystyrol)10 bis 25 Eurogünstigster Standard für WDVS (Styropor) sehr verbreitet gute Dämmwerte einfach zu verarbeiten
Mineralwolle/Steinwolle25 bis 55 Eurobrandsicher optimaler Schallschutz diffusionsoffen oft höhere Systemkosten für Befestigung etc.
Schilf20 bis 40 Euro je Lagenatürlicher Rohstoff muss meist mehrlagig verarbeitet werden oft regional guter Sommerwärmeschutz teils für Öko-WDVS geeignet (Zulassung prüfen)
PUR/PIR (PU-Hartschaum)20 bis 60 Eurosehr gute Dämmleistung bei schlanker Aufbauhöhe leicht sorgfältige Detailausbildung möglich
XPS (Extrudiertes Polystyrol)20 bis 60 Eurofeuchtigkeitsresistent druckfest eher für Sockel und nicht für die ganze Fassade geeignet
Hanf15 bis 70 Euroökologisch atmungsaktiv feuchteregulierend als WDVS nur mit passenden Systemen
Schafswolle30 bis 65 Euroökologisch guter Schallschutz kein Standard-WDVS sehr gute Feuchtepufferung guter Schutz gegen Mottenbefall
Holzfaser20 bis 60 Euroatmungsaktiv hohe Wärmespeicherfähigkeit relativ schwer
Kork50 bis 110 Euronatürlicher nachwachsender Rohstoff langlebig teils wasserabweisend
Schaumglas40 bis 100 Euroextrem druckfest nicht brennbar wasser- und dampfdicht für Sockel Perimeter Boden als Fassadenlösung eher Spezialfall
VIP (Vakuum-Isolations-Paneele)120 bis 400 Eurohochleistungsfähige Dämmtechnologie extrem dünn wird oft nur punktuell eingesetzt hoher Planungsaufwand

Was kostet das Wärmedämmverbundsystem pro Quadratmeter?

Ein Vollwärmeschutz durch ein WDVS inklusive Dämmmaterial (ohne Innendämmung) kostet pro Quadratmeter zwischen 130 und 240 Euro. Der Preis für die Dämmung kann aber je nach Material auch deutlich darüber liegen.

GUT ZU WISSEN:
Wenn Sie Ihr Haus dämmen möchten, dann gelten die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). [1] Bei Rissbildung und der entsprechenden Ausbesserung an der Fassade ist das allerdings nicht der Fall. Sie sollten hier aber beachten, dass auch im Fall von Rissbildung nicht mehr als 10 Prozent der Fassade beziehungsweise der Außenwand des Hauses von der Sanierung betroffen sein dürfen.

Die Preise für WDVS-Dämmstoffe pro Quadratmeter variieren stark und hängen von Faktoren wie der Dämmschichtdicke, der Wärmeleitfähigkeit und der Dichte des Materials ab. Niedrige Dichten sind günstiger, hochdichte Varianten teurer für mehr Druckfestigkeit. Auch die Qualitätsstufe spielt eine Rolle, sei es Standard oder premium-zertifiziert mit Öko-Labeln, ebenso wie Hersteller, Region (regionaler Schilf oder Hanf ist oft günstiger im Norden) und Plattenformat (größere Formate sparen Kosten). Zusatzbehandlungen gegen Feuchtigkeit oder für Brandsicherheit treiben den Preis hoch, genau wie Marktbedingungen: Erdölpreise für Synthetika wie EPS, PUR oder XPS, Ernteerträge bei Naturstoffen und Logistik plus Inflation. Das ist der Grund, warum es bei den Materialien teilweise Schwankungen von 20 bis 50 Prozent gibt. Holen Sie am besten immer mehrere individuelle Angebote ein und vergleichen Sie diese genau.



Beispielrechnung: Kosten für ein WDVS mit EPS (200 Quadratmeter Fassadenfläche)

KostenpositionFläche pro QuadratmeterAnsatzTeilkosten netto
Gerüst (Auf-/Abbau & Miete, ca. 4 Wochen)pauschal3.600 Euro
Baustelleneinrichtung/Abdeckungenpauschal800 Euro
Untergrundvorbereitung (Reinigung, Ausgleich, Haftgrund)pauschal2.000 Euro
Baustrom/Container/Logistikpauschal600 Euro
Entsorgung/Abtransportpauschal1.000 Euro
Standardfläche: Dämmstoff (EPS)17022 €/m²3.740 Euro
Standardfläche: Klebe- & Armierungsmörtel (Material)1708 €/m²1.360 Euro
Standardfläche: Armierungsgewebe (Material)1701 €/m²170 Euro
Standardfläche: Dübel/Stecksysteme (Material)1703 €/m²510 Euro
Standardfläche: Profile/Schienen/Eckschutz (Material)1704 €/m²680 Euro
Standardfläche: Oberputz & Grundierung & Farbe (Material)17014 €/m²2.380 Euro
Standardfläche: Arbeitsleistung WDVS (Kleben/Dübeln/Armieren/Putz/Anstrich)17085 €/m²14.450 Euro
Sockelzone: Dämmstoff (XPS/Perimeter, Material)2024 €/m²480 Euro
Sockelzone: Abdichtung/Sockelputz/Schutz (Material)2018 €/m²360 Euro
Sockelzone: Dübel/Stecksysteme (Material)204 €/m²80 Euro
Sockelzone: Profile/Abschluss (Material)205 €/m²100 Euro
Sockelzone: Arbeitsleistung20110 €/m²2.200 Euro
Laibungen: Laibungsdämmung (Material)1019 €/m²190 Euro
Laibungen: Anschlussprofile/Dichtbänder (Material)1010 €/m²100 Euro
Laibungen: Spachtel/Gewebe/Eckschutz zusätzlich (Material)108 €/m²80 Euro
Laibungen: Dübel/Stecksysteme (Material)102 €/m²20 Euro
Laibungen: Arbeitsleistung10160 €/m²1.600 Euro
Gesamtkosten (netto)36.500 Euro

Beispielrechnung: Kosten für ein WDVS mit Schafwolle (200 Quadratmeter Fassadenfläche)

KostenpositionFläche pro QuadratmeterAnsatzTeilkosten netto
Gerüst (Auf-/Abbau & Miete)pauschal3.600 Euro
Baustelleneinrichtung/Abdeckungenpauschal800 Euro
Untergrundvorbereitung (Reinigung, Ausgleich, Haftgrund)pauschal2.000 Euro
Baustrom/Container/Logistikpauschal600 Euro
Entsorgung/Abtransportpauschal1.000 Euro
Standardfläche: Dämmstoff (Schafwolle ca. 180 mm)17045 €/m²7.650 Euro
Standardfläche: Zusatzaufbau (Unterkonstruktion & Windsperre & Putzträger & Zusatzbefestigung)17035 €/m²5.950 Euro
Standardfläche: Klebe- & Armierungsmörtel (Material)1709 €/m²1.530 Euro
Standardfläche: Armierungsgewebe (Material)1701 €/m²170 Euro
Standardfläche: Dübel/„Stecksysteme“ (Material)1704 €/m²680 Euro
Standardfläche: Profile/Schienen/Eckschutz (Material)1704 €/m²680 Euro
Standardfläche: Oberputz & Grundierung & Farbe (Material)17014 €/m²2.380 Euro
Standardfläche: Arbeitsleistung (Aufbau UK/Dämmung/Putzträger & Armierung/Putz/Anstrich)17095 €/m²16.150 Euro
Sockelzone: Dämmstoff (XPS ca. 120 mm, Material)2024 €/m²480 Euro
Sockelzone: Abdichtung/Sockelputz/Schutz (Material)2018 €/m²360 Euro
Sockelzone: Dübel/„Stecksysteme“ (Material)204 €/m²80 Euro
Sockelzone: Profile/Abschluss (Material)205 €/m²100 Euro
Sockelzone: Arbeitsleistung20110 €/m²2.200 Euro
Laibungen: schlanke Dämmung (PIR/Resol ca. 30 mm, Material)1019 €/m²190 Euro
Laibungen: Anschlussprofile/Dichtbänder (Material)1010 €/m²100 Euro
Laibungen: Spachtel/Gewebe/Eckschutz zusätzlich (Material)108 €/m²80 Euro
Laibungen: Dübel/„Stecksysteme“ (Material)102 €/m²20 Euro
Laibungen: Arbeitsleistung10160 €/m²1.600 Euro
Gesamtkosten (netto)48.400 Euro


Wird das Wärmedämmverbundsystem gefördert?

Wenn Sie sich für die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems entscheiden, können Sie verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen, um die Kosten zu senken. Infrage kommen derzeit Förderungen des Bundesamts für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie zinsgünstige KfW-Kredite.

Förderung durchKonditionen für die Förderung
BAFA (Sanierung – Einzelmaßnahme)15 Prozent der förderfähigen Kosten förderfähiges Mindestvolumen 2.000 Euro brutto Deckelung auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr Bonus in Höhe von 5 Prozent bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsplans (iSFP)
KfW (Komplettsanierung Effizienzhaus-Standard)Kredit von maximal 150.000 Euro zwischen 5 und 45 Prozent Tilgungszuschuss für die Förderung sind bei der Fassadensanierung mindestens 14 bis 16 Zentimeter Wärmedämmung einzuplanen je nach Art des Dämmstoffes

Hans Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.

Über unseren Experten

Herr Dr. Hans-Joachim Riechers ist Hauptgeschäftsführer des VDPM, dem Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. Der Verband repräsentiert die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen, Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich.

» Zum Dämmstoff Experten-Interview

Bildnachweis: Simone M. Neumann/VDPM


Die 5 Top-Upgrades bei einem WDVS

PrioritätUpgradeWarum es sich lohntEffekt auf Kosten/Qualität
1Sockelzone robust ausführen (feuchtefester Dämmstoff wie XPS/Schaumglas, sauberer Abdichtaufbau, mechanischer Schutz)der Sockel ist die häufigste Schadenszone (Spritzwasser, Frost, Stöße)leicht höhere Kosten im Sockelbereich, aber deutlich weniger Reparaturen und Abplatzungen
2Anschlussdetails an Fenstern/Türen upgraden (hochwertige Anputzleisten, Dicht-/Kompribänder, saubere Laibungsdetails)Schäden entstehen oft an Anschlüssen, nicht in der FlächeKosten gering höher, aber dafür weniger Risse und Undichtigkeiten, geringeres Risiko für Feuchtigkeit und teure Nachträge
3Oberfläche hochwertiger wählen (besserer Oberputz & Fassadenfarbe/Schlussbeschichtung)die Oberfläche bestimmt Optik, Wartungsintervalle und Algen-/Verschmutzungsrisikolängere Dauer bis zur erneuten Renovierung der Fassade, seltenerer Reinigungs- und Anstrichbedarf
4Tropfkanten/Abtropfprofile konsequent planen (Fensterbänke, horizontale Abschlüsse)eine gute Wasserführung verhindert Läufer, Flecken und Durchfeuchtunggeringe Mehrkosten, deutlich bessere Daueroptik und weniger Feuchteschäden an kritischen Bereichen
5bei der Fassadensanierung Armierung in Problemzonen verstärken (z. B. zweite Gewebelage im EG/Sockelnähe, Eck- und Öffnungsverstärkungen)Risse und Dellen entstehen bevorzugt dort, wo die mechanische Belastung hoch istkleine Mehrkosten, spürbar robustere Flächen und weniger Ausbesserungs- und Reparaturbedarf

Diese sinnvollen Upgrades rund um Dämmung und Wärmeschutz verursachen typischerweise Mehrkosten zwischen 1 und 6 Prozent der Gesamtsumme, je nach Priorität und Umfang, und lohnen sich durch deutlich höhere Langlebigkeit und weniger Reparaturen langfristig.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Achten Sie auf die tatsächliche Fassadenfläche und deren Komplexität (viele Ecken, Erker, Gauben, Laibungen, unterschiedliche Höhen), denn das entscheidet, ob man preislich eher am unteren oder eher am oberen Rand der üblichen 130 bis 240 Euro pro Quadratmeter landet.
  2. Trennen Sie sauber zwischen Material-, Lohn- und Pauschalkosten (Gerüst, Baustelleneinrichtung, Entsorgung, Logistik), denn der Dämmstoff selbst ist meist nicht der Kostentreiber. 
  3. Denken Sie daran, dass Sie Handwerkerkerkosten von der Steuer absetzen können. Aber auch dafür ist es wichtig, diese gesondert auszuweisen. 
  4. Der Zustand und die Beschaffenheit der Fassade sind entscheidend, denn aufwendige Vorarbeiten wie die Entfernung alter Anstriche, Reparaturen am Untergrund oder das Anbringen eines Armierungsgewebes können die Kosten erheblich steigern. Auch den Dachüberstand sollten Sie mitdenken. 
  5. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle, denn eine gut gemachte Fassadendämmung hält 40 Jahre und länger.

Fazit

Ein WDVS kostet in der Regel zwischen etwa 130 und 240 Euro pro Quadratmeter und in diesem Korridor entscheidet sich, wie „einfach“ oder „edel“ die Lösung ausfällt. Am unteren Ende liegen eher schlanke Systeme mit EPS und normalem Detailaufwand, in der Mitte die üblichen Sanierungspakete mit EPS oder Mineralwolle, wie sie bei vielen Einfamilienhäusern verbaut werden. Am oberen Ende bewegen sich ökologische oder besonders hochwertige Varianten, etwa mit Holzfaser, Hanf oder Schafwolle und aufwendigerer Unterkonstruktion. Für Immobilienbesitzer, die ein Wärmedämmverbundsystem planen, bedeutet das, dass sie abwägen müssen, was Ihnen wichtig ist. Wer Wert auf ökologische Materialien, bessere Sommerhitze- und Schallschutzwerte oder anspruchsvolle Gestaltung legt, muss tiefer in die Tasche greifen. Unterm Strich zählt aber nicht nur der Preis, sondern auch, wie gut das System geplant und ausgeführt ist und wie viel sich über Förderprogramme wieder hereinholen lässt.

WDVS Kosten: Häufig gestellte Fragen

Wie wirkt sich die geplante Dämmdicke auf die zukünftigen Heizkosten und die Amortisationszeit aus?

Eine geringfügig teurere, aber dickere Dämmung kann die jährliche Energieeinsparung deutlich erhöhen, was die anfänglichen Mehrkosten schneller wieder einspart.

Welche Kosten sind für die Anpassung von außenliegenden Elementen einkalkuliert, die durch die Dämmung versetzt werden müssen?

Regenfallrohre, Rollladenkästen, Außenlampen oder Fensterbänke führen oft zu unerwarteten Mehrkosten, vor allem bei Altbauten, die in der Regel verzierter sind. Achten sie darauf, dass auch diese Posten im Angebot enthalten sind.

Kann eine zu dichte Dämmung langfristig zu Problemen führen?

Bei einem gut gedämmten Haus fällt der natürliche Luftaustausch durch undichte Stellen weg, wodurch Feuchtigkeit vom Kochen, Duschen und Atmen nicht mehr automatisch entweicht. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten oder eine kontrollierte Wohnraumlüftung kann das paradoxerweise zu genau den Bauschäden führen, die man eigentlich vermeiden wollte und die eingesparte Heizenergie wäre dann teuer erkauft. [2]

Quellen

[1] „BMWSB Gebäudeenergiegesetz – BMWSB“. Bund.de, www.bmwsb.bund.de/DE/bauen/innovation-klimaschutz/gebaeudeenergiegesetz/gebaeudeenergiegesetz_node.html. Zugegriffen 10. Dezember 2025.

[2] Bundestag.de, www.bundestag.de/resource/blob/891138/WD-8-003-22-pdf.pdf. Zugegriffen 10. Dezember 2025.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone studierte Germanistik, Psychologie und Soziologie und absolvierte danach ein Volontariat bei einem lokalen Fernsehsender. Nach Zwischenstationen beim Radio und in einer PR-Agentur arbeitete sie viele Jahre als freiberufliche Redakteurin für Online-Portale und Agenturen.